Tod einer deutschen Urlauberin löst Empörung über fehlende Einsatzkräfte am Flughafen aus

Nach dem Tod einer 72-jährigen Frau, die Anfang März am Inselflughafen in Puerto del Rosario ihren Heimflug nach Deutschland antreten wollte und beim Einstieg in die Maschine an einem Herzstillstand verstarb, machte sich vielerorts Empörung und Entsetzen breit. Es stehen nun ernsthafte Zweifel im Raum, ob die Frau schnell genug von den Rettungskräften behandelt wurde. Diese Vermutung erhärtet sich, wenn man bedenkt, dass die Inselklinik nur wenige Minuten vom Flughafengelände entfernt liegt. Viele glauben sogar, die Tragödie hätte möglicherweise verhindert werden können, wenn die Sanitäter schneller am Einsatzort eingetroffen wären.

Tatsache ist, dass der Flughafen von Fuerteventura seit Anfang 2013 über keinerlei medizinischen Rettungskräfte mehr verfügt, sodass eine Ambulanz in jedem Fall zunächst aus dem Krankenhaus mobilisiert werden muss. Obwohl jährlich knapp fünf Millionen Passagiere am Inselflughafen gezählt werden und der Durchgangsverkehr immerzu neue Rekorde bricht, hatte die spanische Regierung unter Ministerpräsident Rajoy durch die Flughafenbehörde Aena zuerst den ambulanten Rettungsdienst abgeschafft und anschließend auch die ärztliche Beratungsstelle aus dem Flughafengelände entfernt. Wie der Tourismusbeauftragte des Cabildo, Blas Acosta, bedauerte, hatten die Kürzungs- und Privatisierungsmaßnahmen von Aena in nur wenigen Jahren bereits zu einigen tragischen Situationen geführt, die eine Katastrophe für das Image der Insel darstellen. Klar ist jedenfalls, dass jeder so stark genutzte Flughafen weltweit über eine medizinische Infrastruktur verfügen sollte, um für den Notfall gewappnet zu sein. Schließlich nützen die besten Werbekampagnen und Lobpreisungen eines Reiseziels nichts, wenn im heutigen Zeitalter eine solche Sicherheitslücke für Touristen besteht. Außer der Partido Popular (PP) forderten bisher alle großen Regierungsparteien eine Verbesserung der medizinischen Versorgung an Flughäfen.

2 Kommentare

  1. Ich dachte das gehört in das selbstverständliche Inventar eines Flughafens.
    Internationale Vorschrift, so kann man sich täuschen.
    Das müsste sich dringend ändern.
    Vielleicht können da die Reiseveranstalter versuchen
    etwas Einfluss zu nehmen. Die möchten sicher nicht das die älteren Reisenden nicht mehr buchen.

  2. das habe ich gar nicht gewusst. Ich finde es nicht gut,
    wenn an einem solchen Flughafen, keine Ambulanz zur Verfügung steht! Überall hört man nur von Sparmaßnahmen!! Aber zu diesem Preis?? Es sollte doch möglich sein, die Sicherheit der Menschen, so gut es geht,
    zu ermöglichen!!

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