Wachsendes Interesse an der schwarzen Schweinerasse der Kanaren

Das Schwarze Kanarische Schwein gilt als einzige auf der Inselgruppe heimische Schweinerasse, deren Bestand zwischenzeitlich sogar als stark gefährdet eingestuft wurde, dank der Bemühung vieler Einrichtungen und Züchter jedoch mittlerweile wieder auf dem Weg der Besserung ist. Mit einem Abkommen, das gemeinsame Studien der Tiere sowie die Aus- und Weiterbildung der beteiligten Wissenschaftler vorsieht, ist diese Schweinerasse nun in das besondere Interesse der Universität Las Palmas de Gran Canaria gerückt, die aus diesem Grund mit dem Kanarischen Schweinezüchterverein „ACCNC“ zusammenarbeitet.

Wie Hochschulrektor José Regidor erklärte, betreffe die Einigung in erster Linie die veterinärmedizinische Fakultät der Universität und sehe allgemeine Studien über die Aufzucht, Pflege und Charakteristika dieser heimischen Tierart vor. Weiterhin könnte die Zusammenarbeit neue Forschungsgebiete, wie die Verbesserung der Viehwirtschaft oder die Untersuchung spezifischer Krankheiten ergeben. Eine „einmalige Gelegenheit“, wie auch der Vorsitzende des Züchtervereins betonte. Denn momentan stelle mangelnde Professionalität und Fachkenntnis unter den Schweinezüchtern, die sich der kanarischen Rasse zugewandt haben, ein großes Problem dar, das man mit speziellen Schulungen angehen könnte.

Das auf dem Archipel heimische schwarze kanarische Schwein wird immer noch als vom Aussterben bedrohte Art eingestuft. Nachdem in den vergangenen Jahren Zählungen durchgeführt, Viehzüchter fachlich eingewiesen und die Tiere sorgfältig ausgewählt wurden, ist es nun an der Zeit, die Arbeit in Themengebiete, wie die richtige Fütterung sowie den idealen Umgang mit den Tieren zu vertiefen, um ähnlich wie im Falle des iberischen Schweins ein regionales Qualitätsprodukt anbieten und vermarkten zu können. Der Zuchtverein zählt aktuell 75 Mitglieder auf der gesamten Inselgruppe. Obwohl die Standards zunehmend anspruchsvoller geworden sind und Mitglieder, die die Tiere ohne umfassendes Engagement allein für den Eigenbedarf halten wollen, gar nicht erst aufgenommen werden, ist die Zahl in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Mittlerweile wird auf allen Kanarischen Inseln insgesamt ein stabiler Bestand von 500 Muttertieren gehalten, der Großteil davon auf Teneriffa und Gran Canaria. Aktuell bemüht man sich, Unternehmen zu fördern, die in Kooperation mit den Viehzuchtvereinen arbeiten. So setzt sich zum Beispiel „Dehesa Canarias“ für die Einhaltung gleichbleibender Fressgewohnheiten sowie die Befolgung eines einheitlichen Schlachtgewichts ein, um somit ein möglichst verlässliches und konstantes Produkt vermarkten zu können. Probleme zeigen sich aber vor allem noch in Zeiten wirtschaftlicher Krisen, die mit einem Anstieg der Futterpreise und den sich daraus ergebenden Betrügern einhergehen. Viele Viehzüchter neigen dann dazu, Ferkel und Tiere mittleren Schlachtgewichts zu verkaufen. Außerdem zeigen sich auch in der Vermarktung der heimischen Schweine einige Probleme, wenn beispielsweise Metzgereien anderes Fleisch fälschlicherweise als schwarzes Schwein verkaufen, obwohl dies ein geschützte Bezeichnung ist, die zunächst durch den Verein bestätigt werden muss. Dennoch ist es natürlich besonders für Laien schwer, die Herkunft eines Koteletts beim Metzger zu bestimmen. Trotz all dieser Probleme weist der Schweinezüchterverein darauf hin, dass es gerade in unserer Zeit, in der Massenbetriebe mit hellen Schweinerassen die Norm ausmachen, eine gute Gelegenheit wäre, um in Höfe zu investieren, die sich der heimischen Schweinerasse widmen und die Tiere in Freilandhaltung aufziehen.

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