Bau des Thirty Meter Telescope (TMT) könnte auf die Kanaren verlagert werden

Das Bauprojekt des 30-Meter-Spiegelteleskops TMT (Thirty Meter Telescope), das derzeit von einer Kooperation des Caltech (California Insitute of Technology) mit kanadischen Universitäten innerhalb des Mauna-Kea-Observatoriums auf Hawaii gebaut wird, könnte angesichts des lokalen Widerstands schon bald auf die Kanaren verlagert werden. Das gigantische Teleskop-Projekt, das mit einem Wert von mehr als 1,2 Milliarden Euro angesetzt ist und sogar eine zehnfach höhere Auflösung als das Hubble-Weltraumteleskop erreichen soll, wird nämlich auf einem für die hawaiianische Bevölkerung heiligen Vulkanberg geplant und gilt somit als sehr umstritten.

Der starke Widerstand führte schließlich dazu, dass die ursprüngliche Baugenehmigung sogar vom obersten Gerichtshof des US-Bundesstaats Hawaii für ungültig erklärt wurde, sodass nun alternative Standorte gesucht werden. Neben zwei weiteren Verlagerungsmöglichkeiten in Chile und Mexiko wird auch das Roque-de-los-Muchachos-Observatorium in La Palma als Option untersucht.

Direktor Rafael Rebolo aus dem IAC (Institut für Astrophysik der Kanarischen Inseln) machte sich die umstrittene Situation auf Hawaii zu Nutze und setzte sich im Februar mit dem TMT-Vorstand in Verbindung. Nur einen Monat später reisten bereits Vertreter des Projekts auf die Kanaren, um sich von den Bedingungen vor Ort ein Bild zu machen. Das geweckte Interesse führte letztlich dazu, dass in den nächsten Wochen ein technisches Gremium auf La Palma erwartet wird, das sich dort um eine detailliertere Analyse des Standorts kümmern soll, um zu entscheiden, ob das weltweit größte Teleskop und somit eines der ambitioniertesten Projekte der Astrophysik schließlich auf die Kanaren umziehen wird.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Weitere Beiträge im Bereich Kanaren-Nachrichten