Ärger um Vandalismus am geschützten Vulkanberg Tindaya

Podomorfos b

Eingeritzte Liebesbotschaften und lustige kleine Zeichnungen, die von Besuchern der Berglandschaft gerne mal ohne weiteres Nachdenken im Gestein hinterlassen werden, haben nun für mächtig Ärger gesorgt. Nachdem es im Naturschutzgebiet von Tindaya zum wiederholten Male zu diversen Vorfällen von Vandalismus gekommen war, schlägt die „Coordinadora Montaña Tindaya“ – eine Vereinigung, die sich für den Schutz und die Erhaltung des „heiligen Berges“ einsetzt – Alarm und wirft der Inselverwaltung vor, nicht aktiv genug gegen das achtlose und ignorante Verhalten vieler Personen vorzugehen.

Durch derartige Aktionen würden einzigartige und archäologisch wertvolle Merkmale unwiederbringlich zerstört und somit ein Teil des kulturellen Inselerbes entwertet. Die Kritzeleien betreffen dabei direkt das geschützte Berggebiet, an dem man viele der gut erhaltenen Steingravuren der Ureinwohner finden kann. Diese sogenannten „podomorfos“, die Abbildungen von menschlichen Füßen ähneln und fast ausnahmslos in Richtung der untergehenden Sonne ausgerichtet sind, wurden bereits vor Jahrtausenden in die Felsen eingemeißelt. Eine Theorie besagt, dass diese Petroglyphen die Inselbewohner vor bösen Geistern schützen sollten.

Als die für den Schutz und die Erhaltung des historischen Inselerbes verantwortliche Institution wird letztlich das Cabildo der Fahrlässigkeit beschuldigt. Wie die Coordinadora bemängelte, hätte man nach mehr als fünf Jahren und sich immer wieder häufenden vandalistischen Vorfällen mehr unternehmen müssen, als nur den Zugang zum Berg gänzlich zu verbieten. Diese Maßnahme sei nicht nur unzureichend, sondern auch völlig wirkungslos, zumal täglich zahlreiche Personen – darunter größtenteils Touristen – auf den Berg steigen, dabei durch geschütztes Gebiet wandern und oft auch die ein oder andere historische Besonderheit zerstören.

Mit der Zeit hätten sich so bereits unzählige Anzeigen angehäuft, die ein kontinuierliches und unerlaubtes Betreten der Besucher beweisen und das völlige Fehlen jeglicher Kontroll- und Aufsichtsmaßnahmen bestätigen würden. Ärgerlich sei zudem, dass im Gegensatz dazu etwa während des im März gefeierten Treffens „Encuentro Canarias por Tindaya“ Anfragen von kleinen und geführten Besuchergruppen von vornherein abgelehnt worden seien, zumal die Touren in jenem Fall von ausgebildeten Archäologie- und Geschichtsexperten geleitet worden wären.

Zu guter Letzt bedeutet auch die Befürwortung des Chillida-Projekts zusätzlichen Zündstoff für die ohnehin schon gereizte Stimmung zwischen beiden Institutionen. „Natürlich ist der Bau eines Mammutprojektes, das schon vor seiner Realisierung bereits 30 Millionen Euro verschlungen hat, für die Inselverwaltung wichtiger als der Schutz der Geschichte und des Kulturguts von Fuerteventura“, hieß es.

Um schließlich etwas gegen die aktuelle Situation zu unternehmen, hat die Coordinadora nun angeboten, einen Aktions- und Bewirtschaftungsplan für den Tindaya-Berg zu entwerfen, der zum einen dessen Schutz garantieren und zum anderen eine Vermittlung der Geschichte ermöglichen soll.

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