Mutmaßlichem Sexualstraftäter aus Puerto del Rosario drohen 77 Jahre Haft

In Kürze entscheidet sich die weitere Zukunft von Eduardo P., dem ehemaligen Leiter des Handelsverbands Coleyca, der wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen vor Gericht steht. Die Vorwürfe gehen auf seine Zeit als Direktor der Kinder-Batucadagruppe „Besay“ zurück.

(Anm. der Redaktion: Batucada ist als eine afrikanisch beeinflusste Schlagzeugmusik eine Stilrichtung des brasilianischen Sambas). Für die insgesamt elf mutmaßlichen Fälle von sexuellem Missbrauch sowie der Produktion und Verbreitung von kinderpornografischem Material fordert die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von insgesamt 77 Jahren. Erwartet werden während den Verhandlungen die Aussagen von dreizehn Personen, darunter die der mutmaßlichen Opfern, deren Eltern sowie Zeugen seitens der Verteidigung. Zum Schutz der Privatsphäre aller Betroffenen finden die Gerichtsverhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Dem Angeklagten, der seit seiner Festnahme im September 2014 in Untersuchungshaft sitzt, wird konkret vorgeworfen in den Jahren 2013 und 2014 für mehrere sexuelle Übergriffe an Minderjährigen verantwortlich zu sein, zu denen es während zahlreichen Aktivitäten der besagten Batucada-Gruppe gekommen sein soll. Dazu zählen beispielsweise die Privatstunden, die Eduardo P. Kindern im Sitz der Vereinigung in Puerto del Rosario gegeben hat oder etwa Campingausflüge auf einer seiner privaten Fincas in La Asomada oder in Morro Jable.

Die unter “Fall Batucada” bekannten Missbrauchsvorwürfe hatten nach Bekanntwerden im September 2014 zu einem regelrechten Skandal auf Fuerteventura geführt, da der Mann als Leiter einer bekannten Wirtschaftsvereinigung und Zuständiger für die Organisation vieler lokaler Aktivitäten und Veranstaltungen auf der Insel vielen Bewohnern kein Unbekannter war. Nach seiner Verhaftung und dem Abtransport durch die Polizei wurde er von den betroffenen Eltern, die sich auf der Straße vor dem Sitz der Batucada versammelt hatten, heftig beleidigt und beschimpft. Ähnliche Szenen, bei denen Angehörige ihrer Wut freien Lauf ließen, spielten sich auch vor dem Gerichtsgebäude ab, als einige Personen sich auf das Polizeifahrzeug stürzten, mit dem der Angeklagte abgeholt wurde.

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