Iberdrola plant Batteriespeicher im Süden von Fuerteventura für fast 24 Mio Euro

Batteriespeicher-Pajara-Iberdrola

Wind und Sonne gibt es auf Fuerteventura im Überfluss. Nur mit der Nutzung hapert es noch. Lediglich 24,2% der Stromerzeugung auf Fuerteventura stammten im Jahr 2024 [neueste verfügbare amtliche Daten] aus regenerativen Energiequellen. Doch mit dem Bau von Batteriespeichern könnte der Ausbau der erneuerbaren auf Fuerteventura endlich Fahrt aufnehmen.

Die Generaldirektion für Energie (Dirección General de Energía) der kanarischen Regierung hat zwei von „Iberdrola Renovables Canarias“ Projekte für den Bau von Batteriespeichersystemen in der Gemeinde Pájara im Süden von Fuerteventura öffentlich ausgelegt. Die vorgesehenen Investitionen belaufen sich auf insgesamt mehr als 23,9 Millionen Euro.

Die Projekte tragen den Namen „Bess Bat Cañada 1“ bzw. „Bess Bat Cañada 2“. Die Systeme sollen durch die Speicherung von elektrischer Energie einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Stromversorgung auf Fuerteventura leisten.

Investitionen von fast 24 Millionen Euro

Für das Projekt Bess Bat Cañada 1 ist ein Budget von 10.018.092 Euro vorgesehen. Für Bess Bat Cañada 2 werden die Baukosten mit 10.676.311 Euro veranschlagt. Hinzu kommen in beiden Verfahren jeweils weitere 1.613.236 Euro für den Bau eines gemeinsamen Umspannwerks sowie einer unterirdischen Hochspannungsleitung zur Netzanbindung.

Damit ergibt sich eine geplante Gesamtinvestition von 23.920.877 Euro.

Mehr als 107 Megawattstunden Speicherkapazität

Den veröffentlichten Unterlagen zufolge werden beide Anlagen zusammen über eine Speicherkapazität von 107,8 Megawattstunden (MWh) und eine Leistung von insgesamt rund 25 Megawatt verfügen. Damit könnte die Batterie unter Volllast rund 4 Stunden Strom liefern.

Alle Haushalte der Gemeinde Pájara mit rund 25.000 Einwohnern verbrauchen pro Tag im Schnitt rund 90MWh. Die beiden Batteriespeicher könnten also alle Haushalte von Pájara einen Tag lang mit Strom versorgen.

Die Anlage Bess Bat Cañada 1 soll eine Kapazität von 51,544 MWh erhalten. Vorgesehen sind drei Wechselrichter mit einer Gesamtleistung von 12,07 Megavoltampere (MVA), zwei Transformatoren mit jeweils 12,7 MVA Leistung, elf Batteriecontainer sowie ein eingezäuntes Gelände von 4.033 Quadratmetern.
Bess Bat Cañada 2 wird über eine Kapazität von 56,229 MWh verfügen. Geplant sind vier Wechselrichter mit einer gemeinsamen Leistung von 13,16 MVA, zwei Transformatoren mit jeweils 7 MVA Leistung, zwölf Batteriecontainer und eine eingezäunte Fläche von 4.467 Quadratmetern.
Zusammen werden die beiden Anlagen eine Fläche von 8.501 Quadratmetern beanspruchen. Insgesamt sollen 23 Batteriecontainer installiert werden. Die Länge der vorgesehenen Umzäunung beträgt insgesamt 604 Meter.

Neben den Batteriespeichern umfasst das Vorhaben auch die notwendige Infrastruktur für die Einspeisung der gespeicherten Energie in das Stromnetz. Dazu gehören unterirdische Mittelspannungsleitungen mit einer Länge von 69 Metern bei Bess Bat Cañada 1 und 137 Metern bei Bess Bat Cañada 2.

Neues Umspannwerk und Anschluss an das Inselnetz

Geplant ist außerdem die Errichtung eines Umspannwerks mit der Bezeichnung „Sistema de Almacenamiento de Energía Bat Cañada 1 y 2“. Dieses soll mit einem Transformator von 55 MVA Leistung sowie einer internen Schaltanlage mit 30 Kilovolt (kV) ausgestattet werden.

Für die Anbindung an das Stromnetz ist darüber hinaus eine 125,1 Meter lange unterirdische 132-kV-Transportleitung vorgesehen. Diese wird mit dem Umspannwerk „Cañada de la Barca“ der Red Eléctrica de España (REE) verbunden.

Beitrag zur Energiewende auf Fuerteventura

Batteriespeicher gelten als zentrale Infrastruktur für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Da Windkraft- und Photovoltaikanlagen Strom nicht kontinuierlich produzieren, ermöglichen Batteriesysteme die Zwischenspeicherung von Energie und deren spätere Einspeisung in das Netz. Dies trägt zur Stabilisierung des isolierten Inselstromnetzes auf Fuerteventura bei und kann helfen, Schwankungen bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen auszugleichen.
Die beiden Vorhaben unterliegen dem Verfahren der vereinfachten Umweltverträglichkeitsprüfung. Die von der kanarischen Regierung eingeleiteten Verfahren befinden sich derzeit in der öffentlichen Auslegung. Bürger, Unternehmen und Organisationen können innerhalb einer Frist von 30 Tagen Stellungnahmen und Einwände zu den Projekten einreichen.

Sollte die Genehmigung erteilt werden, würden die beiden Batteriespeicher zu den größten Energiespeicherprojekten auf Fuerteventura zählen und einen weiteren Schritt beim Ausbau der Energieinfrastruktur der Insel darstellen.

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