Puerto del Rosario: Anlegestelle für Öltanker wird um 250 Meter verlängert

Hafen von Puerto del Rosario, Hauptstadt von Fuerteventura

Ohne Öl gäbe es auf Fuerteventura weder Strom noch Trinkwasser. Das einzige Elektrizitäts-Kraftwerk der Insel steht mitten in der Hauptstadt Puerto del Rosario. Befeuert wird es mit Öl, das mit Tankschiffen angeliefert werden muss. Das Kraftwerk erzeugt den größten Teil des Stroms, den Fuerteventura verbraucht. Einen nicht unerheblicher Anteil davon verschlingt der Betrieb von Meerwasserentsalzungsanlagen. Das Trinkwasser auf Fuerteventura ist nämlich zu 100% entsalztes Meerwasser.

Kraftwerk und Hafen konnten nicht mit der Bevölkerungsentwicklung auf Fuerteventura mithalten

Genauso wenig wie das Kraftwerk mit der Bevölkerungsentwicklung auf Fuerteventura in den letzten Jahrzehnten mithalten konnte, reicht die Kapazität des Hafens von Puerto del Rosario aus, um mit den gewachsenen Anforderungen mitzuhalten. Mehr Bevölkerung bedeutet mehr Containerschiffsverkehr zur Versorgung mit Handelswaren, mehr Fährverkehr für Reisen zwischen den Inseln und natürlich mehr Bedarf an Elektrizität und somit an Öl. Darüber hinaus hat sich der Hafen von Puerto del Rosario immer mehr als Ziel für Kreuzfahrttouristen entwickelt.

Es ist also nicht überraschend, dass der Hafen von Puerto del Rosario für seine mit den Jahren gewachsenen Aufgaben einfach viel zu klein geworden ist. Es kommt regelmäßig zu Staus und Verzögerungen beim An- und Ablegen von Schiffen.
Ende April 2018 hat die Kanarische Hafenbehörde ein Projekt für die Erweiterung des Hafens vorgestellt. Die Anlegestelle soll um 250 Meter verlängert werden. Damit bekommen die Öltanker einen eigenen Bereich zum Abpumpen ihrer Ladung. Die Kosten für diese Baumaßnahme belaufen sich auf rund 25,5 Mio. Euro. Davon stammen 85% von der EU. Die verlängerte Anlegestelle soll 2020 fertiggestellt sein. Weitere 4,5 Mio. Euro sollen für weitere Umbau- und Erweiterungsarbeiten ausgegeben werden.

Mehr Hafenfläche für Kreuzfahrer

Außerdem sollen die Flächen, die zurzeit als Parkplätze dienen, umgestaltet und vergrößert werden. Ca. 4.000m² an zusätzlicher Fläche sollen entstehen. Rund 30% davon sollen der Segelschule zugute kommen. Der Rest soll zum Parkplatz für bis zu 40 Busse werden, damit diese die Kreuzfahrttouristen besser abtransportieren können.
Puerto del Rosario hat sich zum sechstgrößten Kreuzfahrthafen der Region Kanaren-Madeira-Azoren-Afrikanische Küste entwickelt. Nun muss sich der Hafen an einen neuen Trend anpassen: Die Schiffe werden immer größer. Schon in der nächsten Saison soll erstmals die Aida Nova anlegen, die doppelt so viele Passagiere an Bord hat, wie die bisherigen Kreuzfahrtschiffe.

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