Panne beim Ablegen des ersten Kreuzfahrtschiffes in Gran Tarajal

Balmore Gran Tarajal w

Eigentlich sollte es der Auftakt zu einer neuen Epoche des Hafens von Gran Tarajal werden. Der erste Besuch eines Kreuzfahrschiffes seit über 5 Jahren wurde von den Einwohnern und Politikern sehnlich erwartet und entsprechend gefeiert.

Das Kreuzfahrtschiff Balmoral war am Morgen des 02.12.2018 im Hafen von Gran Tarajal eingelaufen. Eigentlich sollte sie noch am selben Tag gegen 14:00 Uhr wieder auslaufen.

Doch letztlich musste die Balmoral rund 22 Stunden länger als geplant in Gran Tarajal ausharren. Der Kapitän hatte bei der Hafenbehörde eine Verlängerung der Liegezeit beantragt und für das Ablegemanöver einen Schlepper angefordert. Dieser musste jedoch aus dem Hafen von Puerto del Rosario anrücken.

Mit einer Länge von 218 Metern und einer Breite von 28,20 Metern ist die Balmoral scheinbar etwas zu groß für den Hafen von Gran Tarajal.

Zu der Frage, wer nun die Verzögerung zu verantworten hat, gab es keine offiziellen Angaben. Es ist zu vermuten, dass ein erfahrener Kapitän schon beim Anlegen geahnt haben dürfte, dass er zum Ablegen die Hilfe eines Schleppers brauchen würde. Möglicherweise hat er nicht damit gerechnet, dass im Hafen von Gran Tarajal kein Schlepper permanent stationiert ist.

Die Anwohner von Gran Tarajal und die Politiker von Tuineje versprechen sich viel von regelmäßigen Besuchen von Kreuzfahrtschiffen. Daher steht nun die Forderung nach einer Vergrößerung des Hafens im Raum, um die Möglichkeiten für große Kreuzfahrschiffe zu verbessern.

Würde sich eine Erweiterung des Hafens von Gran Tarajal für Kreuzfahrtschiffe überhaupt lohnen?

Die jetzige Panne könnte jedoch ein herber Rückschlag sein. Für Dezember war ein weitere Besuch der Balmore geplant. Ob die Reederei nun in Anbetracht der Panne nun ihre Route ändert und Gran Tarajal aus ihrem Programm streicht, bleibt abzuwarten.

Der Aufenthalt der Balmore im Hafen von Gran Tarajal war nur für wenige Stunden geplant. Solche kurzen Aufenthalte geben den Kreuzfahrttouristen kaum die Möglichkeit, Fuerteventura bei Landausflügen besser kennenzulernen. Daher bleibt eigentlich nur ein Besuch von Gran Tarajal selbst und der näheren Umgebung. Da die Gäste an Bord der Schiffe in aller Regel bestens gefüttert werden, dürften Gastronomie-Betriebe in der Stadt von den kurzen Besucherschüben kaum profitieren. Auch die Shoppingmöglichkeiten in Gran Tarajal sind relativ begrenzt. Und es ist kaum zu erwarten, dass sich daran durch ein paar wenige Kreuzfahrtschiffe in der Wintersaison etwas ändern kann.

Bevor also Millionen in eine Erweiterung des Hafens von Gran Tarajal gesteckt werden, sollten die Entscheider gut nachrechnen, ob eine solche Investition überhaupt eine nennenswerte Rendite bringen kann. Immerhin gibt es mit Puerto del Rosario und Corralejo bereits Wettbewerber, die bereits im Geschäft sind bzw. ebenfalls Kreuzfahrer anlocken wollen.

3 Kommentare

  1. Auf dem Bug des Schiffes steht “Balmoral”. Danke für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.

  2. Wie heisst jetzt der Seelenverkäufer? Balmoral oder Balmore? Entscheidet Euch, lokales Tageblaettchen…😊

  3. Sehr schön wäre es wenn man alles so belassen würde wie es ist . Gran Tarajal ist ein schöner beschaulicher Ort ohne viel Touristen Rummel weshalb ich den Ort regelmäßig besuche wenn ich Uralub auf Fuerteventura mache.Die Strandpromenade ist einzigartig ebenso die ganze Bucht .Kurz gesagt ein romantischer Ort. Kreuzfahrtschiffe können ja in Puerte del Rosario vor Anker gehen der Hafen ist groß genug da braucht man den in Gran Tarajal nicht auch noch verunstalten.

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