Grausiger Fund auf Gran Canaria: deutsches Ehepaar lag über 5 Tage tot in Wohnung

Auch wenn zunächst nichts auf ein Verbrechen hindeutet, machten Feuerwehrmänner in einer Wohnung in Vecindario auf Gran Canaria am 2.12.2018 eine grausige Entdeckung.

In der Wohnung wohnten der 68-jährige Deutsche Rudolf mit seiner 65-jährigen Ehefrau Melchiar. Nachbarn hatten Rudolf seit dem 24.11.2018 nicht mehr gesehen. Sein Mercedes E war in der Straße seit über einer Woche falsch geparkt. Auf einem Terrassentisch standen eine Flasche weißer Rum und eine Dose Cola. In der Nachbarschaft war bekannt, dass Rudolf dem Alkohol nicht abgeneigt war, häufig zu viel trank, gelegentlich auf der Terrasse stürzte und dann Hilfe der Nachbarn brauchte.

Trotzdem lebte er quasi für seine Frau, die wegen einer Krankheit ans Bett gefesselt war. Wegen seiner mangelnden Spanischkenntnisse hatte er nur wenig Konktakt zu den Nachbarn. Dennoch bat er sie hin und wieder um Hilfe, wenn er Melchiar bewegen musste, z.B. um sie ins Krankenhaus zu bringen.

Nachdem die Nachbarn Rudolf seit Samstag nicht mehr gesehen hatten und wegen der anderen Hinweise darauf, dass irgend etwas nicht stimmte, verständigten sie am Mittwoch die Gemeindepolizei von Santa Lucía.

Die Gemeindepolizei konnte jedoch bei ihrem ersten Besuch am Mittwoch nichts tun. Auch zwei Tage danach sahen die Beamten keinen Anlass, etwas zu unternehmen, als sie erneut vorbei schauten. Am Samstag, den 01.12.2018 alarmierten die Anwohner erneut die Polizei, weil sich ein starker Verwesungsgeruch aus der Wohnung verbreitete.

Polizei fordert technische Hilfe von Feuerwehr an

Nun kam die Guardia Civil, die jedoch die Wohnung nicht betreten konnte, weil beide Türen von innen abgeschlossen waren. Sie forderten technischen Unterstützung von der Feuerwehr an. Diese verschaffte sich dann von einer Nachbarwohnung aus über ein Fenster im Obergeschoss Zugang.

Im Erdgeschoss fanden sie dann zuerst die bereits verwesende Leiche von Rudolf. Er lag mit dem Gesicht nach unten am Fuß der Treppe auf dem Fußboden. Er wies jedoch keine äußeren Verletzungen auf, die auf eine Gewalteinwirkung oder einen Sturz hinweisen würden. Wenige Meter entfernt lag Melchiar auf dem Rücken in ihrem Bett. Dies war im Wohnzimmer aufgestellt, da ihr der Zugang zum Schlafzimmer im Obergeschoss unmöglich war.

Erst eine Obduktion kann Klarheit über die Todesursache schaffen. In einer ersten Theorie gehen die Ermittler jedoch davon aus, dass Rudolf eines natürlichen Todes gestorben ist. Seine Frau ist dann vermutlich gestorben, weil sie von der Versorgung mit Medikamenten und Lebensmitteln von ihrem Mann abhängig war. Die Polizei vermutet, dass die beiden seit mindestens 5 Tagen tot ihrer Wohnung gelegen haben. Möglicherweise liegt der Todeszeitpunkt von Rudolf sogar noch weiter zurück.

Die Wohnung war unaufgeräumt. Wäsche lag herum. Dennoch gibt es keine Anzeichen, dass weitere Personen in den Tod des Ehepaars involviert waren. Die Leichen der beiden wurden zur Obduktion in das Rechtsmedizinische Institut von Las Palmas de Gran Canaria gebracht.

2 Kommentare

  1. Ooohhmmm. Herr Rengel – was ist das denn für eine Aussage?

    Ich finde es bedauerlich und bedenklich das die Polizei nicht schon beim ersten Besuch dort mehr versucht hat.

  2. Wirklich schade um die beiden Leute .Jeder ist einmal an der Reihe ,wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

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