#PopCornBeach: Der Fluch des Ruhms

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Ende letzten Jahres begann ein wahrer Hype um den „Popcorn Strand“. Was mit ein paar Instagram Fotos begann, weitete sich immer mehr aus und plötzlich wollten alle zum Popcorn Strand.

Tatsächlich gibt es im Norden von Fuerteventura, bei Majanicho, einen Strand, der so aussieht wie der Fußboden in einem Kinosaal nach der Vorstellung. Es scheint so, als würde tonnenweise Popcorn am Strand liegen.

Auch wenn Fuerteventura für viele Urlauber das Paradies ist, liegt natürlich kein frisch gepoppter Mais einfach so am Strand herum.

Allerdings handelt es sich beim dem „Popcorn“ an Fuerteventura Nordküste keineswegs um Korallen. Dies war fälschlicherweise deutschlandweit in den Medien zu lesen. Vielmehr handelt es sich um um Kalkalgen. Natürlich führt deren wissenschaftliche Name „corallinales“ leicht zu einer Verwechslung mit „Korallen“.

Fuerteventuras Popcorn ist vegan

Der wichtigste Unterschied: Kalkalgen (corallinales) gehören zum Reich der Pflanzen. Korallen dagegen gehören zum Reich der Tiere, genauer zu den Nesseltieren. Das „Popcorn“ in Fuerteventuras Norden ist also absolut vegan.

Ein weiterer wichtiger Unterschied: Korallen leben sessil, also sesshaft. Die Kalkalgen, die in den Gewässern zwischen Lanzarote und Fuerteventura vorkommen, leben dagegen lose in Form von Kügelchen am Meeresboden. Das erklärt auch, warum sie so massenhaft ausgerechnet an der Nordküste Fuerteventuras vorkommen. Dort werden ihre sterblichen Reste, nämlich ihr Kalkskelett, von den Wellen angespült.

Zwei Seiten einer Medaille

Der Ruhm des Popcorn Strands hat aber auch Schattenseiten. Viele Besucher nehmen sich einfach „Popcorn“ als Erinnerung mit.

Das wird aber auf Dauer dazu führen, dass die Kalkalgen nicht mehr durch Erosion zu Sand und damit zu Strand werden können.

Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass allein über den Flughafen von Fuerteventura jeden Monat ca. 10kg des „Popcorns“ in den Koffern, Taschen und Rucksäcken der Touristen den Weg von der Insel geht. Nicht eingerechnet sind die Menschen auf der Insel, die sich die Kalkalgen als Deko für den Garten oder ähnliches mitnehmen.

Mitnahme verboten

Auch wenn der Popcorn Beach nicht in einem Naturschutzgebiet liegt, verbietet das Küstengesetz (Ley de Costas) die Mitnahme von Sand, Steinen oder auch Kalkalgen vom Strand.

Im Rahmen der Aktion #PasaSinHuellaPorLaOliva (Sei unterwegs in La Oliva ohne Spuren zu hinterlassen) stellt die Gemeinde jetzt Hinweistafeln auf, um auf das Problem hinzuweisen. Dabei geht es ebenso darum, nicht die (leider inzwischen typischen) Steinhäufchen zu Bauen, oder irgendwelche Bildchen oder Figuren in den Sandstein zu kratzen, oder seinen Namen auf Felsen zu sprühen.

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass man keine Spuren in der Natur hinterlässt. Da es aber immer und immer mehr passiert, regt die Aktion vielleicht wenigstens den einen oder anderen zum Umdenken an.

Und wenn jetzt alle den Popcorn Strand nur noch besuchen, um Fotos mit dem wohl berühmtesten Popcorn der Kanaren zu machen, wäre der Umwelt und damit uns allen geholfen!

7 Kommentare

  1. Alles besitzen zu wollen ,tätigen die , welche zu wenig haben , die Anderen fühlen sich wohlig genug , und brauchen weniger ,als das was sie eh schon haben

  2. Das ist leider so, wir fliegen dieses Jahr das 6 mal nach Fuerte und waren bei all unseren Ausflügen noch nie ganz oben über Corralejo. Dieses Jahr wollen wir dieses Stück Natur auch mal sehen und hoffen das man noch nicht alles davon weggetragen hat.

  3. Warum muß der Mensch alles besitzen? Und zu Hause wird es dann irgendwann im Müll entsorgt, weil man diese Deko nicht mehr braucht.

  4. Schade dass Menschen immer alles besitzen müssen…lasst bitte was der Natur gehört , der Natur, die Schönheit unserer Insel wird es euch danken!!

  5. Adolfo meint!
    Kein Tier auf der Welt ist so doof und würde jemals seinen eigenen Lebensraum zerstören!
    Der Mensch jedoch macht das täglich!
    Saludos Adolfo

  6. Es ist immer und überall auf der Welt das gleiche Problem , die Menschen können nicht genießen ohne zu besitzen … traurige Realität …

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