Popcorn-Dilemma am Flughafen von Fuerteventura

Pocorn-vom-Strand-an-Fuerteventuras-Flughafen

Nachdem der Popcorn-Strand an der Nordküste Fuerteventuras in den sozialen Medien zum viralen Hype wurde, häufen sich am Flughafen der Insel im wahrsten Sinne des Wortes die Probleme mit dem Popcorn von diesem Strand.

Fast jeden Tag beschlagnahmen die Beamten der Guardia Civil massenhaft Rodoliten, wie die versteinerten Algen eigentlich heißen, bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen von Fuerteventura. Außerdem finden sie regelmäßig Muscheln und in Flaschen abgefüllten Sand.

Wegen bürokratischer Hürden kann aber das beschlagnahmte Material nicht einfach wieder an seinen Ursprung am Popcornstrand in Fuerteventuras Norden zurückgebracht werden. Dazu müsste eine Firma beauftragt werden, die für Abfallentsorgung autorisiert ist. So bleibt den Beamten am Flughafen zurzeit nichts anderes übrig, als das beschlagnahmte Popcorn im normalen Müll zu entsorgen.

Die Vertreter der konservativen Partei Partido Popular (PP) haben beim Inselrat einen Antrag eingereicht, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, dass die versteinerten Algen wieder an den Strand bei Majanicho zurückgebracht werden können. Außerdem müssten Touristen dafür sensibilisiert werden, dass das Popcorn an Ort und Stelle zu bleiben hat und auf keinen Fall mitgenommen werden darf.

Das Mitnehmen von Popcorn ist verboten aber nicht sanktionierbar

Wahrscheinlich ließe sich die Öffentlichkeit wesentlich leichter sensibilisieren, wenn man den Umweltübeltätern an die sensible Geldbörse gehen könnte.

In vielen anderen Ländern ist das Mitnehmen von Steinen, Muscheln oder vergleichbaren Andenken aus der Natur als Straftat qualifiziert. Dort drohen empfindliche Geldstrafen oder sogar Haftstrafen. Und aus Angst vor einem türkischen oder ägyptischen Gefängnis (oder auch nur einer Nacht in Polizeigewahrsam) kommt wohl kaum ein Tourist auf die Idee, aus diesen Ländern etwas Verbotenes mitgehen zu lassen.

In Spanien ist das Mitnehmen von „Popcorn“ dagegen nur eine Ordnungswidrigkeit. Wie die PP in ihrer Pressemitteilung erklärt, können die Polizisten am Flughafen von Fuerteventura bei ausländischen „Schmugglern“ nichts weiter machen, als die Gegenstände zu beschlagnahmen.

Auf die Einleitung eines Bußgeldverfahrens müssen die Beamten dagegen verzichten, da es dafür keine Abkommen zwischen den verschiedenen Ländern gibt. Die Zustellung und die Vollstreckung der Bußgeldbescheide wäre daher nicht möglich.

Und so werden sich auch weiterhin jeden Tag hunderte Kilo Pocorn, Sand, Muscheln und Vulkangestein am Flughafen von Fuerteventura ansammeln, wenn die Menschen nicht zur Vernunft kommen oder die Politik sich etwas einfallen lässt.

Bitte nur angucken aber auf keinen Fall mitnehmen

Der virale Hype um den Popcornstrand ist wohl nicht mehr aufzuhalten. Um so wichtiger ist es nun tatsächlich, darüber aufzuklären, dass dieses Popcorn an den Strand gehört und nirgendwo sonst hin. Eigentlich sollte ohnehin jedem klar sein, dass die versteinerten Kalkalgen außerhalb ihrer natürlichen Umgebung praktisch jegliche Faszination verlieren.

Wenn es sich herumspräche, dass es sehr teuer wird, wenn man Popcorn vom Strand klaut, wäre das Problem wohl schnell gelöst.

Ein ordentliches Bußgeld, das direkt am Flughafen fällig wird oder ersatzweise eine Nacht im Polizeigewahrsam mit der Konsequenz, dass der Missetäter seinen Flug verpasst, spricht sich in den sozialen Netzwerken schneller herum, als eine Aufklärungskampagne mit Schildern, die eh keiner beachtet.

Der Popcornstrand im Norden von Fuerteventura. Bitte nur angucken. Nicht mitnehmen!

1 Kommentar

  1. Ich habe mit meiner Familie den Strand besucht und die Familie instruiert, dass nichts mitgenommen werden darf. Das haben auch alle verstanden und sich dran gehalten. In den Schuhen meines jüngsten haben sich aber trotzdem ein paar Popcorn-Stücke verirrt. (So 4-5 waren es wohl.) Was soll man machen? Man kann sie auch nur wegwerfen, denn wir kamen nicht noch einmal in den Norden der Insel. Ist halt doof, aber nicht immer böse Absicht.

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