Wackelkandidat mit Krückstock zurück in Jandia

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Am 13.02.2019 hatten wir von der Stahlskulptur mit dem offiziellen Namen „El hombre desaparecido“ („Der verschwundene Mann“) berichtet. Diese Skulptur war im Rahmen des 5. internationalen Bildhauersymposisums im November 2018 in Morro Jable entstanden.

Damals hatte die Gemeindeverwaltung von Pájara offenbar keinen Plan, wo genau im Süden Fuerteventuras sie die zahlreichen neu entstandenen Kunstwerke noch aufstellen sollte. Schließlich mussten die Skulpturen mehrere Monate lang an ihrem Entstehungsort auf Holzpaletten gestapelt ausharren, bis sie schließlich an ihren Bestimmungsort gebracht wurden.

Doch im Falle des „Verschwundenen Mannes“, der sich schnell den Spitznamen „Stahlzombie“ verdient hatte, währte die Freude am neuen Standort beim Leuchtturm von Jandia nicht lange.

Skulptur wackelte schon bei leichtem Wind bedrohlich stark

Uns war aufgefallen, dass die Skulptur schon bei mäßigem Wind extrem stark zu wackeln anfing. Die Schwingungen waren so heftig, dass es nur eine Frage der Zeit war, wann der Stahlzombie an Materialermüdung zusammenbrechen würde. Wir berichteten darüber und informierten die Gemeindepolizei über unsere Bedenken. Wenige Tage später war der „Verschwundene Mann“, den wir inzwischen „Wackelkandidat“ getauft hatten, tatsächlich wieder verschwunden.

Offenbar haben die für Kultur Verantwortlichen in der Gemeinde unsere Sicherheitsbedenken geteilt. Denn Ende Oktober 2019, also mittlerweile fast ein ganzes Jahr nach seiner Schöpfung, ist der Wackelkandidat zurück in Jandia.

Wie auf einen Krückstock gestützt und mit verstärkten Achillesfersen trotzt der nun dem Wind, der im Süden Fuerteventuras oft sehr stark weht. Eine Stahlstütze, die so aussieht, als wäre sie auf irgendeiner Baustelle übrig geblieben, dient dem Stahlzombie nun als Schwingungsdämpfer.

Auch wenn der verschwundene und wieder aufgetauchte Mann nun deutlich stabiler steht, wirkt er mit seiner Stehhilfe nun fast noch zerbrechlicher.

Wie gut, dass Kunst nicht unbedingt schön sein muss…

2 Kommentare

  1. Meiner Meinung nach war das Ding durch seinen Aufbau statisch gesehen nichts anderes als eine Feder und Schwingungen hätten zu keiner Ermüdung führen können, nun hingegen ist es ein zum Teil starres Gebilde mit schwer einschätzbarer Statik. Jetzt sieht das Ding sch…e aus und Brüchen sind zwischen dem flexiblen und dem starren Teil möglich.

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