Verkehrsministerium will Notfall-Landebahn auf Fuerteventuras Flughafen abschaffen

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Die Pläne des spanischen Verkehrsministeriums, die Notfallpiste auf dem Flughafen von Fuerteventura offiziell abzuschaffen, erregt bei allen Oppositionsparteien heftige Kritik.

De facto hat die Eliminierung der Notfallbahn jedoch schon viel früher begonnen. Im Rahmen der Sparmaßnahmen und der Privatisierung des spanischen Flughafenbetreibers AENA wurde zunächst der Betrieb durch Entfernung der Beleuchtung eingeschränkt und dann durch den Wegfall der Bahnmarkierungen völlig unmöglich gemacht.

Trotzdem taucht die Notfallpiste in der Luftfahrt-Kartografie des Flughafens von Fuerteventura noch immer als voll einsatzfähig auf.

Das Verkehrsministerium und der Flughafenbetreiber AENA haben nun offenbar vor, die Notfallpiste auch offiziell aus den Luftfahrtkarten zu streichen.

Die Bedeutung einer Ausweichpiste wurde zuletzt im September 2017 deutlich. Damals platzten bei einer Tui-Maschine zwei Reifen. Die einzige Start- und Landebahn am Flughafen von Fuerteventura war daraufhin für mehrere Stunden blockiert. Der Flugbetrieb kam vollständig zum Erliegen, weil die Ausweichpiste nicht Einsatzbereit war.

Die Notfall-Landebahn auf Fuerteventura wurde nach einem Unfall im Jahr 2002 gebaut

Die Notfall-Landebahn am Flughafen von Fuerteventura wurde nach einem Unfall bei der Landung einer Boeing 737-400 der Fluggesellschaft Happag-Lloyd im Jahr 2002 gebaut. Der Pilot legte eine Bruchlandung hin, bei der das Fahrwerk des Flugzeugs beschädigt wurde. Weder die 82 Passagiere noch die Besatzung wurden verletzt.

Doch das Flugzeug blieb mitten auf der Landebahn stehen und ließ sich nicht bewegen. Der Flughafen war für mehrere Tage blockiert. Niemand konnte Fuerteventura per Flugzeug verlassen oder anreisen.

Damals erkannte man, dass ein Urlaubsziel wie Fuerteventura, dessen Wirtschaft nahezu zu 100% vom Flugverkehr abhängt, sich nicht auf eine einzige Start- und Landebahn verlassen kann.

Die Start- und Landebahn wurde auf 3.400 Meter verlängert und eine zweite Ausweichlandebahn mit einer Länge von 2.400 Metern gebaut, die 2003 in Betrieb ging.

Insbesondere Inseln, die nur über einen einzigen Flughafen verfügen, ist eine Notfall-Landebahn eine extrem wichtige Einrichtung.

Selbst kleinere Flughäfen wie Ibiza oder Menorca haben eine Notfallpiste. Gran Canaria hat sogar zwei vollwertige Landebahnen. Und Teneriffa hat sogar zwei Flughäfen, auf die im Notfall ausgewichen werden kann.

Fuerteventura ist nach wie vor einer der rentabelsten Flughäfen des spanischen Flughafenbetreibers AENA. Deshalb stoßen die Pläne, die Ausweichlandebahn abzuschaffen, auf besonders großes Unverständnis.

2 Kommentare

  1. Man will diese Insel völlig ruinieren. Keine Investitionen in Infrastruktur in den letzten Jahren, dafür sinnlose Kunstwerke und eine Ausstellung über Willi Brandt. Bevor man an diese gelangt, bricht man sich die Knochen auf der völlig kaputten Promenade. Für die Inselregierung waren die Touristen nur eine Geldquelle. Ich habe daraus meine Konsequenzen gezogen und weile gerade in Agadir. Super Strand, fast noch breiter wie auf Fuerte, tolle Promenade, Liegen gratis und hochwertige Getränke, nichts gepanschtes.

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