„RIU ist kein Opfer“ – Öko-Aktivisten fordern Sanktionen gegen Oliva Beach

Oliva Beach Fuerteventura w

„Der internationale Konzern RIU hat essentielle Informationen über den Apartmentkomplex des Oliva Beach, der mitten in den Dünen von Corralejo errichtet wurde, gefälscht und zurückgehalten. Wären diese bekannt gewesen, hätte dies die Konzession für das öffentlichen Eigentum, von der er seit 2003 profitiert, verhindert. Daher kann er sich nicht als Opfer hinstellen“.

Dies ist die Ansicht des Umweltaktivisten-Verbands Ben Magec, nachdem er von den Gutachten der Staatsanwaltschaft und der „Generaldirektion für Nachhaltigkeit der Küste und des Meeres“ (kurz „Küstenbehörde“) Kenntnis erlangt hat. Die Gutachten kamen zu dem Schluss, dass die Konzession für 432 Apartments und 10 Ladenlokale des Oliva Beach nichtig seien, da RIU die Grundvoraussetzung nicht erfüllt hatte, Eigentümerin sämtlicher betroffenen Immobilien zu sein.

Das Ministerium für Ökologische Transition hat ein Verfahren eingeleitet, um die Konzession für das Oliva Beach zu revidieren. Ben Magec fordert, dass das Verfahren beschleunigt wird und dass die Konzession annulliert wird.

„Die rechtliche Grundlage der Bauten, die in die Dünen gebaut wurden, steht in Frage, und damit auch der Fortbestand derselben auf dem öffentlichen Grund und Boden des Küstenstreifens“, erklärt der Ökologisten-Verband.

Die Einschätzung des Ministeriums ist außerdem, dass der Apartmentkomplex legal keine Konzession erhalten konnte, weil er nicht vor Inkrafttreten des Küstengesetzes im Jahr 1988 fertiggestellt und in Betrieb genommen worden ist.

(Siehe unseren Artikel: „Wende im Fall RIU Oliva Beach – Abriss statt Renovierung?“)

„RIU ist der einzige Verantwortliche für diese Situation“, gibt der Ökologisten-Verband an und kritisiert das „Dilemma zwischen dem Fortbestand der Arbeitsplätze einerseits, sowie der Einhaltung der Gesetze und dem Erhalt der Umwelt andererseits, das absichtlich vom Unternehmen kreiert wurde“.

„Doch diese Zweiteilung existiert nicht“, erklärt Noelia Sánchez, Sekretärin der „Ecologistas en acción“ auf den Kanarischen Inseln.

„Diese Geschichte ist auf falschen Tatsachen aufgebaut worden und ist komplett manipuliert“, behauptet die Sprecherin der Ökologisten.

Ben Magec hat außerdem beim Ministerium beantragt, ein Sanktionsverfahren gegen RIU wegen „schwerer Verstöße gegen das Küstengesetz“ einzuleiten.

Drohung mit Massenentlassungen durch RIU

Das Tourismusunternehmen hatte im vergangenen Jahr Druck durch eine Kampagne aufgebaut. Es drohte mit der Einleitung eines Massenentlassungsverfahrens für die Belegschaft von 370 Mitarbeitern.

Die Gewerkschaften haben die Kampagne unterstützt, während die „verantwortlichen Politiker verschiedener Richtungen öffentlich dem multinationalen Hotelkonzern ihre uneingeschränkte Unterstützung gezeigt haben“, und „der Sektor der Kommunikationsmedien ihren Fokus auf die Handlungen der Verwaltung gerichtet und diese als reaktionär und gegen das öffentliche Interesse dargestellt haben“, gibt der Ökologisten-Verband an.

Aus Sicht von Ben Magec müsse „RIU, wenn es sich als soziales und der Umwelt verpflichtetes Unternehmen darstellen wolle, die Verantwortung für sein Handeln übernehmen und Alternativen zur Eröffnung eines Massenentlassungsverfahrens anbieten, besonders im Hinblick darauf, dass es drei weitere große Hotels auf Fuerteventura betreibt“.

Die RIU-Gruppe betreibt insgesamt rund 100 Hotels und beschäftigt fast 30.000 Mitarbeiter und erzielt eine Jahresumsatz von über 2.1 Mrd. Euro.

„Auf die selbe Weise, wie die Beschäftigung nicht steigt, wenn die Gewinne steigen, und wohl wissend, dass das Szenario, in dem das Oliva Beach sich jetzt befindet, eintreten konnte, hat man keine Lösungen für die Beschäftigten vorgesehen“.

Außergewöhnliches Dünensystem im Norden Fuerteventuras

Der „Naturpark der Dünen von Corralejo“ steht im Zentrum des Interesses vieler Umweltschutzorganisationen, allen voran „Ökologisten in Aktion- Ben Magec“, „um die Einhaltung der geltenden Umweltschutzgesetze durchzusetzen“.

Dies wird auch eines der Kernthemen der Kampagne „Ohne Biodiversität gibt es kein Leben“ sein, die im Laufe des Jahres 2020 verbreitet wird. Während des Klimagipfels in Madrid, wurde die Situation der Dünen als Beispiel für ein „Naturschutzgebiet“ angeführt, „das spekulativen Interessen unterworfen worden ist“, erklärte Honorio Galindo, Präsident von Turcón, einer der Gruppen, die als Beteiligten in dem Verwaltungsverfahren involviert sind.

Das Oliva Beach befindet sich in einem „lebendigen und außergewöhnlichen Dünensystem von großem natürlichen und landschaftlichem Wert“, erklären die Umweltschützer.

Dies belegt auch die Tatsache, dass das Gebiet von verschiedenen Schutzformen betroffen ist: Es ist seit 1982 „Naturpark“, seit 2001 Europäisches Schutzgebiet im Rahmen des Netzes Natura 2000 und seit 2006 Besonderes Erhaltungsgebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie sowie Vogelschutzgebiet.

18 Kommentare

  1. Solange die Medien Zensur betreiben und wieder neue Ideologien unterstützen ist der Umweltschutz in Gefahr. Linksextreme missbrauchen dieses Thema. Schade.

  2. Aktivistenwahn,Umweltaktivisten,Umweltfaschisten,Klimaterroristen,!!!!!!!
    Interessante Namen fuer Menschen die sich fuer einen besseren Umweltschutz und Eure Zukunft angagiert haben und viele wie ich,ein Leben lang.
    Na ja,,,,Ihr und Eure Kinder und Enkel,habt die Zukunft verdient die auf Euch wartet!!
    Eure Kommentare sind ein Schlag in mein Gesicht.

  3. Wie wäre es mit einer intelligenten Lösung? Man verpflichtet die Eigentümer des RIU Oliva Beach zur Zahlung eines angemessenen Betrages in einen Fonds zur Finanzierung von Ökoprojekten z. B. zur Stromerzeugung durch Wind und Sonne und lässt sie die Hotelanlage unter vernünftigen Auflagen renovieren. Das wäre für die gesamtwirtschaftliche Situation auf Fuerteventura, für die engagierte Belegschaft des Hotels und die vielen regelmäßig wiederkehrenden Hotelgäste eine Win-Win-Situation.
    Mit unerbittlichem Rigorismus erzeugt man hingegen nur Verlierer.

  4. Ja… Umwelt – und Naturschutz ist wichtig!
    Ja, … ein hohes Bußgeld für die Riugruppe wäre ggf. angebracht, falls wissentlich manipuliert wurde!
    Aber, dieser Aktivistenwahn nimmt eindeutig überhand!
    Ist der Sandkasten nicht groß genug für Greta?

  5. Ist schon kurios da steht ein Hotel schon lange vor dem Naturschutzgebiet da am Strand und es wird ein Heiden Theater darum gemacht wegen der Natur. Wenn aber eine Filmgesellschaft einen Haufen Geld an die Komune zahlt ,dürfen die Monatelang in den Dünen rumtrampeln. Da ist der Naturschutz auf einmal egal. Beseitigt doch lieber die Schandflecken am Ortseingang von Coralejo als wieder neue zu schaffen!!

  6. Na fliegen dorthin sollste nicht mehr, Uralub dort auch nicht mehr machen…
    ..dann eben wieder Mittelalter auf den Kanaren.

  7. lasst das hotel doch da wo es is… es is seit jahren da.. und damals hat es niemanden gejuckt, ob das in den dünen is ode nicht, ob das damals korruption war oder nicht… das weiss niemand.. es haben sich in der blütezeit des aufkommenden tourismus einige die taschen voll gemacht, aber das war und ist und wird immer so sein.. überall auf der welt..
    Und jetzt das HOTEL schliessen? arbeitsplätze abschaffen… und denn steht da ne ruine am strand. gibt es denn nicht genug angefangene projekte, die im rohbau stehen? wart ihr mal im süden? im Norden auch…

  8. Genau so wie in Deutschland. Die Klimaterroristen gehen mir auf die Nerven. Sollen erst mal arbeiten gehen.

  9. Adolfo meint!
    Eigentlich wollte ich ja keine Kommentare mehr schreiben!!!
    Nur zur Aufklärung ich habe meinen ersten Urlaub 1974 im Süden im Stella Kanaris, so hieß es damals, soweit ich mich noch erinnern kann verbracht und im daraufolgenden Jahr also 1975 habe ich 2 Wochen Traumurlaub im Tres Islas verbracht und was denkt ihr, was stand da bereits auch schon in der Nachbarschaft……das Oliva Beach!
    Soviel nur mal so zur Geschichte, wann hier was schon gebaut und zugelassen war!
    Saludos Adolfo

  10. Umweltschutz? Wenn das Riu abgerissen wird gibt’s da nur paar hundert Millionen kg Sand mehr und 2-3 Streucher.

    Die umweltfaschisten drehen langsam durch.

  11. Ach, Senor Magec, wenn Sie dann in der Lage sind, die viele arbeitslosen vom Oliva Beach zu ernähren, dann vollbringen Sie ein Wunder. Vielleicht trifft die Arbeitslosigkeit ja Euch Umweltaktivisten. Wäre wünschenswert.
    Da fällt uns nichts mehr zu ein.
    Es lebe die Umwelt, was aus den Menschen wird ist egal.
    Traurig, traurig.

  12. @Dieter Englisch – soweit ich weis, gab es das RIU Olivia und auch das Nachbarhotel Tres Islas bereits vor 1982. Wir waren jedenfalls 1984 dort und beide Hotels standen da schon. Wann der Appartement-Komplex gebaut wurde, ist mir nicht bekannt. 2003 ging es nur um eine neue Konzession für die bestehende Anlage, da sich die Bedingungen geändert hatten. Dabei hat RIU wohl nicht die Wahrheit gesagt.

  13. … seit 1982 Naturpark! Als ich im November 1981 das erste Mal auf Fuerteventura war stand das Oliva Beach doch schon. Genau so wie das Tres Islas! ???

  14. Das kommt mir alles spanisch vor! Wieso wurde der Bau überhaupt genehmigt, wenn es schon 1982 Naturschutzgebiet ist. Dazu fällt mir nur der Song von Reinhard Fendrich ein: Tango-korrupti, wenn’s schief lauft druck di!!

  15. Hallo,
    im unteren Tel hat sich ein Fehler eingeschlichen …….. Dies wird auch eines der Kernthemen der Kampagne „Ohne Biodiversität gibt es kein Leben“ sein, die im Laufe des Jahres 202 verbreitet wird.
    Soll bestimmt 2020 heißen.

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