Während der Calima-Episode: weltweit gefährlichste Luftverschmutzung auf Fuerteventura und Kanaren

WAQI Kanaren
Am Tag danach haben sich die WAQI-Werte schon etwas verbessert

Laut WAQI haben Fuerteventura und die Kanarischen Inseln am Calima-Wochenende des 22.02.2020 und 23.02.2020 weltweit die höchsten Indexwerte für Luftverschmutzung und somit die gefährlichste Atemluft der Welt aufgewiesen.

Mit Indexwerten von über 850 bis zu 999 Punkten lag die Kontamination der Luft auf Fuerteventura und den Kanarischen Inseln rund beim Dreifachen der Schwelle von 300 Punkten, ab der diese als „gefährlich“ eingestuft wird.

Der „World Air Quality Index“ (WAQI) ist ein Index, der die weltweite Luftqualität bzw. Luftverschmutzung misst.

Bei der Berechnung des WAQI-Index werden 6 Kriterien berüchsichtigt: Die Belastung durch Feinstaub (P2,5 und P10), Ozon, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid. Die Skalierung des Index basiert auf den neuesten Standards der US-Umweltbehörde EPA.

Die Skala des WAQI ist in 6 Stufen eingeteilt:

  • Gut“ : Indexwerte von 0 – 50 stehen für „gute“ Luftqualität. Die Luftverschmutzung stellt kein oder nur geringes Risiko dar.
  • Mäßig“ : Indexwerte von 51-100 bedeuten akzeptable Luftqualität. Durch einige Schadstoffe kann für eine sehr kleine Anzahl von Personen, die besonders empfindlich sind, ein mäßiges Gesundheitsrisiko bestehen. Kinder und Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma sollten längere Anstrengungen im Freien begrenzen.
  • Ungesund für sensible Gruppen“ : Indexwerte von 101 – 150 können gesundheitliche Auswirkungen für sensible Gruppen haben. Für die breite Öffentlichkeit besteht jedoch noch keine Gefahr. Aktive Kinder und Erwachsene und Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten längere Outdoor-Anstrengungen begrenzen.
  • Ungesund“ : Indexwerte von 151 – 200 wirken sich für jedermann spürbar auf die Gesundheit aus. Für sensible Gruppen besteht sogar ein ernstes gesundheitliches Risiko.
  • Sehr Ungesund“ : Indexwerte von 201 – 300 sollten als Notfallwarnung vor Gesundheitsgefahren für die Gesamtbevölkerung verstanden werden.
  • Gefährlich“ : Indexwerte von 300 – 500 stellen eine Gesundheitswarnung dar. Jeder kann ernsthafte gesundheitliche Auswirkungen erleiden. Jegliche Anstrengung im Freien sollte vermieden werden.

Normalerweise weltweit beste Luft auf Fuerteventura und den Kanaren

Bei der Beurteilung dieser Momentaufnahmen der Luftqualität muss man jedoch beachten, dass es sich sich bei der Calima-Episode, die Fuerteventura und die Kanarischen Inseln am 22.02.2020 und 23.02.2020 erlebt hat, um eine absolute Ausnahmesituation gehandelt hat. Zwar tritt Calima auf den Kanaren immer wieder mal auf, aber so extrem war sie seit mindestens 20 Jahren nicht mehr.

Unter normalen Umständen ist die Luft auf den Kanarischen Inseln von allerbester Qualität. Mache Orte auf Fuerteventura und den übrigen Kanaren nehmen sogar für sich in Anspruch, ihren Besuchern das beste Klima der Welt zu bieten. Dazu gehört normalerweise auch reine Seeluft.

Im Video ist zu sehen, wie die Calima-Staubwolke über Fuerteventura zieht

6 Kommentare

  1. Danke für eure Berichte, ich war wie gesagt Anfang Februar dort im Playa Paraiso und hatte großes Glück mit dem Wetter. Mit dem Coronavirus droht uns leider schon das nächste, schwerwiegendere Unheil, deshalb haltet durch und bleibt gesund!

  2. Das war das gefährlichste Wochenende, was ich seit 17Jahren erlebt habe. Binüber 70,und gesund. Aber es gibt einigeSchwierigkeiten. Für mich und die Atmung. Gerd K

  3. @Michael. Du hast nichts verpasst. Man sieht einfach nur noch ein paar hundert Meter weit im besten Fall. Die Luft ist sandig, ständig knirscht es zwischen den Zähnen. Bläst dich der Wind an, kriegst du das Zeug in die Augen und man muss ständig blinzeln. Der Staub ist sehr fein. Das geht in jede Ritze und in jeden Zwischenraum. Heisst, unsere Rucksäcke sind reif für die Waschmaschine, wie alles andere auch.
    Die Sonne hat man teilweise gar nicht mehr gesehen oder dann nur so ganz schwach durch die Staubwolke. Dazu ein Wind, der sehr unangenehm war und teilweise so stark, dass man regelrecht sandgestrahlt wurde (hier dann allerdings an den Stränden).
    Vorteil: Es hatte nur noch sehr wenige Touris auf den Strassen, daher kam man recht gut voran im Verkehr. Wir waren am Sonntag an der Playa Negra bei La Pared. Dort war es angenehm, weil wir durch die Felsvorsprünge vor dem Wind geschützt waren. Der Sandstaub jedoch war überall, jedoch aufgrund der Nähe des Meeres da etwas weniger intensiv

  4. Hallo zusammen,wir sind am 22.2. Mittags auf Teneriffa angekommen, und alles wie immer Super. Gegen 15 Uhr war die Sonne verdunkelt
    wie bei einer Sonnenfinsternis oder wie bei Nebel ca.100 Meter Sichtweite, irgendwie noch
    alles gut. Am nächsten Morgen aber Sand überall Sand selbst in den Zimmern ,auf den Schränken,auf Stühlen in der Badewanne überall Sand. Die armen Hotel Angestellten .Am Nachmittag war es so schlimm keine 50 Meter Sicht,die Atmung wird schon schwer , langsam bekommt man Beklemmung bzw.auch ein bisschen Angst,
    man ist hilflos, wir können nicht einfach abhauen. Kein Flieger,kein Auto der Luftfilter
    wäre schnell zu . Aber jetzt am Mittwoch ist alles wieder fast Okay.

  5. Hmm… ist denn der Sahara-Sand so gefährlich wie die Feinstaub-Belastung in Großstädten? Die Gesundheitsversorgung ist ja nicht so besonders auf Fuerteventura, deutsche Langzeit-Urlauber oft im reiferen Alter, kam es denn jetzt zu kritischen Situationen bei den Ärzten? Ich war zuletzt Anfang Februar nahe Costa Calma und hatte sehr gutes Wetter, war die Calima denn ein Naturspektakel oder sollte ich froh sein, das nicht erlebt zu haben. Fragen über Fragen… vlt. können mir Urlauber vor Ort berichten, vielen Dank schonmal!

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