Grippe-Epedemie 2020 auf den Kanaren: 24 Tote und 209 schwere Fälle

Grippe-Inzidenz-pro-Woche-Kanaren

Während zurzeit das Coronavirus auf den Kanaren in aller Munde ist, zumindest im übertragenen Sinn, redet kaum jemand über die Grippe. Dabei sind in der laufenden Grippesaison 2019/2020 bereits 24 Menschen auf den Kanarischen Inseln an der Grippe gestorben (Stand 23.02.2020). Weitere 775 mussten stationär behandelt werden, 209 davon mit schwerem Verlauf oder Komplikationen.

Vor allem im Süden von Fuerteventura, in den Gemeinden Pájara, Betancuria und besonders in Tuineje, ist die Inzidenz der Neuerkrankungen mit Grippe pro Woche mit 300-350 Fällen pro Woche pro 100.000 Einwohner in der 8. Kalenderwoche (17.02.2020 bis 23.02.2020) sogar besonders hoch. (Siehe unten)

24 Grippe-Tote auf den Kanarischen Inseln

Von den 24 Grippetoten auf den Kanaren waren 12 Männer und 12 Frauen. 15 waren älter als 65 Jahre. 8 waren zwischen 15 und 64 Jahre alt und 1 zwischen 5-14 Jahre alt. Alle 24 Verstorbenen wiesen einen Risikofaktor auf. Nur bei 10 Verstorbenen war der Impfstatus bekannt. 8 davon waren nicht geimpft.

Bisher in 209 Fällen schwerer Verlauf der Grippe auf den Kanarischen Inseln

Weitere 209 Personen auf den Kanaren mussten bisher mit einem schweren Verlauf der Grippe oder wegen Komplikationen in einem Krankenhaus behandelt werden. 52,15% davon gehörten zur Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen. 50% waren Frauen.

90,54% der Patienten, deren Impfstatus bekannt ist, waren in dieser Saison nicht gegen Grippe geimpft.

32,6% der stationär behandelten Patienten mit schwerem Grippe-Verlauf mussten sogar auf der Intensivstation betreut werden.

Die häufigsten Komplikationen waren Lungenentzündung, akutes Atemnotsyndrom, bakterielle Koinfektion, Multiorganversagen oder septischer Schock.

76,08% der stationär behandelte Patienten mit schwerem Verlauf wiesen mindestens einen Risikofaktor auf. Die häufigsten Risikofaktoren waren chronische Herz-Kreislauferkrankung (42,29%), gefolgt von chronischer Atemwegserkrankung (33,52%), Diabetes (29,88%), Immuninsuffizienz (25,29%), chronische Nierenerkrankung (19,76%), krankhaftes Übergewicht (7,59%) und chronische Lebererkrankung (4,22%).

566 Einweisungen von Grippe-Patienten auf den Kanaren ohne schweren Verlauf

Weitere 566 Personen auf den Kanaren wurden mit einem nicht schweren Verlauf stationär in einem Krankenhaus behandelt

47,53% davon waren älter als 64 Jahre. 52,17% waren Frauen. 83,69% der Erkrankten, deren Impfstatus bekannt ist, waren in dieser Saison nicht gegen Grippe geimpft.

Höhepunkt der Grippe-Epidemie auf den Kanaren schon Anfang Februar 2020

Die Grippe-Welle auf den Kanarischen Inseln hat in der Saison 2019/2020 schon in der zweiten Januarwoche 2020 die Schwelle zur Epidemie durchbrochen. Ihren bisherigen Höhepunkt errichte die Grippewelle auf den Kanarischen Inseln in der 6. Kalenderwoche 2020, also schon Anfang Februar.

Die Schwelle für die Grippe-Epidemie wurde für diese Saison bei einer Inzidenz von knapp über 100 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Woche definiert. Das Maximum der diesjährigen Grippeepidemie auf den Kanaren wurde bei einer Inzidenz von rund 325 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Woche erreicht.

Damit ist die maximale Inzidenz pro Woche in der laufenden Grippe-Saison 2019/2020 auf den Kanaren rund doppelt so hoch wie in der letzten Saison.

Die Inzidenz-Werte sind auf den Kanaren bereits deutlich abnehmend, sodass das schlimmste der diesjährigen Grippeepidemie wohl überstanden sein dürfte.

Auf Fuerteventura ist die Grippeinzidenz im Süden besonders hoch

Grippe auf Fuerteventura

Im Süden Fuerteventuras, vor allem in der Gemeinde Tuineje, ist die Inzidenz pro Woche mit Werten zwischen 300 und 350 pro 100.000 Einwohner jedoch in der 8. Kalenderwoche noch immer sehr dicht am Durchschnittswert der Kanaren für die maximale Inzidenz pro Wochen von rund 325 pro 100.000.

Auch in Pájara, der südlichsten Gemeinde auf Fuerteventura ist die Inzidenz pro Woche mit 250-300 Fällen pro 100.000 ebenfalls noch sehr hoch.

2 Kommentare

  1. Bitte nicht von den niedrigen absoluten Zahlen täuschen lassen. Fuerteventura hat nur 118.000 Einwohner. Daher sind 12 Fälle bezogen auf die Einwohnerzahl gar nicht so wenig. Es hat halt nur etwas später angefangen.

  2. Wurden diese Patienten eigentlich auf corona oder nur Influenza getestet? Wurden die Patienten überhaupt abgestrichen? Auf Fuerteventura gibt aktuell so wenig corona Fälle das die Vermutung doch naheliegt dass hier die coronawelle schon durch ist.

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