Chaos beim Wasserversorger CAAF auf Fuerteventura: offenbar nicht nur marode Wasserleitungen

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Über den desaströsen Zustand der Wasserversorgung auf Fuerteventura haben wir schon des öfteren berichtet.

Offenbar gibt es im öffentlichen Wasserversorgungsunternehmen CAAF (Consorcio de Abastecimiento de Agua de Fuerteveventura) seit Jahrzehnten erhebliche Missstände im Management. Diese haben nicht nur dazu geführt, dass die Rohrleitungen auf der gesamten Insel marode sind, dass viele Ortschaften immer wieder für mehrere Tage oder gar Wochen ohne Wasser auskommen müssen, dass die Leitungsverlusten mittlerweile bei rund 50% liegen und dass sogar einige Verbraucher wegen mutmaßlich vorsätzlich falscher Abrechnungen Strafanzeige wegen Betrugs gestellt haben.

Diverse Gutachten bestätigen die katastrophalen Zustände und führen diese auf mangelnde Organisation, mangelnde Personalausstattung und generelle Nachlässigkeit zurück.

Ein jüngstes Ereignis, das nicht direkt mit der Wasserversorgung sondern mit Schlamperei und Nachlässigkeit bei der Verwaltung des Anlagevermögens des öffentlichen Unternehmens zu tun hat, hat erneut eine Menge Fragen aufgeworfen.

Die Oppositionspartei Partido Popular (PP) in der Inselregierung Fuerteventuras hat in einer Pressemitteilung vom 06.06.2020 öffentlich gemacht, dass diverse Fahrzeuge des CAAF von den Abstellplätzen bzw. Lagerhallen des Unternehmens auf ein Privatgrundstück bei Triquivijate verbracht worden sind.

Die Frage, die die PP an das Cabildo de Fuerteventura gerichtet hat, ist nun, ob das CAAF diese Fahrzeuge zuvor veräußert hat, damit sie vom Gelände des CAAF weggebracht werden konnten, und warum sie nun auf einem Privatgelände gelagert werden, wo keinerlei Umweltschutzeinrichtungen bestehen, weshalb das Cabildo eine Sanktion durch die SEPRONA, die Umweltschutzpolizei der Guardia Civil riskiere.

„Wir wollen schriftlich mitgeteilt bekommen, aufgrund welcher Anweisung des zuständigen Regierungsrats die Verlegung der Fahrzeuge stattgefunden hat und ob es dafür die Erlaubnis bzw. eine Vereinbarung mit dem Grundstückseigentümer gibt“, erklärt die PP in ihrer Pressemitteilung.

„Für uns ist das CAAF das wichtigste Unternehmen, das die Einwohner Fuerteventuras haben. Und wir haben diese Form der Geschäftsführung nie verstanden, die bis jetzt nur dazu geführt hat, das Unternehmen zu ruinieren, bis zu dem Punkt, dass man defekte Fahrzeuge angehäuft hat, ohne diese zu reparieren, die jetzt auf Privatgrundstücke verbracht werden, und dass man andere Fahrzeuge betreibt, die ohne ITV [TÜV] unterwegs sind, womit man Bußgelder riskiert“.

„Dutzende von Fahrzeugen des CAAF befinden sich in einer Lagerhalle und sind defekt, voller Staub und selbst die neuesten ohne jegliche Wartung in einem Zustand völliger Vernachlässigung“, beklagt die PP in ihrer Pressemitteilung weiter.

Verwahrloste Fahrzeuge des Wasserversorgers von Fuerteventura/ CAAF

Coalición Canaria fordert Aufklärung des „Verschenkens von 15 Fahrzeugen des CAAF“

Auch die Oppositionspartei Coalición Canaria (CC) hat vom Präsidenten der Inselregierung Blas Acosta (Partido Socialista PSOE) und dem Regierungsrat für Wasser und Geschäftsführer des CAAF, Carlos Rodríguez, Aufklärung und Verantwortlichkeiten für das Verschenken von 15 Fahrzeugen des CAAF gefordert.

Die CC geht in ihren Forderungen noch weiter als die PP und vermutet bei dem Vorgehen sogar strafbare Handlungen.

Die CC fragt, warum die beiden höchsten Verantwortlichen erlaubt haben, dass am vergangenen Wochenende rund 15 Fahrzeuge, darunter Geländewagen, kleine LKWs und Baumaschinen, auf ein Privatgrundstück verlegt wurden, um dort auseinander genommen und abgewrackt zu werden, ohne dass eine schriftliche Erlaubnis, ein Vertrag, ein Verkauf oder ein Auftrag dafür vorliege.

Die CC fordert Blas Acosta auf, unverzüglich die entsprechenden Informationen auf den Tisch zu legen, um den Vorgang lückenlos aufzuklären, und verwaltungsrechtliche und politische Verantwortlichkeiten zu definieren.

Außerdem verlangt die CC von Acosta, die zuständigen Justizbehörden über den Vorgang zu informieren, um das öffentliche Eigentum an den Fahrzeugen zu sichern und ggfs. die Veräußerung entsprechend den gesetzlichen Vorschriften zu betreiben und die einschlägigen Umweltvorschriften einzuhalten.

Die CC führt an, dass sie überprüft habe, dass es kein Verfahren für die Veräußerung der Fahrzeuge gäbe. Das Verfahren, das seinerzeit in der vergangenen Legislaturperiode begonnen worden ist, sei von der aktuellen Regierungsriege aus PSOE, Podemos, NC, AMF und UPB nicht wieder aufgenommen worden.

Für das Grundstück, auf dem die Fahrzeuge ausgeschlachtet werden, gebe es außerdem keinerlei umwelt- oder gewerberechtliche Genehmigung für diese Tätigkeit. Auch gebe es keinerlei Genehmigung oder Beschluss seitens des Cabildo, der es einer Privatperson erlauben würde, Fahrzeuge im Eigentum des CAAF zu zerlegen. Außerdem gebe es keinen Bericht darüber, welche Teile beim Zerlegen übriggeblieben sind und welchem Zweck diese zugeführt werden sollen.

Vorschriften missachtet?

Genauso wie für die Anschaffung von Wirtschaftsgütern müssen öffentliche Unternehmen auch bei deren Veräußerung genau vorgegebene Verfahrenswege einhalten.

Genauso wenig wie Fahrzeuge „einfach so“ ohne Ausschreibung angschafft werden können, können diese „einfach so“ veräußert werden. Auch dazu ist grundsätzlich ein transparentes Verfahren erforderlich.

Sollten sich die Anschuldigungen als begründet herausstellen, könnten tatsächlich mehrere Straftaten und Umweltverstöße vorliegen.

6 Kommentare

  1. Hallo
    Es gibt mehrere Dinge die bei CAAF unerklaerlich sind, z.B : Hatte man fueher, bin seit mehr als 20 Jahren auf der Insel, eine Undichtigkeit im Kasten des Wasserzaehlers so wurde das von CAAF repariert, neulich gabs ein Problem und mir wurde gesagt dass ich da nicht selbst reparieren darf sondern nur die erforderlichen Teile kaufen muss du dann macht die Rep. die CAAF oder ich muss einen autorisierten Fontanero damit beauftragen. Wie lange das wohl dauern wuerde, und wir solange ohne Wasser waeren ????
    Desweiteren sind die Leute nicht in der Lage nach einer Rep. der Hauptwasserleitung diese zu entlueften , da es keine Hydranten gibt wo man das normlerweise macht. oder kennen sie Wasserhydranten an den Strassen oder unterirdische Hydranten wie es in Staedten ueblich ist?
    Die ganze Luft die bei einer Rep entsteht laeuft ueber einen Wasserzaehler in ein Haus und sie zahlen fuer die Luft.
    Derzeit wird eine Leitung verlegt von Tuineje Richtung GranTarajal , bin gespannt ob es dort bei der Kaeserei Maxorata und der Kooperative ein Hydrant montiert wird. !!!!
    Es sollte mal an Modernisierung dieser Themen gedacht werden….ALSO WENNS BRENNT WEIT WEIT WEG VOM FEUER, denn die Feuerwehr hat kaum zugang zu Wasser, evtl. noch von einem Pool, denn das Meer ist oft sehr weit weg :-((

  2. Es wird alles so bleiben wie es ist,wenn die Korruption nicht rigoros ausgemerzt wird.

  3. Verstehe nicht,dass das nicht endlich behoben wird.Da diskutiert man, über die Schließung vom Olivia Beach, baut Hotelanlagen mit Golfplatz,obwohl die Wasserversorgung so marode ist und gleichzeitig die Insel, vom Tourismus, total abhängig ist.Ist schon krass und völlig daneben.Da müssten endlich mal Prioritäten geschaffen werden.

  4. Die Unfähigkeit der der Geschäftsführung der CAAF ist doch seit Jahren bekannt. Auch Blas Acosta kennt dieses Problem schon aus seiner Tätigkeit in Pajara zu genau.
    Aus meiner Sicht gibt es hier nur eine einzige Möglichkeit den Laden auf Vordermann zu bringen.
    Die gesamte Mannschaft muss entlassen und ein Neuanfang mit einem frischen qualifizierten
    Management ermöglicht werden. Dazu muss die Inselregierung einen Sonderfond „Wasser“ einrichten,damit Schritt für Schritt die Wasserversorgung auf der Insel zu vernünftigen Preisen ,ohne Unterbrechungen gewährleistet werden kann.Eine Entsalzungsanlage im Süden der Insel,
    wäre meines Erachtens eine weiterer Schritt . Es macht doch keinen Sinn das Wasser über 80 km zu transportieren.
    Mit dem heutigen System und dem jetzigen Management ist das nicht zu schaffen.
    Außerdem sollte die Buchhaltung von einem internationalen Wirtschaftsprüfer genau unter die Lupe genommen werden.

  5. wenn 50% vom Wasser verlohren gehen in einem Land wo eine solcher Wassermangel ist so ist das eine Katasrophe hoch drei. Da muss sofort über die Bücher gegangen werden und ausgemistet werden!!!

  6. Ein Umstand, der schon seit Jahren bekannt ist, aber es werden lieber Millionen von Euros für sinnlose Autobahnkilometer ausgegeben, die vermutlich noch EU subventioniert sind.

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