Brutzeit der „Pardela“ auf Fuerteventura – Cabildo bitte Einwohner um Mithilfe

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Im Spätsommer und bis November brütet der Sepiasturmtaucher, früher auch Gelbschnabel-Sturmtaucher genannt, auf Fuerteventura. Der Seevogel – im Spanischen Pardela genannt – ist während der Brutzeit am stärksten gefährdet.

Sepiasturmtaucher

Die Pardela cenicienta (Aschenputtel Pardela) wie der Vogel im Spanischen heißt, trägt den wissenschaftlichen Name Calonectris diomedea. Es handelt sich um Vögel der Ordnung der Röhrennasen. Diese besitzen einen aus mehreren schmalen, längs verlaufenden Hornstücken zusammengesetzten Schnabel. Durch diese Röhren kann der Vogel das aufgenommene Meersalz wieder ausscheiden.

Sepiasturmtaucher werden bis zu 50cm lang und können eine Flügelspannweite von bis zu 115 Zentimetern erreichen. Ihr Gewicht liegt zwischen 560-730g. Hals, Beine und Schwanz der Vögel sind kurz, zwischen den vorderen Zehen haben die Füße Schwimmhäute. Die Oberseite ist grau-braun, von unten sind die Vögel weiß, bis auf die Handschwingen, die dunkelgrau bis schwarz sind. Der Schnabel ist schmutzig gelb und hat an vorne einen grauen Fleck.

Die Vögel ernähren sich von kleinen Fischen oder Tintenfischen.

Die Tiere sind Zugvögel, die sehr lange Strecken zurücklegen. Einen Großteil ihres Lebens verbringen sie auf dem offenen Meer. Ihre großen Schwingen lassen die Tiere weit über das Meer gleiten. Zur Brut kommen sie dann Ihr die Brutgebiete auf den Azoren, Madeira und den Kanaren.

Brutzeit

Die Pardelas bilden feste Brutpaare, die meist ein Leben lang zusammenbleiben. Die Eiablage findet Ende Mai / Anfang Juni statt. Die Paare legen jeweils nur ein einziges Ei in Küstennähe, oder auch landeinwärts in den Barrancos. Das Küken schlüpft etwa Mitte Juli. Die Eltern sind tagsüber auf dem Meer zur Futterbeschaffung unterwegs. Das Küken ist dann ungeschützt im Nest. Dort kann es Räubern wie Ratten oder Katzen zum Opfer fallen.

Die Eltern kommen erst mit der Dämmerung wieder zurück, um ihre Küken zu füttern. Zu dieser Zeit kann man auch die seltsam anmutenden Schreie der Vögel hören, die klagend / krächzend klingen.

Ab Mitte Oktober verlassen die Sepiasturmtaucher ihre Brutgebiete wieder. Dann kommt ein weitere kritischer Moment im Leben eines Jungvogels: Er verlässt zum ersten Mal sein Nest, um sein Leben auf dem Meer zu beginnen.

Verlassen Jungvögel das elterliche Nest, geschieht dieses in der Dunkelheit der Nacht. Die Tiere lassen sich vom Mond aufs offene Meer leiten. Gibt es andere Lichtquellen als dem Mond in der Nähe der Nester, können die Jungvögel in die Irre geleitet werden. Statt aufs Meer hinaus, fliegen sie in Richtung des Landesinneren. Dort kollidieren sie mit Strommasten, Häusern oder anderen Hindernissen und verletzen sich dabei. Selbst wenn die Tiere den Sturz unverletzt überstehen, können sie ohne Hilfe nicht selbst wieder starten. Ihnen fehlt einfach der Auftrieb.

Kampagne zum Schutz

Alljährlich ruft das Cabildo daher während der Brutzeit der Pardela zu Schutzmaßnahmen auf. Im vergangenen Jahr konnten so 261 Tiere gerettet werden, wie das Cabildo in einer Pressemittelung bekannt gab. 94,6% der Tiere konnten später in die Freiheit entlassen werden. Im Gemeindegebiet von La Oliva wurden 59,3% der geretteten Tiere aufgefunden, in der Gemeinde Puerto del Rosario 19,6% und in der Gemeinde Pájara 9,96%

Was tun, wenn man eine Pardela findet?

Bitte informieren Sie die Behörden unter der Notrufnummer 112 (dort spricht man auch deutsch!). Informieren Sie die Behörden über den genauen Fundort. Idealerweise geben Sie den Standort z.B. via Goolge Maps an. Hinterlassen Sie eine Telefonnummer für Rückfragen.

Den Vogel selbst sollte man möglichst in einen Karton mit Luftlöchern bugsieren. Dazu kann man z.B. von hinten ein Handtuch über den Vogel werfen. Vorsicht mit dem Schnabel! Ist das Tier im Karton, entfernt man das Handtuch und schließt den Karton. Er sollte an einem ruhigen Ort aufbewahrt werden, bis der Vogel abgeholt werden kann. Bitte nicht füttern und auch kein Wasser anbieten! Selbst wenn das Tier erst am nächsten Tag abgeholt werden kann, stellt das kein Problem dar. Der Vogel bleibt dafür einfach in dem mit Luftlöchern versehenen Karton.


Auch wenn der Vogel nicht verletzt scheint, bitte das Cabildo darum, die Tiere von einem Spezialisten untersuchen zu lassen, bevor sie wieder freigelassen werden. Man sollte die Tiere also nicht einfach selbst „in die Luft werfen“, damit sie weiterfliegen.

Was man sonst noch tun kann: Licht aus!

Wie bereits beschrieben, orientieren sich die Jungvögel am Licht des Mondes. Ab Mitte Oktober sollte man am eigenen Haus starke Lichtquellen vermeiden. Diese könnten die Vögel irritieren.

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