Auch Fuerteventura vom Fahrschul-Skandal um Motorradführerscheine und Gefahrgutscheine betroffen

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Wer auf den Straßen Fuerteventuras regelmäßig unterwegs ist, dem muss früher oder später auffallen, dass es um die Fahrausbildung mancher Verkehrsteilnehmer nicht besonders gut bestellt sein kann.

Eine Häufung schwerer Motorradunfälle in der Provinz Las Palmas und der Hinweis eines Betreibers einer Fahrschule auf gesetzeswidrige Praktiken bei einigen Konkurrenten haben nun offenbar einen Skandal ans Licht gebracht, in den mindestens auch eine Fahrschule auf Fuerteventura verwickelt sein soll.

Verkehrsexperten der Guardia Civil und der Straßenverkehrsbehörde von Las Palmas haben gegen insgesamt 21 Fahrschulen und 38 Personen in der Provinz Las Palmas, darunter 16 Führungskräfte von Fahrschulen und Fahrlehrer und 22 Fahrschüler, wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung ermittelt.

Die Ermittlungen begannen bereits im Jahr 2018, als Hinweise eingingen, dass einige Fahrschüler, die in verschiedenen Fahrschulen für den Aufbaukurs für den „offenen“ Motorradführerschein der Klasse A eingeschrieben waren, entsprechende Befähigungsnachweise erhalten hatten, ohne zuvor die vorgeschriebene Ausbildung zu erhalten bzw. zu beenden. Der Leiter einer Fahrschule hatte die Verkehrsbehörde über unlautere Methoden einiger Konkurrenten informiert.

Außerdem war in den Berichten des „Observatoriums für Verkehrssicherheit“ in den letzten Jahren ein Anstieg sowohl der absoluten als auch der relativen Zahlen von schweren Motorradunfällen zu beobachten.

Die Guardia Civil könne nicht ausschließen, dass fehlendes Wissen, fehlende Sensibilisierung und fehlende Fähigkeiten bezüglich der Beherrschung der zweirädrigen Fahrzeuge bei den verwickelten Personen zu diesem Anstieg geführt haben.

Ermittlungen in kanarischen Fahrschulen

Aufgrund der Hinweise und der Auffälligkeiten in der Unfallstatistik nahmen die Ermittler der Guardia Civil den Ablauf des Unterrichts in einigen verdächtigen Fahrschulen unter die Lupe und sammelten Beweismaterial.

Dabei konnten sie bestätigen, dass in vielen Fällen die Schüler die Fahrschulen entweder gar nicht oder weniger als vorgeschrieben aufsuchten.

Auch die praktischen Übungen bezüglich der Fahrzeughandhabung auf einem geschlossenen Gelände oder im Straßenverkehr wurden oft gar nicht oder nur sehr oberflächlich und ohne Einhaltung des vorgegebenen Übungsprogramms durchgeführt.

Unregelmäßigkeiten auf Fuerteventura bei Gefahrgutscheinen

Die Ermittlungen erstreckten sich auf eine große Zahl von Fahrschulen auf den Inseln der Provinz Las Palmas (Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura).

Auf Fuerteventura erhärteten sich die Hinweise, dass eine Fahrschule seit 2017 Gefahrgutkurse für Berufskraftfahrer anbot und sogenannte „Gefahrgutscheine“ ausstellte, ohne über dafür qualifizierte Fahrlehrer zu verfügen. Für die Ausstellung der Zertifikate verwendete sie die Namen von qualifizierten Ausbildern, die jedoch nicht für die Fahrschule tätig waren.

In insgesamt 14 Fällen sollen in dieser Fahrschule auf Fuerteventura Gefahrgutscheine auf diese Weise ausgestellt worden sein, ohne dass die Fahrschüler von den Unregelmäßigkeiten Kenntnis hatten.

Die betroffenen Berufskraftfahrer müssen nun damit rechnen, dass ihnen der Gefahrgutschein entzogen wird. Ihnen drohen keine strafrechtlichen Konsequenzen, aber die Kosten für die Ausbildung und den „Schein“ sind wohl verloren.

Die Direktorin und der Inhaber der Fahrschule müssen sich wegen Urkundenfälschung und Betruges vor Gericht verantworten.

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