Fuerteventura: César Manriques Windspiel in Jandia abgebaut

Windspiel-Fobos-Reparatur

Wenn man nach Jandía fährt, ist am ersten Kreisverkehr in Solana de Matorral noch alles beim Alten. Wer aber zum zweiten Kreisverkehr kommt, fragt sich vielleicht verwundert, ob den hier nicht was fehlt. Ja, liebe Fuerteventura Kenner, Ihr habt recht. Das Windspiel „Fobos“ von César Manrique steht nicht mehr an seinem angestammten Platz.

Anfang Februar wurde in der südlichsten Gemeinde Fuerteventuras das Windspiel abgebaut, dass den Kreisverkehr in der Nähe des Leuchtturms ziert.

Aber keine Sorge, es wird nur repariert und gereinigt.

Fobos – ein Windspiel mit Geschichte

Das Windspiel mit dem Namen „Fobos“ des Künstlers César Manrique hat schon einiges hinter sich gebracht.

2006 wurde es für knapp 249.000 Euro angeschafft. Zunächst wurde das Windspiel auf dem Kreisverkehr nördlich der Costa Calma aufgestellt. Vor dem Bau der Autobahn bog man an diesem Kreisverkehr nach La Pared und Pájara ab.

Im Zuge der Autobahnarbeiten musste dieser Kreisverkehr weg – und mit ihm auch das Kunstwerk. Dieses war zwischenzeitlich durch mangelnde Pflege stumpf geworden und viele seiner Teile drehten sich auch nicht mehr im Wind.

Zunächst war das Kunstwerk quasi „verschwunden“. Nachdem dann im August 2013 die kanarische Tageszeitung „Canarias7“ über den traurigen Zustand des Kunstwerks berichtete, das auf einem schottplatzähnlichem Lagerplatz der Gemeinde Pájara vor sich hin gammelte, gab die Gemeinde schnell bekannt, dass das Edelstahl-Windspiel restauriert und in Solana de Matorral wieder aufgestellt werden solle.

2014 wurde dann die Restaurierung und der Wiederaufbau für 29.000 Euro ausgeschrieben.

Wiederaufbau im Januar 2015

Im Januar 2015 erhielt das Windspiel seinen neuen Platz. Es wurde am Kreisverkehr in Jandía, kurz vor dem Stella Canaris aufgestellt. Damals wurde kritisiert, dass das Windspiel nicht in Costa Calma geblieben war, schließlich gab es dort zu dieser Zeit zwei neue und komplett schmucklose Kreisverkehre.

Die Gemeinde hatte beim Wiederaufbau übrigens betont, dass die Restaurierung und der Wiederaufbau die Gemeindekasse letztlich kein Geld gekostet habe, da diese in die Ausschreibung für Werbetafeln und Stadtmobiliar mit aufgenommen wurden. Für deren Bewirtschaftung hatte die Firma Monpex den Zuschlag bekommen.

Reinigung und Pflege des Windspiels

Im September 2019 wurde das Fobos wieder einmal von Mitarbeitern der Firma Monpex gereinigt. Auch wenn das Windspiel aus Edelstahl geschaffen wurde, ist es durch die salzhaltige Luft, den Wind und Staub ständigen Belastungen ausgesetzt, denen selbst dieses sehr witterungsbeständige Material nicht ohne mögliche Schäden dauerhaft entgegensteht.

Bewegliche Teile müssen ständig geprüft und die Kugellager müssen gefettet werden.

Abbau zur Pflege und Reinigungszwecken

Anfang Februar 2021 wurde „Fobos“ wieder komplett abgebaut. Derzeit befindet es sich wieder auf einem Lageplatz der Gemeinde. Dort sind allerdings bereits Reinigungs- und Reparaturarbeiten in vollem Gang. Damit scheint sichergestellt, dass „Fobos“ bald wieder in neuer, frisch polierter Pracht auf seinen Standort zurückkehren kann.

Nach Informationen der Gemeinde Pájara sollen die Arbeiten etwa einen Monat dauern.

Windspiel Fobos von Cesar Manrique im Süden von Fuerteventura
Archiv 2019: Reinigung und Pflege von „Fobos“ im September 2019
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6 Kommentare

  1. Dieses Windspiel war ein schönes Motiv für viele meiner Fotos. Ich wusste nicht, das es von Manrique ist und freue mich, das es auch in Jandia bleibt.
    Wir haben grosse Sehnsucht nach Fuerteventura und hoffen, bald wieder dort zu sein.

  2. Ich komme schon seit 1979 nach Fuerte.
    Damals war es noch ein Abenteuer um nach Morro in den Robinson Club zu kommen.
    Zwischenzeitlich sind wir im Winterhalbjahr in Caleta sesshaft geworden.
    Mir liegt Fuerte also sehr am Herzen und deshalb bekomme ich immer wieder eine schreckliche Wut, wenn ich sehe, wie gerade erst errichtete Bauwerke schon nach kurzer Zeit korrodieren und „ vergammeln“.
    Ich war im Berufsleben als Ing. für Werkstofftechnik mit dem Schwerpunkt Oberflächentechnik aktiv und habe 30 Jahre ein Korrosionsschutz Unternehmen geleitet, ich weiß also, wovon ich spreche.
    Ich kann nicht verstehen, wie dilettantisch hier direkt in der höchsten aggressiven Meeresluft Atmosphäre mit dem Korrosionsschutz umgegangen wird.
    Als wäre Korrosionsschutz für spanische Architekten und Planer ein Fremdwort.
    Ich will ja nicht unterstellen, das man die Bauten von Beginn an bewusst vergammeln lässt, um sie dann später abzureißen und mit EU Mithilfe wieder neu zu bauen.
    Ich würde gerne ehrenamtlich beratend Hilfe leisten, sollte es daran fehlen, weiß aber nicht wie, wo und ob man das benötigt.
    Fakt ist, da werden jedes Jahr viele Millionen Euro „ verbrannt“
    Ich wüsste, wo ich es der Inselbevölkerung zukommen lassen würde.

  3. Guten Morgen, das ist schön zu hören. Lieber Thomas, ich habe mal eine andere Frage. Warum ist der Leuchtturm so schief? Mir ist das auch auf meinen Privatfotos aufgefallen. Oder ist das eine perspektivische Täuschung?
    LG Caro

  4. Möge es bald wieder an seinem angestammten Platz stehen.😀
    Es ist auf jeden Fall schön anzusehen wenn es sich im Wind dreht,und erinnert an Cäsar Manrique den großartigen Künstler der Kanaren. Auch dem Mirador Morro Velosa könnte man mal wieder leben einhauchen da er meistens geschlossen ist oder man nur noch Getränke erhält.🙄
    Freue mich schon das Windspiel wieder zu sehen,wenn ich auf Fuerteventura unterwegs bin.😍

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