Spanische Regierung verschärft Covid-Maßnahmen: Maskenpflicht auch am Strand und in der Wildnis

Neue-Maskenregeln

Im spanischen Staatsanzeiger (BOE) vom 30.03.2021 ist eine Änderung des Gesetzes veröffentlicht worden, das die Maskenpflicht regelt.

Die neuen Regeln treten am 31.03.2021 in Kraft und gelten landesweit, also auch auf den Kanarischen Inseln und natürlich auch auf Fuerteventura.

Damit lauten die neuen Regeln bezüglich des „verpflichtenden Gebrauchs von Masken“ wie folgt:

1.) Personen ab 6 Jahren sich verpflichtet, in folgenden Fällen eine Maske zu tragen:

a) Auf öffentlichem Gelände, in Bereichen im Freien und in jeglichem geschlossenen Bereich, die öffentlich sind oder für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

b) In Flugzeugen, auf Schiffen, in Autobussen und Bahnen sowie in öffentlichen und privat-geschäftlichen Personentransport in Fahrzeugen mit bis zu 9 Sitzplätzen einschließlich Fahrer, wenn die Fahrzeuginsassen nicht im selben Haushalt zusammenleben. Auf Schiffen muss keine Maske getragen werden, wenn die Passagiere sich in ihrer eigenen Kabine befinden.

2.) Die vorherigen Absatz beschriebene Maskenpflicht besteht nicht für Personen, die irgendeinen Typ von Erkrankung oder Atemschwierigkeiten haben, die durch das Tragen einer Maske verschlechtert werden könnten, oder die wegen einer Behinderung oder Hilfsbedürftigkeit nicht die Fähigkeit besitzen, sich die Maske selbst abzunehmen, oder die Verhaltensveränderungen aufweisen, die ihren Gebrauch undurchführbar machen.

Auch bei der Ausübung von Individualsport im Freien ist keine Maske erforderlich, ebenso wie in Fällen höherer Gewalt oder in einer Notlage oder wenn der Gebrauch der Maske mit der eigenen Natur der Aktivitäten nicht kompatibel ist, in Übereinstimmung mit den Anweisungen der Gesundheitsbehörden.

Was ändert sich für die Kanarischen Inseln und Fuerteventura?

Im Vergleich zu den bisher geltenden kanarischen Vorschriften zur Maskenpflicht ist die Liste der Ausnahmen in der neuen spanischen Gesetzgebung deutlich kürzer.

Bisher durfte man auf den Kanaren auf die Maske verzichten, wenn man sich in der „freien Natur“ aufhielt und einen Abstand von 2 Metern zu anderen Menschen einhalten konnte.

Nach der neuen Regelung muss auch in der „freien Natur“ ständig eine Maske getragen werden, auch wenn keine Menschenseele in der Nähe ist.

Bisher konnte man nach der kanarischen Regelung die Maske am Strand oder im Schwimmbad abnehmen, wenn man sich auf seinem Handtuch oder seiner Liege aufgehalten hat und einen Abstand von mindestens 2 Metern zu anderen einhalten konnte.

Nach der neuen Regelung muss die Maske am Strand permanent getragen werden, also auch auf Handtuch oder Liege und unabhängig vom Abstand zu anderen.

Bleibt die Verhältnismäßigkeit der Einschränkungen der Rechte mit den neuen, strengeren Regeln gewahrt?

Erst vor wenigen Tagen hatten wir berichtet, dass die kanarischen Regeln zur Maskenpflicht in mehreren Fällen einer gerichtlichen Überprüfung standgehalten haben. Selbst die Verpflichtung zum Tragen von Masken im Freien wurde vom Oberen Kanarischen Tribunal nicht kritisiert, sicher auch deshalb, weil es eine Reihe von Ausnahmen gab, die die generelle Pflicht zum Tragen von Masken im Freien entschärften.

Warum beim Spazieren durch die einsamen Weiten, die es auf Fuerteventura reichlich gibt, eine Maske tragen muss, dürfte auch der überzeugteste Verfechter des Maskentragens kaum noch begründen können.

Auch in Spanien gilt für den Gesetzgeber das Gebot der „proporcionalidad“, also der Wahrung der Verhältnismäßigkeit, wenn er die Freiheiten der Bürger einschränken will.

Dass das Tragen einer Maske in Innenräumen einer der Bausteine ist, die das Ansteckungsrisiko zumindest reduzieren können, ist wohl unter Wissenschaftlern mittlerweile die vorherrschende Meinung.

Ob das Tragen von Masken im Freien überhaupt sinnvoll ist, wird dagegen schon deutlich kontroverser diskutiert.

Aber dass jemand für sich selbst oder einen anderen auch nur ein hypothetisches Ansteckungsrisiko darstellen könnte, weil man mitten im Naturpark von Jandia spazieren geht oder am Strand von Sotavento mit 50 Meter Abstand auf seinem Handtuch sitzt, wird wohl kaum jemand ernsthaft behaupten können.

Daher ist es gut vorstellbar, dass die neuen spanienweiten Vorschriften sich bei einer erneuten gerichtlichen Überprüfung als weniger standhaft erweisen könnten als die bisherigen kanarischen.

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26 Kommentare

  1. Also das ist jetzt wirklich albern… täglich fliegen tausende Menschen nach Madrid, weil man dort noch „Party machen“ kann, aber aufm Handtuch soll man Maske tragen… *kopfschütteln*.
    Ich denke nicht dass das lange bestand hat, die Tourismusverbände werden hier massiv Druck machen.

  2. Was soll denn das nun wieder????
    Beim Strandspaziergang bin ich heute keinem begegnet. Der Wind weht und wie soll sich da Corona verbreiten???
    Mit tun nur alle Menschen auf der Insel leid, wenn man das nicht kippt…,, und so durch unüberlegte Aktionen ihre Arbeit verlieren.
    Politiker sollten so langsam mal den normalen Menschenverstand einschalten.

  3. wird sicher nicht so heiß gegessen, im Prinzip galt das auch bisher schon, in der Realität hat aber keiner die Maske am Strand und wird auch nicht kontrolliert, die Touristen bringen das Geld und keiner will sie vergraulen

  4. Ich gehe jetzt mal in den Keller…
    LACHEN!!
    WER DENKT SICH BITTE SOWAS AUS?
    Wollen uns die kanaren nicht mehr haben?
    Das wäre wirklich guter April Scherz..
    Nur nach scherzen ist mir so gar nicht…
    Negativer test
    Keine Kontakte
    Maske in jedem Gebäude
    DAS REICHT !!!!
    Oder werden bald auch Flugzeuge gelüftet..
    So ähnlich ist auch diese Entscheidung.
    Man sollte jene fragen, die sich damit auskennen.
    Oder die Gerichte damit beschäftigen.

    mir reicht es langsam auch.

    Grüße
    Yolanda

  5. Hahaha genauso sinnvoll wie alle Massnahmen. Zum Glück ist in der Wildnis aber niemand der einen sieht. Und man sieht am Strand die Polizei rechtzeitig. Wo kein Kläger da kein Richter. Bald wird man nachts im Bett Masken tragen müssen…

  6. Zum Bräunen fliege ich nicht auf die Kanaren sondern wegen der sauberen salzhaltigen Luft, die meinen geschädigten Bronchien und der Lunge sowie dem gesamten Organismus gut tut. Mit Maske am Strand ist für mich ein absolutes no Go. Sollte das polizeilich verfolgt werden, war ich das letzte mal dort. Auf so eine Idee ist noch nicht mal Herr Söder gekommen z.B. das Tragen von Masken bei Waldspaziergängen vorzuschreiben.

  7. Vielen Dank für den schnellen Hinweis.
    Ich habe eben unsere 4 wöchige Reise für April/ Mai storniert mit Flug, Hotel und Mietwagen.
    Diese Einschränkung für einen Strandurlaub mit 3 Kindern macht keinen Spass und bringt keine Erholung. Adios Espana bis auf Weiteres.

  8. @David. Mit Wanderstöcken und als Mitglied in einem Wander“sport“verein / Verband könnte man das sicher verteidigen. Ich persönlich werde, wenn ich mit meinem Hund in den einsamen Weiten Fuerteventuras unterwegs bin und niemand in Sichtweite ist, das „Risiko“ eingehen, keine Maske zu tragen. Sollten mir andere begegnen, werde ich aus Respekt auch dann eine Maske aufsetzen, wenn ich deutlich mehr als die bisher geltenden 2 Meter Mindestabstand einhalten kann.

  9. OH JE

    mit dieser restriktiven Regelung hat sich dann der Spanienurlaub für einige Urlauber erledigt 🙁 🙁
    Schade für Fuerte…………

  10. @Caro. Bei den Angaben des Auswärtigen Amtes handelt es sich um eine Zusammenfassung. Insbesondere die Angaben bezüglich „öffentlichen Verkehrsmitteln“ sind sind unseres Erachtens unzulässig vereinfacht. Es gibt ein grundsätzliches Problem bei der Übersetzung des Begriffs „en la vía publica“, für die es im Deutschen keine direkte Entsprechung gibt. Grundsätzlich gilt aber: auch Strände, Naturschutzgebiete und einsame Barrancos usw. sind „öffentliche oder öffentlich zugängliche Orte“. Was die Änderungen für die Kanaren bedeuten, haben wir im Artikel dargelegt.

  11. Politiker leben nicht vom Tourismus. Sie sind auf Diät(en) oder leben von „Masken-Deals“ …

  12. Adios Espana. Eine Maske am menschenleeren Strand? Das ist nur noch bescheuert und absolut sinnlos! Was wollen die mit diesem Aktionismus überhaupt bewirken?

    Wie auch immer, damit hat sich Fuerteventura für mich für eine laaange Zeit erledigt.

  13. …. das kann nur optische Gründe haben😩. Wenn es nicht so traurig und schwachsinnig wäre, könnte man ja drüber lachen. Totalmente Logo.
    Hasta pronto!
    Ecki

  14. Guten Morgen, auf der Seite vom auswärtigen Amt mit Stand 31.03.2021 steht das nicht so eindeutig geschrieben. Hier heißt es >an allen öffentlichen Orten<, was ist mit im Freien gemeint?

    Text von Seite auswärtiges Amt:
    Hygieneregeln
    Landesweit gilt eine Pflicht zum Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung an allen öffentlichen Orten innerhalb und außerhalb geschlossener Räume sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln. Verstöße gegen die Maskenpflicht werden mit Geldstrafen (ca. 100,- Euro) geahndet. Kinder unter sechs Jahren und Personen, bei denen aus gesundheitlichen Gründen die Maskenpflicht kontraindiziert ist, sind von der Pflicht ausgenommen. Es empfiehlt sich eine entsprechende Bescheinigung mitzuführen.

  15. Ich hoffe, dass noch eine Tourismus-konforme Regelung gefunden wird. Ansonsten auch für mich: kein Urlaub in Spanien. Will denn die Zentralregierung den so geringen Tourismus ganz kaputt machen? Da kommt doch keiner mehr. Wovon sollen denn die Leute auf den Kanaren leben?

  16. Scheint mir eher ein Aprilscherz zu sein! Absolut willkürlicher Quatsch und weder wissenschaftlich noch logisch nachvollziehbar.

  17. Das ist sehr kompetent umschrieben , werter Thomas , dafür herzlichsten Dank. Weiterer Kommentar , z.B. meinerseits erübrigt sich , auch Beisserchen reinigen mit Maske kommt in Kürze , Henry ( Maske) schmunzelt mit Stirnrunzeln.

  18. Reine Willkür und völlig unverhältnismäßig. Wer die Kanaren kennt, weiß wie weitläufig man sich ohne jemandem zu begegnen bewegen kann. Fürchtet die spanische Regierung, dass ich Wind, Wellen und Sand anstecken???? Auch wenn ich auf der Liege am Strand liege und Abstand halte, wen kann ich, wissenschaftlich begründet, anstecken ? Hoffentlich werden die Maßnahmen von den spanischen Gerichten kassiert.
    Oder sind die darauf ausgerichtet, den Tourismus völlig zum Sterben zu bringen und die Menschen, die davon abhängig sind, in die Insolvenz zu treiben und Hunger leiden zu lassen ?

  19. Sollte hier diese von Ihnen beschriebene Verhältnismäßigkeit tatsächlich nicht gewahrt bleiben dann bin ich sicher so konsequent jetzt im April (nach ca. 30 mal) das letzte mal auf Fuerteventura gewesen zu sein. Und die große Frage nach Sinn und Sinnlosigkeit wenn dann Abends alle ohne Maske im Restaurant sitzten, oder will man die jetzt auch noch schliessen? Dann würde ich, auch wenn ich auf den Kosten sitzen bleibe, gleich gar nicht mehr kommen.

  20. Das kann nur ein verfrühter Aprilscherz sein. Weil erklären kann das sicher niemand. Mit diesem neuen Gesetz werden jetzt vorsätzlich die letzten reisewilligen Urlauber von einer Reise nach Fuerteventura abgehalten. Toll gemacht.

  21. Und dann sitzen die wenigen Touristen in den offenen Strandbars eng zu viert an einem Tisch und trinken in 2 Stunden langsam und gemütlich ihren Kaffee – legal ohne Maske.
    30 m entfernt liege ich entspannt auf meiner Sonnenliege mit Abstand zu allen Personen und muss dabei die Maske tragen. Wer soll dass noch verstehen.

  22. Das ist das endgültige Aus für den Tourismus bis zum Ende der Pandemie. Öffentlichkeit usw hat man ja akzeptiert, aber am Strand, sorry. Leider…

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