Mehr Wasser für den Süden Fuerteventuras: neue Module der Entsalzungsanlage in Gran Tarajal aktiv

Entsalzungsanlage-Gran-Tarajal

Am 15.04.2021 hat der Inselpräsident Sergio Lloret mit der ersten Vicepräsidentin Lola García und dem zweiten Vicepräsidenten Claudio Gutiérrez die Meerwasserentsalzungsanlage in Gran Tarajal besucht. Anlass des Besuchs war der Beginn des Probelaufs der neuen Entsalzungsmodule. Ebenfalls anwesend waren die Bürgermeisterin von Tuineje, Ester Hernández und der Stadtrat für Wasser, Tomás Torres.

Entsalzungsanlage in Gran Tarajal

Die Anlage in Gran Tarajal produzierte pro Tag 4.000 Kubikmeter entsalztes Meerwasser. Mit den beiden neuen Modulen können täglich jeweils 1.000 Kubikmeter Wasser entsalzen. Damit wird die Gesamtmenge an Wasser, die das Werk in Gran Tarajal pro Tag entsalzen kann, 6.000 Kubikmeter betragen.

Die beiden neuen Module befinden sich zur Zeit noch in einer Probephase, die in etwa eine Woche dauern wird. Sollte es zu keiner Verzögerung kommen, werden die Module danach voll eingesetzt und auch ihre volle Leistung wird abrufbar sein.

Bei seinem Besuch betonte Lloret, wie wichtig die Herstellung von Trinkwasser direkt im Süden der Insel sei. Grade die Störungen der letzten Zeit hätten gezeigt, dass es umso wichtiger sei, dass der Süden nicht ausschließlich von den Wasserlieferungen aus Entsalzungswerk in Puerto del Rosario abhängig sei. So könne nun dann das Wasser aus Gran Tarajal in den Hauptspeicher nach Tiscamanita gepumpt werden. Man wolle weiter daran arbeiten, die Trinkwasserversorgung auf der Insel insgesamt zu verbessern, erklärte Lloret weiter.

Die Bürgermeisterin von Tuineje, Ester Hernández, ließ verlauten, dass die Herstellung von Trinkwasser aus Meerwasser eine Schlüsselfunktion bei der Trinkwasserversorgung auf Fuerteventura darstellt. Es wäre nicht ausreichend, nur den Transport und die Zwischenspeicherung des Wassers zu verbessern, wenn man nicht auch mehr Wasser liefern könne. Hernández sprach weiter an, dass das CAAF (Consocio de abastecimiento de Aguas de Fuerteventura, Wasserversorger) auch die Verminderung der Lärmbelästigung der Entsalzungsanlage garantieren müsse. Die Anlage liegt direkt neben einer Wohnanlage.

Weitere Entsalzungsmodule in Corralejo und Puerto del Rosario

In den Entsalzungsanlagen von Corralejo und Puerto del Rosario sind ebenfalls je zwei neue Module bereits installiert. Die Anlage in Corralejo hat die Testphase bereits hinter sich gebracht und produziert schon Trinkwasser im normalen Betrieb.

Für die zwei Module in Puerto del Rosario soll noch in dieser Woche die etwa einwöchige Testphase beginnen. Danach sollen auch diese Module ans Netz gehen.

Die Gesamtinvestition für die sechs Module beläuft sich nach Angaben der Pressestelle des Cabildo de Fuerteventura (Inselregierung) auf 1.683.928 Euro.

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9 Kommentare

  1. @Zimbo: In dem Moment, in dem das Wasser die Entsalzungsanlage verlässt, ist es äußerst rein und nahezu frei von Mineralien. Man kann es problemlos trinken. Ob das Wasser an einer bestimmten Entnahmestelle, z.B. am Wasserhahn in Deiner Küche, zu jeder Zeit zum Trinken geeignet ist, hängt dagegen von vielen Faktoren ab. Das Wasser wird an mehreren Stellen zwischengespeichert. All diese Speicher sind nicht hermetisch abschlossen, sodass das Wasser verunreinigt werden könnte. Der letzte Zwischenspeicher ist der Reservetank Deines Hauses. Ich habe schon Reservetanks gesehen, in denen Mückenlarven schwammen oder in denen sich ein schlammiger Bodensatz gebildet hat. Außerdem ist das Leitungssystem an vielen Stellen Fuerteventuras marode und muss repariert werden. Auch dabei kann Schmutz in die Leitungen eindringen. Ob also das Wasser bei Dir zuhause jederzeit zum Trinken geeignet ist, kann Dir niemand verbindlich sagen.

  2. Es würde mich wirklich interessieren ob das Wasser zum trinken geeignet ist.
    Kann jemand verbindlich was dazu sagen?

  3. @Paco:
    „@Fuertegirl
    Versuch macht kluch.“

    Nee, ganz sicher nicht.
    Eine Kollegin hatte auf La Gomera mal einen halben Liter Wasser aus dem Hahn getrunken; sie war danach für eine Woche außer Gefecht wegen Magenproblemen.
    Es wird ja auch überall empfohlen, das Wasser nicht zu trinken, weil es eben entsalzenes Meerwasser ist und kein reguläres Trinkwasser.
    Ich dachte deswegen beim lesen des Artikels, es wäre jetzt eine besondere Technik zum Einsatz gekommen, die tatsächlich das Leitungswasser auf Fuerte wirklich trinkbar machen würde.
    Wenn nicht, dann werde ich auch zukünftig das Wasser nicht trinken.
    Letztlich ist es wohl so, wie Thomas schrieb: Es heißt im Spanischen „agua potable = Trinkwasser“, aber das bedeutet nicht, dass man es auch wirklich gläserweise trinken kann/soll 😉

  4. Im Gegensatz zu m Wasser in Deutschland, gilt das „Trinkwasser“ auf den Kanaren nicht als „Lebensmittel“. Es werden geringe Mengen Chlor zur Desinfektion zugesetzt. Dies ist bei den gegebenen Umständen und der Leitungsinfrastruktur auch sinnvoll und normalerweise nicht gefährlich, schmeckt aber nicht und verfälscht den Geschmack von Getränken und Essen. Man sollte das Leitungswasser also entweder durch zusätzliche Maßnahmen im Haus , wie z. B. Aktivkohlefilter vom Desinfektionsmittel befreien, oder es doch lieber nur zum Waschen und Zähneputzen verwenden.

  5. Auf Schiffen ist es schon seit längerem so dass Entsalzungsanlagen an Bord sind.
    Nach dem „Entsalzen“ wird das erzeugte Wasser mit Mineralien angereichert .
    Fertig ist das Trinkwasser.

  6. @Fuertegirl
    Versuch macht kluch.
    Einfach mal ’nen Liter verdampfen, bis nur noch weisse Mineralien übrig sind. Dann den Topf mit dem feuchten Finger auswischen und „auf der Zunge zergehen“ lassen.
    In Corralejo war das schon vor Jahren lediglich ein ganz klein wenig salzig…kaum zu schmecken.
    Bakterien und auch Viren passen ohnehin nicht durch die Poren der Osmose-Membranen.
    Nach einer Reparatur, oder bei neu verlegten Leitungen muss das Wasser eine Weile lang „gechlort“ werden.
    p.

  7. Vor allem die Bewohner in La Pared werden sich freuen.😀 Sind Sie doch öfters mal von der Wasserversorgung im Stich gelassen worden 😳 wie man in der Fuerteventura Zeitung lesen konnte.
    Wenn es jetzt noch gelingt die maroden Leitungen zu erneuern,dann kann es wieder heißen Wasser marsch. Die Verluste in den Leitungen sind mit Sicherheit nicht wenig.😕

  8. @Fuertegirl
    Das Wasser, das hier aus der Leitung kommt heißt „agua potable“, also Trinkwasser. In dem Moment, in dem es die Meerwasserentsalzungsanlage verlässt, ist es in jedem Fall trinkbar. Ob Du das Wasser, das letztlich aus Deinem Hahn kommt trinkst, oder nicht…

  9. Geht es dabei wirklich um Trinkwasser?
    Bisher konnte man mWn das entsalzene Wasser nicht trinken, sondern nur zum Zähneputzen verwenden, oder?
    Das wäre ja echt ein super Fortschritt, wenn das Wasser inzwischen sogar trinkbar wäre.

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