Fuerteventura: Untersuchungshaft für 6 mutmaßliche Mitglieder der Latino-Gang Dominicans Don´t Play

Dominican-Dont-Play-Fuerteventura

Am 19. Juli 2022 haben Beamte einer Spezialeinheit der Guardia Civil und der Gemeindepolizei von La Oliva sieben Personen im Norden von Fuerteventura festgenommen. Die Festnahme erfolgte im Zusammenhang mit dem Messerangriff auf einen jungen Mann am 17. Juli 2022 in Corralejo.

Die Tatverdächtigen wurden dem Ermittlungsgericht in Puerto del Rosario überstellt. Das Gericht ordnete gegen sechs der sieben Tatverdächtigen Untersuchungshaft an. Die 7. Person ist noch minderjährig, weshalb sie von der Untersuchungshaft verschont blieb.

Die Polizei legt den Festgenommenen mehre schwerste Straftaten zur Last, darunter die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, sowie verschiedene Grade der Beteiligung an zwei versuchten Tötungsdelikten sowie zwei gefährliche Körperverletzungen mit einem Messer.

Laut Angaben aus Kreisen der Guardia Civil sollen die Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Gangmitglieder bereits Ende April 2022 begonnen haben. Damals entdeckten die Ermittler auf Fuerteventura einen möglichen Ableger der als gefährlich eingestuften Latino-Gang „Dominicans Don´t Play“ (DDP „Dominikaner spielen nicht“). Diese hatte sich offenbar den Ort Corralejo im Gemeindegebiet von La Oliva im Norden der Insel als Territorium ausgesucht.

Ursprünge in den USA

Die DDP ist eine dominikanisch-amerikanische Straßengang und hat ihren Ursprung in den 1990er Jahren in Manhattan/ New York. Sie sind dafür bekannt, in erster Linie Messer und Macheten als Waffen zu benutzen.

Seit 2006 verzeichnete die spanische Polizei eine wachsende Präsenz in Spanien, vor allem in Madrid. Bereits in 2014 hatte das Oberste Spanische Gericht (Tribunal Supremo) die „Dominicans Don´t Play“ als kriminelle Vereinigung bestätigt.

Die Bandenmitglieder sind überwiegend sehr jung, teilweise noch Kinder. Die jüngsten ermittelten Gangmitglieder waren gerade einmal 11 Jahre alt und damit in Spanien noch lange nicht strafmündig. Kaum ein Mitglied der Bande ist dagegen älter als 30.

Die Fluktuation der Bandenmitglieder der DDP in Spanien gilt als sehr hoch. Pro Jahr werden zwischen 100 und 200 Mitglieder festgenommen. Nach Schätzungen gibt es landesweit insgesamt rund 350 bis 400 aktive Mitglieder. Deshalb muss die Bande ständig neue Mitglieder, vor allem an Schulen und über die sozialen Medien rekrutieren. Die Wachstumsmöglichkeiten sind in Spanien relativ beschränkt, da die Gang traditionell fast nur Dominikaner aufnimmt. Lediglich bei Kolumbianern und Ecuadorianern machen sie gelegentlich Ausnahmen.

Die DDP beschäftigen sich mit klassischer Straßenkriminalität, vor allem mit dem Verkauf von Drogen.

In der jüngsten Vergangenheit sind Mitglieder der DDP in Spanien immer wieder durch brutale Gewalttaten im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen mit anderen Gangs, insbesondere mit ihren Erzfeinden, den Trinitarios, aufgefallen.

Im Mai 2022 hat ein Gericht in Madrid drei Mitglieder der DDP wegen eines Angriffs auf eine andere Gang zu Haftstrafen zwischen 3,5 und 29 Jahren verurteilt. Der Anführer wurde als Haupttäter wegen dreifachen versuchten Mordes verurteilt.

Die DDP gilt als Verbrecherschule. Wer Talent hat und sich bewährt, kann in anderen kriminellen Vereinigungen Karriere machen. Wer nicht gut ist, endet als einfacher Krimineller.

Nun bleibt zu hoffen, dass durch die Festnahme der 6 mutmaßlichen Bandenmitglieder deren Ausbreitung auf Fuerteventura im Keime erstickt werden konnte.

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1 Kommentar

  1. Danke für den interessanten Artikel. Bleibt zu hoffen, dass der Kopf der angeschlagenen Schlange auf Fuerteventura keine neuen Köpfe nachwachsen.

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