Andere Länder, andere Sitten: während in Deutschland die Straßenverkehrsordnung verbietet, vor einer fremden Grundstückseinfahrt zu parken, ist das in Spanien grundsätzlich erlaubt. Wenn ein Grundstückseigentümer in Spanien sicherstellen will, dass seine Einfahrt jederzeit frei bleibt, muss er bei der Gemeinde ein sogenanntes „vado permanente“ beantragen und dafür eine Gebühr bezahlen. Dann kann er links und rechts von der Einfahrt ein entsprechendes Schild anbringen und somit ein Parkverbot erreichen. Anders als in Deutschland darf der Grundstückseigentümer dann auch nicht selbst in seiner eigenen Einfahrt parken.
Gemeinde Pájara beschließt neue Gebührenordnung für „vados“
Am 2. Februar 2026 hat die Gemeinde Pájara eine neue Gebührenordnung beschlossen, mit der die Abgabe für solche „vados“ im gesamten Gemeindegebiet deutlich reduziert wird.
Sämtliche politischen Gruppen im Gemeinderat unterstützten den Vorschlag der Gemeinderegierung einstimmig und hoben die positiven Auswirkungen dieser Maßnahme hervor. Ziel ist es, die Zahl der genehmigten vados zu erhöhen und gleichzeitig Parkraum im öffentlichen Straßenraum freizugeben.
Deutliche Entlastung für Anwohner und Gewerbe
Nach Angaben der Gemeinde zahlten Nutzer bislang durchschnittlich rund 150 Euro pro Jahr für einen vado. Mit der neuen Regelung sinken die Kosten erheblich. Für eine Stellplatzzufahrt mit Breite von etwa 4,5 Metern, die den Zugang zu einem einzelnen Parkplatz ermöglicht, liegen die jährlichen Gebühren künftig bei rund 38,70 Euro für die Wohnnutzung und bei etwa 59,50 Euro für die gewerbliche Nutzung. Grundlage der Berechnung ist eine geschätzte Basistarifgebühr von 13,23 Euro, zu der die laufenden Meter sowie ein Korrekturfaktor je nach Nutzungsart hinzukommen.
Aussagen der Gemeindeverantwortlichen
Der Bürgermeister von Pájara, Alejandro Jorge, erklärte, dass mit dieser Entscheidung bestehende Satzungen und Maßnahmen angepasst werden sollen, um der Bevölkerung konkrete Vorteile zu bringen. Die Senkung der Kosten für vados werde dazu beitragen, dass mehr private Stellplätze genutzt werden, die bislang aufgrund der hohen Gebühren ungenutzt geblieben seien.
Der erste stellvertretende Bürgermeister, Alexis Alonso, betonte, dass die neue Regelung zu mehr Gerechtigkeit bei der Wohnnutzung führe und zugleich besser an die wirtschaftliche Realität der gewerblichen Nutzung angepasst sei. Zudem sei die neue Gebührenordnung rechtlich solider und technisch besser abgesichert.
Der für den Verkehrsbereich zuständige Gemeinderat, Raimundo Dacosta, wies darauf hin, dass die Gemeinde Pájara parallel neue Parkflächen schafft und bestehende private Stellplätze optimiert. Viele dieser Flächen seien bislang wegen der hohen Kosten für vados nicht genutzt worden. Die Gebührensenkung werde daher die städtische Entwicklung sowie die Mobilität in den urbanen Zonen der Gemeinde fördern.
Informationskampagne für Bürger
Die Gemeinde kündigte außerdem eine Informationskampagne an, um die Bevölkerung über die neuen Regelungen zu vados und die Zugangsmöglichkeiten zu informieren.
Mit dieser Maßnahme setzt die Gemeinde Pájara ihre Strategie fort, kommunale Satzungen gezielt zu überarbeiten, um die Mobilität und die Erreichbarkeit im Gemeindegebiet auf Fuerteventura nachhaltig zu verbessern. Die neue Gebührenordnung soll dazu beitragen, den Parkdruck auf öffentlichen Straßen zu reduzieren und vorhandene private Parkmöglichkeiten effizienter zu nutzen.
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