Das Allgemeine Krankenhaus von Fuerteventura (Hospital General de Fuerteventura), hat am 29.01.2026 erstmals eine Geburt per Kaiserschnitt durchgeführt, bei der der Vater während des gesamten Eingriffs im Operationssaal anwesend sein durfte.
Die Maßnahme erfolgte im Rahmen des Protokolls für die Begleitung bei geplanten Kaiserschnitten (Protocolo de acompañamiento de gestantes en cesáreas programadas), das das Krankenhaus im Jahr 2025 ausgearbeitet hat.
Grundlage dafür sind die Leitlinien des Kanarischen Gesundheitsdienstes (Servicio Canario de la Salud), die die Anwesenheit des Vaters unter Bedingungen der klinischen Sicherheit und zur emotionalen Unterstützung der Mutter erlauben.
Ruhiger Ablauf und gesunde Geburt
Der Kaiserschnitt verlief ohne Komplikationen und endete mit der Geburt eines gesunden Mädchens um 09:21 Uhr. Das Neugeborene war 53 Zentimeter groß und wog 3,6 Kilogramm. Es zeigte eine sehr gute Anpassung an das Leben außerhalb des Mutterleibs und konnte bereits in den ersten Minuten nach der Geburt bei ihren Eltern bleiben. Dadurch wurde der frühe Hautkontakt gefördert und die emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind gestärkt. Sowohl die Mutter als auch das Baby befanden sich nach dem Eingriff in einem guten Gesundheitszustand.
Begleitung während des gesamten Prozesses
Der Vater konnte die Mutter vom Beginn der medizinischen Überwachung bis zur postoperativen Erholungsphase begleiten. Für die Familie bedeutete dies ein besonderes und emotionales Erlebnis, das zu einer Atmosphäre von Ruhe, Vertrauen und emotionaler Sicherheit beitrug. Das Krankenhaus betont, dass diese Form der Begleitung einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden der Gebärenden leistet.
Medizinisches Team und Humanisierung
An dem Eingriff war ein Team aus acht Fachkräften beteiligt, darunter ein Anästhesist, mehrere Gynäkologinnen, eine Hebamme, ein Kinderarzt, Pflegekräfte und ein technischer Pflegeassistent. Alle acht sorgten während des gesamten Prozesses für die klinische Sicherheit und das Wohl der Familie. Ergänzend wurden Maßnahmen zur Humanisierung geplanter Kaiserschnitte umgesetzt, bei denen die familiäre Begleitung eine zentrale Rolle spielt.
Einbindung in die IHAN-Initiative
Das Krankenhaus ist Teil der Initiative zur Humanisierung der Geburtshilfe und Stillförderung, spanisch Iniciativa para la Humanización de la Asistencia al Nacimiento y la Lactancia, kurz IHAN. In diesem Rahmen wird auf Fuerteventura bereits seit dem Jahr 2018 bei Kaiserschnittgeburten der direkte Hautkontakt zwischen Neugeborenem und Eltern gefördert. Die aktuelle Maßnahme stellt einen weiteren Schritt in dieser Entwicklung dar.
Eigenes Protokoll für geplante Kaiserschnitte
Die Leitung der Gesundheitsdienste auf Fuerteventura, hat im Zuge dieses Humanisierungsprozesses ein eigenes Protokoll für die Begleitung von Schwangeren bei geplanten Kaiserschnitten erarbeitet. Ziel ist es, medizinische Sicherheit mit emotionaler Unterstützung und familiärer Nähe zu verbinden.
Vorteile der Begleitung
Zu den Vorteilen zählen eine Verringerung von Angst und Stress bei der Mutter, was sich positiv auf den Bedarf an Schmerzmitteln auswirken kann, eine insgesamt bessere Geburtserfahrung durch die aktive Einbindung des Begleiters sowie eine Stärkung der familiären Bindung. Das direkte Platzieren des Neugeborenen zwischen den Eltern erleichtert zudem den Bindungsaufbau und unterstützt den Beginn des Stillens.
Klare Voraussetzungen für die Teilnahme des Vaters
Die Anwesenheit des Vaters im Operationssaal ist ausschließlich bei zuvor geplanten Kaiserschnitten vorgesehen. Voraussetzung ist eine Schwangerschaft zwischen der 37. und 42. Woche ohne Risikofaktoren bei Mutter, Kind oder im Hinblick auf die Anästhesie.
Unter diesen Voraussetzungen kann der Begleiter während des gesamten Eingriffs und bis zur postoperativen Erholung anwesend sein, stets unter Anleitung des medizinischen Personals und unter Einhaltung aller Sicherheitsvorgaben.
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