3 Tote bei Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff mit möglichem Kurs Richtung Kanaren

Kreuzfahrtschiff-Hanta-MV-Hondius

Ein mutmaßlicher Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ sorgt international für Aufsehen und hat auch eine indirekte Verbindung zu den Kanaren.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation und des Betreibers Oceanwide Expeditions sind bislang drei Personen gestorben. Dabei handelt es sich um ein niederländisches Ehepaar im Alter von 70 und 69 Jahren sowie eine weitere niederländische Person, deren Leichnam sich weiterhin an Bord befindet. Drei weitere Personen sind erkrankt.

Ein 69-jähriger britischer Passagier wurde bereits während der Reise ausgeflogen und befindet sich seit dem 03.05.2026 in Johannesburg in Südafrika auf der Intensivstation. Bei diesem Patienten wurde die Infektion mit dem Hantavirus per Labordiagnose eindeutig bestätigt. Bei den beiden weiteren Verdachtsfällen soll es sich um zwei Crewmitglieder handeln, die dringend medizinische Hilfe benötigen.

Schiff seit 04.05.2026 vor Kap Verde festgesetzt

Das Expeditionsschiff, das am 20.03.2026 im argentinischen Ushuaia gestartet war, liegt seit mindestens dem 04.05.2026 vor der Küste von Kap Verde vor Anker. Die dortigen Behörden haben bislang keine Genehmigung erteilt, erkrankte Personen an Land zu bringen. Gesundheitsbeamte haben das Schiff zwar untersucht, eine Entscheidung über Evakuierungen steht jedoch weiterhin aus.

An Bord befinden sich rund 150 Passagiere aus verschiedenen Ländern. Die Reise führte über mehrere Stationen im Südatlantik und in der Antarktis, darunter die Falklandinseln, Südgeorgien, Tristan da Cunha sowie St. Helena und Ascension.

Geplante Weiterfahrt mit Bezug zu den Kanaren

Nach Abschluss der Reise auf Kap Verde war offenbar vorgesehen, dass die „MV Hondius“ ohne Passagiere weiter zu den Kanaren fährt. Von dort aus sollte das Schiff für die Sommersaison 2026 für Expeditionsfahrten in die Arktis positioniert werden. Damit hätte auch die Kanarischen Inseln indirekt eine Rolle als logistischer Zwischenstopp im Atlantik gespielt. Auch wenn keine Passagiere mehr an Bord gewesen wären, hätten theoretisch infizierte Besatzungsmitglieder das Virus beim Landgang auf die Kanaren bringen können.

Die aktuelle Lage könnte diese Planungen jedoch erheblich verzögern oder verändern, insbesondere solange unklar ist, ob weitere Infektionen auftreten.

Herkunft und Gefährlichkeit des Virus

Beim Hantavirus handelt es sich um eine seltene, aber potenziell tödliche Infektion, die in der Regel durch Nagetiere übertragen wird. Die Ansteckung erfolgt meist durch das Einatmen von Partikeln aus getrocknetem Urin, Speichel oder Kot infizierter Tiere. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist äußerst selten, kann aber bei einer bestimmten südamerikanischen Virusvariante nicht ausgeschlossen werden.

Experten gehen davon aus, dass sich die betroffenen Passagiere bereits vor Einschiffung infiziert haben könnten. Nach Angaben des RKI liegt die Inkubationszeit gewöhnlich zwischen zwei und vier Wochen liegt. Allerdings könnte die Inkubationszeit auch nur 5 Tage oder aber auch 60 Tage dauern.

Typische Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und in schweren Fällen eine lebensbedrohliche Flüssigkeitsansammlung in der Lunge. Die Sterblichkeitsrate kann bei bestimmten Formen bis zu 45 Prozent betragen.

Ungewöhnlicher Ausbruch auf See

Fachleute betonen, dass ein Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff äußerst ungewöhnlich ist. Gleichzeitig gilt ein Schiff mit vielen Menschen auf engem Raum als besonders anfällig für die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Ob es sich tatsächlich um zusammenhängende Infektionen und somit um einem Ausbruch handelt oder mehrere unabhängige Erkrankungen vorliegen, ist derzeit Gegenstand der Untersuchungen.

Die Reederei Oceanwide Expeditions erklärte, man arbeite eng mit Gesundheitsbehörden zusammen, um die genaue Ursache der Erkrankungen zu klären und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

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