Einzigartige Keramik der Ureinwohner Fuerteventuras kehrt ins Archäologische Museum zurück

Keramik-Fuerteventura-Museum

Das Archäologische Museum von Fuerteventura hat eine Keramik von außergewöhnlichem kulturellem Wert aus der Kultur der Majos, der Ureinwohner von Fuerteventura, präsentiert. Das Stück wurde dem Museum von Juan Martín Guerra gestiftet. Mit der Übergabe kehrt das archäologische Kulturgut offiziell nach Fuerteventura zurück. An der Veranstaltung nahmen neben dem Spender auch Vertreter der Inselregierung sowie das technische Team des Museums teil.

Die Keramik gehört ab sofort zum Bestand „Museo Arqueológico de Fuerteventura (MAF)“ und gilt als bedeutendes materielles Zeugnis für das Verständnis der Kultur der Ureinwohner von Fuerteventura.

Nach Angaben des Museums handelt es sich um ein einzigartiges Stück, sowohl wegen seiner Typologie als auch wegen seiner außergewöhnlichen Verzierungen. Die Keramik liefert wichtige Informationen über die materiellen Ausdrucksformen und Traditionen der Majos. Nach der Übergabe wird das Objekt nun katalogisiert und von den Experten des Museums eingehend untersucht, um seinen historischen Kontext genauer zu erforschen.

Cabildo hebt Bedeutung für die Identität von Fuerteventura hervor

Die Präsidentin des Cabildo von Fuerteventura, Lola García, erklärte während der Veranstaltung, dass die Aufnahme dieses Stücks „einen enormen Wert für unsere Insel“ habe. Es handle sich nicht nur um eine Keramik, sondern um einen grundlegenden Teil der Identität und Kultur des Majo-Volkes. Sie dankte Juan Martín Guerra ausdrücklich und betonte, dass sich dessen persönliche Entscheidung nun in einen kollektiven Nutzen für die gesamte Bevölkerung verwandle.

Außerdem hob sie hervor, dass die Spende solcher Kulturgüter bedeute, „das Wesen eines Volkes wertzuschätzen und zu respektieren“. Kulturerbe dürfe nicht im privaten Besitz verborgen bleiben, sondern solle sich in einem Museum befinden, wo es geschützt, erforscht und der Bevölkerung zugänglich gemacht werden könne.

Auch der Regierungsrat für kulturelles Erbe im Cabildo, Rayco de León, unterstrich die Bedeutung der Rückführung. Die Aufnahme der Keramik entspreche einer der strategischen Linien des Archäologischen Museums, nämlich verstreutes Kulturerbe von Fuerteventura aus anderen Sammlungen oder Museen wiederzufinden und auf die Insel zurückzubringen. Die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung sei dabei unverzichtbar, um privates Kulturgut wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Keramik wurde bereits 1971 dokumentiert

Nach Angaben des Spenders Juan Martín Guerra erkannte er bereits auf den ersten Blick die außergewöhnliche Bedeutung der Keramik. Deshalb verfolgte er ihren Weg über Jahre hinweg, bis er das Stück schließlich im Februar 1996 erwerben konnte. Für ihn gehöre die Keramik nach Fuerteventura, weshalb er sie nun dem Archäologischen Museum übergeben habe, damit sie an ihren Ursprungsort zurückkehren könne und dort für die Bevölkerung bewahrt werde.

Die Geschichte der Keramik reicht mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Das Stück wurde ursprünglich 1971 im bekannten „Bazar Estoril“ in Las Palmas de Gran Canaria entdeckt. Damals gehörte es zur Privatsammlung von Chandan Bulchand, dem indischen Konsul in Las Palmas. Die Echtheit der Keramik wurde seinerzeit vom Historiker und Archäologen Julio Moisés bestätigt, der als offizieller Restaurator des nationalen Kulturerbes und Berater des Cabildo von Gran Canaria tätig war. Er bezeichnete das Objekt als einzigartig.

Die Familie Bulchand bewahrte die Keramik über Jahrzehnte hinweg auf, bis Juan Martín Guerra sie im Februar 1996 erwarb. Experten zufolge befinden sich am Rand kleine historische Kerben, die einst für Untersuchungen genutzt wurden, mit denen die Herkunft von Fuerteventura bestätigt wurde.

Mit der Spende endet nun nach 55 Jahren die Reise der Keramik, die damit endgültig wieder Teil des Kulturerbes von Fuerteventura wird. Das Cabildo von Fuerteventura ruft die Bevölkerung dazu auf, das „Museo Arqueológico de Fuerteventura (MAF)“ zu besuchen und die Kultur der Ureinwohner kennenzulernen. Gleichzeitig betont die Inselregierung, dass der Schutz des kulturellen Erbes eine gemeinsame Aufgabe von Institutionen und Bevölkerung bleibt.

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