Die Gemeinde Betancuria fordert Untersuchungen zur Pflanzengesundheit im Palmenhain des Barranco de Vega de Río Palmas auf Fuerteventura. Nach Angaben der Gemeinde gehen seit Jahren immer mehr Exemplare der kanarischen Palme (Palmera Canaria) verloren. Betroffen seien teilweise sehr alte Palmen mit besonderem landschaftlichem, ökologischem und kulturellem Wert.
Das Barranco de Vega de Río Palmas gilt als einer der bekanntesten und landschaftlich markantesten Orte auf Fuerteventura. Der Palmenhain prägt das Erscheinungsbild des Tales seit Jahrhunderten so stark, dass sich dies sogar im Ortsnamen widerspiegelt.
Weitere Palme eingestürzt
Wie die Gemeinde Betancuria mitteilt, ist kürzlich erneut eine kanarische Palme im Barranco umgestürzt. Nach Einschätzung der Gemeinde reichen selbst die Regenfälle des Winters 2025/2026 nicht aus, um die Folgen der langjährigen Trockenheit auf Fuerteventura auszugleichen. Die Palmen litten seit Jahren unter Wassermangel aufgrund der anhaltenden Dürreperioden auf der Insel. Dadurch habe sich auch das Landschaftsbild deutlich verändert.
Die Gemeinde weist darauf hin, dass insbesondere ältere Palmen zunehmend geschwächt seien. Nach Ansicht der Verantwortlichen könnten ohne weitere Untersuchungen und Maßnahmen weitere Exemplare verloren gehen.
Wanderweg nach Las Peñitas betroffen
Besondere Sorgen bereitet der Gemeinde die Situation am Wanderweg Richtung Las Peñitas. Dieser Bereich gehört zu den meistbesuchten Wanderstrecken auf Fuerteventura und wird regelmäßig von Touristen und Einheimischen genutzt. Nach Angaben der Gemeinde ist die Zahl der Wanderer in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
Bürgermeister Enrique Cerdeña Méndez fordert deshalb eine schnelle Entfernung der umgestürzten Palme sowie die Wiederherstellung der Sicherheit und Zugänglichkeit des betroffenen Weges und Barrancos. Die Gemeinde warnt davor, dass umstürzende Palmen eine Gefahr für Wanderer darstellen könnten. Nach Angaben des Bürgermeisters kam es diesmal zwar zu keinen Verletzten oder Zwischenfällen, dennoch bestehe Handlungsbedarf.
Kritik am Cabildo von Fuerteventura
Die Gemeinde Betancuria erinnert außerdem daran, dass die Verwaltung des „Parque Rural de Betancuria“, Naturpark Betancuria, in der Zuständigkeit des Cabildo de Fuerteventura (Inselregierung) liegt. Das Cabildo ist zugleich die leitende Verwaltungsbehörde des Schutzgebietes.
Bürgermeister Enrique Cerdeña Méndez kritisiert in diesem Zusammenhang eine aus Sicht der Gemeinde mangelnde Aufmerksamkeit des Cabildo gegenüber Betancuria und dem Zustand des Naturparks. Die Gemeinde sieht insbesondere beim Schutz der Vegetation und bei der Pflege des Palmenhains Defizite.
Sorge um das Landschaftsbild auf Fuerteventura
Die Gemeinde warnt davor, dass sich der Zustand des natürlichen Umfeldes weiter verschlechtern könnte. In der Erklärung der Gemeinde heißt es wörtlich, dass Betancuria Gefahr laufe, zu einem „cementerio vegetal“, einem „vegetarischen Friedhof“ beziehungsweise „Friedhof abgestorbener Pflanzen“, zu werden, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen würden.
Gerade Vega de Río Palmas gehört zu den wenigen Gebieten auf Fuerteventura mit dichterer Vegetation und natürlichen Palmenbeständen. Der Bereich rund um das Barranco und die Kapelle von Vega de Río Palmas zählt zu den wichtigsten Natur und Kulturlandschaften der Insel und ist zugleich ein bedeutendes Ziel für Wanderer und Besucher.
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