Kanarische Regierung bestätigt erstes Nest der Asiatischen Hornisse auf Gran Canaria

Asiatische-Hornisse

Erst im Oktober 2025 hatten Forscher auf die hohe Wahrscheinlichkeit für und die Risiken durch eine Ansiedlung der Asiatischen Hornisse auf den Kanarischen Inseln gewarnt. In einer Studie kamen sie zu dem Schluss, dass die Ankunft dieser invasiven und schädlichen Hornissenart unvermeidbar sei und man nur durch eine intensive Vorbereitung verhindern könne, dass die Insekten zu einer ernsten Bedrohung für Umwelt, Wirtschaft und Gesundheit werden.
Nun ist eingetreten, was die Forscher vorhergesagt hatten: die kanarische Regierung hat das erste Nest der asiatischen Hornisse, auf Spanisch „avispa asiática“ oder „avispón asiático“, auf den Kanaren bestätigt.

Die invasive Art Vespa velutina nigrithorax“, die sich seit 2010 vor allem im Norden der Iberischen Halbinsel ausbreitet, wurde erstmals auf Gran Canaria nachgewiesen. Entdeckt wurde ein Nest mit insgesamt 93 Exemplaren im Stadtgebiet von Las Palmas de Gran Canaria.

Nachdem der Fund gemeldet worden war, entfernte die Feuerwehr der Inselhauptstadt das Nest noch in derselben Nacht. Anschließend informierte sie das Frühwarnnetz für invasive exotische Arten der kanarischen Regierung („Red de Alerta Temprana de Especies Exóticas Invasoras“/ „RedEXOS“) Das Netzwerk gehört zum Ressort für ökologischen Wandel und Energie der kanarischen Regierung.

Die eingefangenen Tiere wurden eingefroren und anschließend von Spezialisten untersucht. Durch die morphologische Analyse konnte die Art eindeutig bestätigt werden.

Fallen sollen weitere Nester aufspüren

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Las Palmas de Gran Canaria und der Inselregierung (Cabildo) von Gran Canaria wurde danach ein Protokoll zur Bekämpfung eingeleitet. In den Grünzonen rund um den Fundort werden spezielle Lockfallen installiert, um mögliche weitere Nester aufzuspüren. Zusätzlich sollen auch im Hafengebiet Fallen aufgestellt werden, dabei arbeitet die Hafenbehörde von Las Palmas mit den Behörden zusammen.

Mit den Maßnahmen soll festgestellt werden, wie weit sich die Population bereits ausgebreitet hat und in welchem Entwicklungsstadium sie sich befindet. Die eigentlichen Kontrollmaßnahmen sollen noch vor Anfang Herbst 2026 starten. Auch Imker auf Gran Canaria wurden bereits informiert und arbeiten ebenfalls mit den Behörden zusammen. Ebenso beteiligt sich die Kanarische Polizei an den Maßnahmen.

Experten sehen frühen Fund als Vorteil

Nach Einschätzung der Experten ist es positiv, dass der erste Fokus bereits im Frühjahr 2026 entdeckt wurde. Zu dieser Jahreszeit befinden sich die Kolonien noch im Wachstum, eine Fortpflanzung gilt derzeit als eher unwahrscheinlich. Unklar bleibt allerdings, wie sich die besonderen klimatischen Bedingungen der Kanaren auf den Lebenszyklus der Art auswirken werden.

Die Spezialisten empfehlen der Bevölkerung ausdrücklich, Sichtungen nur zu melden und keinesfalls selbst zu versuchen, die Tiere oder ihre Nester zu beseitigen.

Bevölkerung soll Sichtungen sofort melden

Die asiatische Hornisse ist leicht zu erkennen. Sie erreicht eine Größe von bis zu drei Zentimetern und ist damit etwa doppelt so groß wie die auf den Kanaren häufige Wespenart „Vespula germanica“. Charakteristisch sind ihr dunkler Körper, gelbe Beine sowie ein gelb oder orangefarbener Streifen am unteren Hinterleib.
Durch ihre Größe besitzt die Hornisse auch einen größeren Stachel und ihr Stich gilt als deutlich schmerzhafter. Die Giftwirkung unterscheidet sich jedoch nicht wesentlich von anderen Wespenarten. Besonders gefährdet sind Menschen mit einer bekannten Allergie gegen Bienen- oder Wespenstiche.

Die Behörden weisen außerdem darauf hin, dass übliche Schutzkleidung aus der Imkerei keinen ausreichenden Schutz gegen die asiatische Hornisse bietet. Die Entfernung möglicher Nester dürfe deshalb ausschließlich von spezialisiertem Fachpersonal durchgeführt werden, vorzugsweise nachts, wenn die Aktivität der Kolonie geringer ist.

Sichtungen sollen sofort über den Notruf 112 oder per WhatsApp an RedEXOS unter der Nummer 646 601 457 gemeldet werden. Fotos oder Videos der Tiere oder ihrer Nester sind dabei ausdrücklich erwünscht.

Gefahr auch für Bienen und Bestäuber

Die asiatische Hornisse hält sich häufig in der Nähe von Wasserstellen, Reservoirs oder Swimmingpools auf, da sie regelmäßig Wasser benötigt. Mit steigenden Temperaturen im Sommer nimmt dieser Bedarf weiter zu.

Da es sich um eine fleischfressende Art handelt, gehören Honigbienen und wilde Bestäuber zu ihren wichtigsten Beutetieren. Deshalb könnten die Hornissen auch in der Nähe von Bienenstöcken und Imkereien auftauchen. Experten befürchten, dass sich die invasive Art negativ auf die heimischen Bestäuberpopulationen und damit langfristig auch auf die Landwirtschaft und die natürlichen Ökosysteme der Kanaren auswirken könnte.

In diesem Beitrag findet ihr weitere Infos zu den Risiken durch die Asiatische Hornisse für die Kanaren.

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