Fuerteventura: La Oliva bringt rund eine Tonne „Popcorn“ zurück an die Küste

Popcorn_zurück_Strand

Die Gemeinde La Oliva hat im Rahmen einer neuen Umweltaktion rund eine Tonne sogenannter Rodolithe umgangssprachlich als Popcorn bekannt, wieder an die Küste dvon Fuerteventura zurückgebracht. Die Maßnahme wurde durch die Umweltabteilung Umwelt der Gemeinde La Oliva unter Leitung von Gemeinderat David Fajardo durchgeführt. Unterstützt wurde die Aktion sowohl durch die Zusammenarbeit mit Einwohnern als auch durch die Einheit für Umweltbelange der Gemeindepolizei, „Unidad de Medio Ambiente“ (UMA).

Wie die Gemeinde La Oliva am 25.05.2026 mitteilte, hatten zahlreiche Einwohner Rodolithe über Jahre hinweg als dekorative Elemente in Häusern, Gärten und auf Terrassen verwendet, oftmals ohne sich der ökologischen Bedeutung dieser Formationen bewusst zu sein. Nachdem die Gemeinde verstärkt Informations- und Sensibilisierungskampagnen zum Schutz der Küstenökosysteme durchgeführt hatte, nahmen viele Bürger Kontakt mit der Umweltabteilung auf, um die Rodolithe wieder in ihren natürlichen Lebensraum zurückzubringen.

Das berühmte „Popcorn“ von Fuerteventura

Bei den Rodolithen, auf Spanisch „rodolitos“, handelt es sich um Kalkalgen, die sich über lange Zeiträume zu harten, weißlichen Strukturen formen. Besonders bekannt sind sie von der Nordküste Fuerteventuras rund um den sogenannten Popcorn Strand bei Majanicho. Dort erinnern die angeschwemmten Kalkgebilde optisch an verstreutes Popcorn auf dem Boden eines Kinos, weshalb sie unter Urlaubern und Einwohnern schlicht als „Popcorn“ bekannt geworden sind. Ein Hype in den sozialen Medien hatte einen regelrechten Ansturm auf den Popcorn Strand ausgelöst.

Die Rodolithe sind keine Korallen, sondern pflanzliche Organismen. Ihre Kalkskelette werden durch die Brandung an die Strände gespült. Sie entstehen extrem langsam und spielen eine wichtige Rolle für das Küstenökosystem. Das Material trägt zur Bildung von Sand und natürlichen Strandstrukturen bei und bietet gleichzeitig zahlreichen Meeresorganismen Lebensraum und Schutz.

Nach Angaben der Gemeinde führt die massenhafte Mitnahme der Rodolithe langfristig dazu, dass weniger Material zu Sand verwittert und sich dadurch das Erscheinungsbild der Küsten verändert. Schätzungen zufolge verlassen jeden Monat mehrere Kilogramm des „Popcorns“ die Insel in Koffern und Rucksäcken von Urlaubern.

Bürgermeister lobt Umweltbewusstsein

Der Bürgermeister der Gemeinde La Oliva, Isaí Blanco, betonte die Bedeutung weiterer Umweltkampagnen. Viele Einwohner und Touristen hätten die Rodolithe aus Unwissenheit von den Stränden mitgenommen. Durch die Informationskampagnen werde nicht nur verhindert, dass weitere Formationen entfernt werden, sondern auch erreicht, dass Personen, die bereits Rodolithe entnommen haben, Kontakt mit der Umweltabteilung aufnehmen, damit diese in die Natur zurückgebracht werden können.

Auch Gemeinderat David Fajardo zog eine positive Bilanz der bisherigen Umweltarbeit. Über lange Zeit habe man beobachten können, wie die natürlichen Formationen zunehmend von den Küsten verschwanden und später als Dekoration in privaten Häusern auftauchten. Nun zeige sich, dass die Umweltbildungsmaßnahmen Wirkung entfalten.

Fajardo erklärte zudem, dass sich inzwischen sowohl Einwohner als auch Besucher direkt an die Verwaltung, die Umweltführer oder die Gemeindepolizei wenden, wenn sie Rodolithe außerhalb ihres natürlichen Lebensraums entdecken. Dadurch könnten die natürlichen Elemente wieder an ihren ursprünglichen Ort zurückgebracht werden.

Warum das „Popcorn“ vom Strand nicht mitgenommen werden darf

Die Gemeinde weist darauf hin, dass die Mitnahme von Rodolithen gegen die auf den Kanaren geltenden Umweltvorschriften verstößt. Diese untersagen ausdrücklich die Entnahme natürlicher Elemente aus der Umwelt sowie deren Nutzung für dekorative oder künstlerische Zwecke. Die Regelungen gelten nicht nur für Rodolithe, sondern ebenso für Sand, Steine, Muscheln und andere Naturbestandteile.

Aufruf zur freiwilligen Rückgabe

Die Gemeinde La Oliva ruft alle Personen, die Rodolithe zu Hause haben, zur freiwilligen Rückgabe auf. Dabei spiele es keine Rolle, ob sich das „Popcorn“ im Garten, auf der Terrasse oder im Innenbereich befinde. Nach Angaben der Umweltabteilung kümmert sich die Gemeinde um den Transport und die Rückführung an die Küste.

Fajardo betonte, der Schutz der Umwelt sei eine gemeinsame Verantwortung aller Einwohner und Besucher. Jede freiwillige Rückgabe helfe dabei, die einzigartigen natürlichen Ressourcen Fuerteventuras langfristig zu bewahren.

Personen, die Rodolithe besitzen oder außerhalb der Strände entdecken, können sich direkt an die Umweltabteilung der Gemeinde La Oliva wenden. Die Kontaktaufnahme ist per E Mail an medioambiente@laoliva.es möglich. Die Gemeinde sieht in der Rückführung der Rodolithe einen wichtigen Schritt zum Schutz der empfindlichen Küstenlandschaften im Norden von Fuerteventura.

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