Die Gemeinde Antigua prüft die Erstellung eines Gutachtens, um Nachtclubs, Diskotheken und andere nächtliche Freizeiteinrichtungen aus den Touristen- und Wohngebieten von Caleta de Fuste zu verlagern. Hintergrund sind die Ergebnisse der Sitzung des Lokalen Sicherheitsrats (Junta Local de Seguridad), bei der festgestellt wurde, dass sich die meisten Vorfälle und Gewaltdelikte in diesen Bereichen konzentrieren.
Wie die Gemeinde Antigua nach der Sitzung mitteilte, zeigen die offiziellen Daten gleichzeitig eine deutliche Verbesserung der allgemeinen Sicherheitslage im gesamten Gemeindegebiet. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Straftaten zurückgegangen. Auch in Caleta de Fuste wurden weniger Vorfälle registriert.
Sicherheitsbehörden ziehen positive Bilanz
An der Sitzung nahmen der Bürgermeister von Antigua, Matías Peña, die Direktorin der Allgemeinen Staatsverwaltung auf Fuerteventura, María Jesús de la Cruz Montserrat, Vertreter der Guardia Civil sowie der leitende Unterinspektor der Gemeindepolizei von Antigua, Domingo Fránquiz, teil.
Nach Angaben der Gemeinde konzentrieren sich Aggressionen, einzelne Zwischenfälle und Gewaltdelikte „hauptsächlich auf die Bereiche des Nachtlebens“. Deshalb wird die Möglichkeit geprüft, eine Studie auszuarbeiten, die eine Verlagerung dieser Betriebe außerhalb der touristischen und wohnbaulich genutzten Zonen vorsieht. Die Einrichtungen sollen dabei auch von Einzelhandelszonen, Restaurants, gastronomischen Betrieben, Hotels und touristischen Unterkünften entfernt werden.
Die Gemeindeverwaltung vertritt die Auffassung, dass sich die sicherheitsrelevanten Vorfälle auf bestimmte Zonen des Nachtlebens konzentrieren und eine Neuordnung der Standorte deshalb zur weiteren Verbesserung der öffentlichen Sicherheit beitragen könnte.
Alle Gewaltdelikte des Jahres 2025 aufgeklärt
Die Gemeinde hob besonders hervor, dass sämtliche im Jahr 2025 registrierten Gewaltdelikte zur Festnahme der mutmaßlichen Täter führten. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung konnten damit 100 Prozent dieser Fälle aufgeklärt werden.
Während der Sitzung wurde zudem die Bedeutung der Gemeindepolizei von Antigua für die Überwachung des Gemeindegebiets betont. Dabei spielt ein Netz von mehr als 40 Verkehrsüberwachungskameras eine wichtige Rolle. Die meisten dieser Kameras befinden sich in Caleta de Fuste. Die aufgezeichneten Bilder werden den Sicherheitsbehörden zur Verfügung gestellt, wenn sie für Ermittlungen oder laufende Verfahren benötigt werden.
Zusammenarbeit von Gemeindepolizei und Policía Canaria
Die Gemeinde wies außerdem darauf hin, dass die Kanarische Polizei (Policía Canaria) in Antigua dieselben Aufgaben wahrnimmt wie in den übrigen Gemeinden auf Fuerteventura. Ihr Einsatz konzentriert sich vor allem auf Streifen zur Kriminalitätsprävention sowie auf Unterstützungsmaßnahmen bei Volksfesten und anderen öffentlichen Veranstaltungen. Dabei arbeitet sie eng mit den örtlichen Sicherheitskräften zusammen.
Bürgermeister Matías Peña erklärte, dass die Gemeinde in ständigem Kontakt mit Tourismusunternehmern, Hotelverantwortlichen und den Betreibern von Einkaufs- und Geschäftsbereichen stehe. Diese hätten ihre Bereitschaft signalisiert, die sogenannte passive Sicherheit weiter auszubauen.
Dazu gehören nach Angaben des Bürgermeisters die Beauftragung privater Sicherheitsdienste, eine klarere Abgrenzung privater Bereiche sowie die Verbesserung von Zugangskontrollen und Videoüberwachungssystemen. Die Gemeinde sieht darin eine wichtige Ergänzung zur Arbeit der Sicherheitskräfte und einen weiteren Schritt, um die positive Entwicklung der Sicherheitslage in Antigua und insbesondere in Caleta de Fuste fortzusetzen.
Mögliche rechtliche Hürden bei “Entfernung” von Nachtlokalen
Die spanische Verfassung schützt die unternehmerische Freiheit und das Eigentum. Daher dürfte es, ohne einem eventuellen Gutachten vorgreifen zu wollen, außerordentlich schwierig sein, bestehende und legal eingerichtete Nachtlokale zu “entfernen”. Selbst wenn es eine rechtliche Grundlage wie z.B. ein übergeordnetes öffentliches Interesse geben sollte, wäre eine solche “Entfernung” mit Sicherheit mit einer erheblichen Entschädigungszahlung verbunden, die vom Steuerzahler aufgebracht werden müsste. Dann stellt sich die Frage, ob dieses Geld nicht besser in mehr Polizeipräsenz investiert wäre-
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