Hantavirus-Kreuzfahrtschiff MV Hondius: Spanien erlaubt Weiterfahrt zu Kanaren

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Die spanische Regierung hat bestätigt, dass das von einem Ausbruch des Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff MV Hondius auf die Kanarischen Inseln kommen darf. Grundlage für die Entscheidung ist eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Auf dem Schiff befinden sich insgesamt 147 Menschen, darunter 14 spanische Staatsbürger. Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums handele es sich um eine „rechtliche und moralische Verpflichtung“, die Passagiere medizinisch zu versorgen.

Das Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ befindet sich derzeit noch vor Anker vor der kapverdischen Insel Praia und soll die Kanarischen Inseln innerhalb von drei bis vier Tagen erreichen. Noch ist nicht entschieden worden, ob die Passagiere auf Gran Canaria oder Teneriffa an Land gebracht werden. Teneriffas Hafenbehörde teilte am späten Vormittag des 06. Mai mit, dass ihr noch kein Antrag auf ein Einlaufen der MV Hondius vorliege.

Die WHO erklärte, Kap Verde verfüge nicht über die notwendigen medizinischen Ressourcen, um die Situation angemessen zu bewältigen. Die Kanarischen Inseln seien deshalb der nächstgelegene Ort mit ausreichenden Möglichkeiten zur Versorgung der Betroffenen.

Präsident der kanarischen Regierung kritisiert Vorgehen Madrids

Der Präsident der kanarischen Regierung, Fernando Clavijo, reagierte mit scharfer Kritik auf die Entscheidung der spanischen Regierung. Er sprach von einer „institutionellen Illoyalität“ des Staates, weil das Protokoll ohne technische Gutachten geändert worden sei. Clavijo stellte zudem die Frage, warum die betroffenen Personen nicht direkt „von Kap Verde in ihre Herkunftsländer“ evakuiert würden.
Gleichzeitig warnte der kanarische Regierungschef vor begrenzten Kapazitäten im Gesundheitswesen der Inseln. Nach seinen Angaben stehe auf den Kanaren nur ein einziges Spezialbett für Patienten mit derartigen Virusinfektionen zur Verfügung. Clavijo forderte deshalb ein dringendes Treffen mit Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, um die Verlegung der Passagiere auf die Kanaren erneut zu prüfen.

Sondermaßnahmen auf den Kanaren vorbereitet

Mit der erwarteten Ankunft des Kreuzfahrtschiffs wird auf den Kanarischen Inseln ein spezieller Gesundheitsnotfallplan aktiviert. Die Behörden bereiten Maßnahmen zur Kontrolle, Isolation und medizinischen Versorgung vor, um mögliche Risiken zu minimieren. Ziel sei es, eine sichere Betreuung der Passagiere zu gewährleisten und gleichzeitig neue Ansteckungen zu verhindern.

Nach bisherigen Informationen gibt es sieben Verdachtsfälle im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Hantavirus. Drei Menschen sind bereits gestorben. Zu den Betroffenen gehört ein Patient, der sich in kritischem Zustand auf einer Intensivstation in Südafrika befindet. Zwei weitere Personen zeigen aktive Symptome. Außerdem wird eine enge Kontaktperson eines der Todesopfer überwacht.

Virusvariante „Andes“ als Ursache bestätigt

Das Nationale Institut für übertragbare Krankheiten in Südafrika sowie die Universitätsklinik Genf in der Schweiz bestätigten inzwischen, dass es sich bei dem Erreger um die Hantavirusvariante „Andes“ handelt.

An der Untersuchung und Reaktion auf den Ausbruch waren auch das Institut Pasteur in Dakar im Senegal sowie die Nationale Verwaltung der Laboratorien und Gesundheitsinstitute Argentiniens beteiligt.
Die Gesundheitsbehörden verschiedener Länder beobachten die Lage weiterhin genau, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Die Andes-Variante, benannt nach dem spanischen Namen der Gebirgskette Anden in Südamerika, ist die einzige Hanta-Variante, von der Wissenschaftler annehmen, dass sie von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die in Europa und Asien vorkommenden Virus-Varianten werden dagegen durch Urin, Kot und Speichel von verschiedenen Nagetieren übertragen.

Drei Betroffene von den Kap Verden ausgeflogen

Zwei erkrankte Personen und eine enge Kontaktperson, die ebenfalls infiziert sein könnte, sollen bereits per Ambulanzflugzeug in ihre jeweiligen Heimatländer Holland, Vereinigtes Königreich und Deutschland ausgeflogen sein.
Bei dem Holländer handelt es sich mutmaßlich um den niederländischen Schiffsarzt, der wohl schwer erkrankt ist.

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