Polizei entert Frachter mit 30 Tonnen Kokain nahe Kanaren – Besatzung mit Sturmgewehren bewaffnet

Arconian-Frachter-Drogen-Kanaren

Eine Spezialeinheit der Guardia Civil hat nahe der Kanarischen Inseln ein Frachtschiff mit mehr als 30 Tonnen Kokain abgefangen. Die „Arconian“ war Tage zuvor von der westafrikanischen Küste gestartet und war angeblich auf dem Weg nach Libyen.

Nach bisherigen Schätzungen handelt es sich um die größte jemals auf hoher See in der Nähe der Kanaren sichergestellte Menge dieser Droge. Die genaue Menge lässt sich erst durch Wiegen an Land bestimmen. Die Drogenpakete waren im Inneren des Schiffsrumpfes versteckt.
Der Einsatz fand in der Nacht des 01.05.2026 rund 200 Seemeilen (ca. 360km) vor Teneriffa statt. Am 03.05.2026 wurde das Schiff mitsamt den beschlagnahmten Drogen in den Hafen von Las Palmas de Gran Canaria gebracht.

Internationale Route des Schiffes

Das unter dem Namen „Arconian“ fahrende Schiff war am 22.04.2026 aus Freetown in Sierra Leone ausgelaufen. Nach bisherigen Erkenntnissen sollte die Route vermutlich bis nach Libyen führen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Ladung nicht vollständig an einem Ort entladen werden sollte, sondern schrittweise mit kleineren Booten in Gewässern nahe der Kanaren sowie der Straße von Gibraltar an Land gebracht werden sollte.

Spezialeinheiten im Einsatz

An der Operation waren neben Ermittlern der Guardia Civil auch Spezialkräfte beteiligt, darunter die Einheit „Grupo de Reserva y Seguridad Nummer 8“ sowie die Unidad Especial de Intervención, eine Eliteeinheit des Korps. Die Beamten näherten sich dem Schiff zunächst mit einem Patrouillenboot und führten das Entern anschließend mit Festrumpfschlauchbooten durch.

Bewaffnete Besatzung an Bord

An Bord befanden sich insgesamt 23 Besatzungsmitglieder. Nach bisherigen Informationen stammen 17 von den Philippinen und sechs aus Angola. Während die philippinischen Crewmitglieder für Navigation und seemännische Aufgaben zuständig gewesen sein sollen, übernahmen die angolanischen Männer offenbar die Sicherung der Ladung.

Diese waren mit Pistolen und Sturmgewehren bewaffnet, darunter Modelle wie AK-47 („Kalaschnikow“) und M16. Mit der Bewaffnung solltenlaut Ermittlern mögliche Überfälle durch rivalisierende Drogenbanden verhindert. Beim Zugriff wurden Waffen im Bug des Schiffes versteckt aufgefunden. Die Schusswaffen wurden folglich beim Zugriff nicht gegen die Guardia-Civil-Spezialkräfte eingesetzt.

Verdacht auf ausgeklügelte Logistik

Ein weiterer Hinweis auf die professionelle Organisation der Operation war die Mitführung von Benzinkanistern. Damit sollten offenbar kleinere Schnellboote versorgen, die für den Weitertransport der Kokainladung eingesetzt werden sollten.

Die Ermittlungen der Guardia Civil dauern an. Der spektakuläre Zugriff unterstreicht die Bedeutung der Kanaren als strategischer Punkt im internationalen Drogenhandel, auch mit Auswirkungen auf Inseln wie Fuerteventura.

Das zuständige Gericht (Audiencia Nacional) hat die Geheimhaltung der Ermittlungen angeordnet. Daher sind weitere Details in näherer Zukunft nicht zu erwarten.

Ein Kilo Kokain hat zurzeit im “Großhandel” in Spanien einen Wert von nur noch rund 13.000€. Die gesamte beschlagnahmte Ware hätte somit einen Verkaufswert – je nach endgültiger Menge – zwischen 390 und 520 Mio. Euro.

Laut Ermittlern gibt es “auf der Straße in Spanien zurzeit soviel Kokain wie nie zuvor”, was offenbar zu gesunkenen Preisen und höheren Reinheitsgraden führt. Vor kurzem lagen die Preise noch zwischen 20.000 und 30.000€ pro Kilo.

In 2024 wurden in Spaniens Häfen rund 61 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Schätzungen zufolge sind das jedoch nur 10% der Menge, die ins Land gelangen.

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