Die Guardia Civil hat auf Fuerteventura einen 68 Jahre alten Mann festgenommen, der verdächtigt wird, von seinem Wohnhaus in Tindaya aus eine Verkaufsstelle für Kleinmengen von Drogen betrieben zu haben. Laut Ergebnissen der Ermittlungen soll er versucht haben, seine illegale Tätigkeit durch sein fortgeschrittenes Alter und sein unauffälliges Auftreten als langjähriger Nachbar vor den Behörden zu verbergen.
Die Festnahme erfolgte im Rahmen von zwei Einsätzen der Guardia Civil in der Gemeinde La Oliva. Dabei wurden nach Angaben der Ermittler zwei Drogenverkaufsstellen in Tindaya und Corralejo zerschlagen. Insgesamt wurden drei Personen festgenommen.
Ermittlungen in Tindaya
Die Untersuchungen zum Drogenverkaufspunkt in Tindaya wurden etwa einen Monat lang von Ermittlungsbeamten des Hauptpostens der Guardia Civil in Corralejo geführt. Auslöser für die Ermittlungen war die Beobachtung, dass zahlreiche Personen in einem Wohnhaus ein- und ausgingen, die als Konsumenten von Betäubungsmitteln polizeibekannt waren.
Die Beamten konzentrierten ihre Ermittlungen auf einen 68-jährigen Bewohner der Ortschaft. Nach Auffassung der Ermittler nutzte dieser sein unauffälliges Erscheinungsbild und sein Alter gezielt aus, um keinen Verdacht zu erregen.
Der Zugriff erfolgte am frühen Morgen des 24. Juni 2026 gegen 06.35 Uhr. Grund dafür waren nach Angaben der Guardia Civil neue Umstände im Zusammenhang mit einem möglichen weiteren Straftatbestand, der nicht Teil der ursprünglichen Ermittlungen war. Mit Unterstützung der Gemeindepolizei von La Oliva durchsuchten die Beamten eine Garage, die sich neben dem Wohnhaus befand.
Dabei wurden acht für den Verkauf vorbereitete Kokainportionen mit jeweils etwa einem halben Gramm Inhalt entdeckt. Darüber hinaus fanden die Ermittler zwei Beutel mit Kokain sowie fünf Stücke Haschisch.
Außerdem stellten die Beamten eine Blisterpackung mit 13 Kapseln des Medikaments Nolotil sicher. Dessen Wirkstoff Metamizol soll nach den Ermittlungen verwendet worden sein, um Kokain zu strecken und dessen Volumen zu erhöhen. Zudem wurden zwei Präzisionswaagen sowie verschiedene Gegenstände zur Verarbeitung und Vorbereitung der Drogen sichergestellt, darunter Scheren, Feuerzeuge und Plastiktüten.
Zweiter Einsatz in Corralejo
Parallel dazu leitete die Guardia Civil Ermittlungen in Corralejo ein. Die Beamten erhielten mehrere Hinweise auf einen aktiven Drogenverkaufspunkt, der sich in einem abgelegenen und verlassenen Bereich befand.
Überwachungsmaßnahmen bestätigten einen ständigen Zustrom von Drogenkonsumenten zu einer einfachen Holzhütte, die als Verkaufsstelle genutzt wurde. Nach den Ermittlungen wurde dieser Ort von zwei jungen Männern aus der Gemeinde betrieben, die sich in Schichten abwechselten, um den Verkauf rund um die Uhr aufrechtzuerhalten. Unter den Konsumenten war der Verkaufsort deshalb unter dem Spitznamen „el supermarket“ bekannt.
Die Ermittlungen ergaben außerdem, dass die Verdächtigen die Drogen nicht nur aus der Hütte heraus verkauften. Nach telefonischen Bestellungen lieferten sie die Substanzen auch in verschiedene Freizeit- und Ausgehbereiche von Corralejo. Für die Fahrten nutzten sie Elektroroller, um ihre Bewegungen flexibel zu gestalten und Polizeikontrollen zu erschweren.
Crack, Kokain, Haschisch und Marihuana sichergestellt
Nachdem ausreichend Beweise gesammelt worden waren, organisierte die Guardia Civil den Zugriff auf die Hütte. Diese war in zwei Bereiche unterteilt, einen für den Kontakt mit den Käufern und einen weiteren für Lagerung, Vorbereitung und die Herstellung von Crack.
Im Inneren nahmen die Beamten einen der mutmaßlichen Verantwortlichen fest. Der zweite Verdächtige wurde kurze Zeit später ebenfalls verhaftet.
Bei diesem Einsatz wurden 13 Portionen Crack, drei Gramm Kokain, 48 Gramm Haschisch in einem einzelnen Stück sowie 24 Gramm Marihuana sichergestellt, die auf acht Verpackungen verteilt waren. Außerdem fanden die Ermittler eine bereits für den Verkauf vorbereitete Marihuana-Zigarette.
Darüber hinaus beschlagnahmten die Beamten 53 Tabletten Diazepam mit zehn Milligramm Wirkstoff, 49 Tabletten Alprazolam (Tranquimazin) sowie 300 Gramm Natriumhydrogencarbonat, das nach den Ermittlungen zum Strecken von Betäubungsmitteln verwendet wurde.
Zum sichergestellten Material gehörten außerdem ein elektrischer Kocher, Löffel zur Vorbereitung der Drogen, drei digitale Präzisionswaagen, drei Elektroroller, die mutmaßlich für die Auslieferung der Drogen genutzt wurden, sowie 110 Euro Bargeld in Münzen und Scheinen.
Drei Festnahmen und Übergabe an das Gericht
Nach Angaben der Guardia Civil konnten durch beide Einsätze zwei Drogenverkaufsorte beseitigt werden, die nach Einschätzung der Ermittler erheblich zur Unsicherheit in der Gemeinde La Oliva beigetragen hatten. Zudem seien diese Orte mit weiteren Straftaten geringerer Schwere in Verbindung gebracht worden.
Die Ermittlungsakten, die drei Festgenommenen sowie die sichergestellten Beweismittel wurden am 24. Juni 2026 und am 25. Juni 2026 dem Ermittlungsgericht von Puerto del Rosario übergeben.
Die beiden Einsätze zeigen erneut die Bedeutung der kontinuierlichen Ermittlungsarbeit gegen den kleinräumigen Drogenhandel auf Fuerteventura. Solche Verkaufsorte stehen häufig im Zusammenhang mit Eigentumsdelikten, Sachbeschädigungen und Störungen der öffentlichen Ordnung. Die Guardia Civil setzt deshalb ihre Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Drogenhandels in den Gemeinden der Insel fort.
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