Schutzstatus für Saladar de Bristol im Norden von Fuerteventura rückt näher

Saladar-de-Bristol

Das Inselpatronat für geschützte Naturräume (Patronato Insular de Espacios Naturales Protegidos), das dem Cabildo von Fuerteventura untersteht, hat eine positive Stellungnahme zur geplanten Ausweisung des Saladar de Bristol in Corralejo im Norden von Fuerteventura als „Ort von wissenschaftlichem Interesse“ (Sitio de Interés Científico) abgegeben. Die Initiative wurde von der Gemeinde La Oliva angestoßen und soll nun der kanarischen Regierung zur endgültigen Bestätigung per Dekret vorgelegt werden.

Die entsprechende Initiative war bereits im Mai 2026 vom Plenum der Gemeinde La Oliva verabschiedet worden. Ziel ist es, für das Gebiet einen verbindlichen rechtlichen Schutzrahmen zu schaffen, um seine ökologischen Werte dauerhaft zu sichern.

Einzigartiges Ökosystem auf Fuerteventura

Die Präsidentin des Cabildo von Fuerteventura, Lola García, erklärte, die Anhörung des Patronats stelle „einen grundlegenden Schritt dar, um gemeinsam mit allen beteiligten Verwaltungen die Erklärung des Saladar als „Wissenschaftliches Schutzgebiet“ zu erreichen“.

Nach Angaben von García verfügt das Gebiet über „wichtige natürliche Werte und eine außergewöhnliche Einzigartigkeit“, die es innerhalb der Ökosysteme der Insel hervorheben. Deshalb sei es notwendig, den Saladar de Bristol vor Bedrohungen wie Umweltverschmutzung, invasiven Arten und städtebaulichem Druck zu schützen. Gleichzeitig müsse die Öffentlichkeit stärker über die ökologischen Werte dieses Naturraums informiert werden.

Auch der Bürgermeister von La Oliva, Isaí Blanco, hob das gemeinsame Engagement der beteiligten Institutionen hervor. Er betonte, dass es sich um „einen einzigartigen Naturraum auf den Kanaren“ handele, der über viele Jahre hinweg einer fortschreitenden Verschlechterung ausgesetzt gewesen sei und dessen Erhaltung nun mit allen verfügbaren Mitteln garantiert werden müsse.

Schutz für fast 30 Hektar wertvollen Lebensraum

Die Initiative sieht vor, insgesamt 29,49 Hektar des Saladar de Bristol unter Schutz zu stellen. Ausschlaggebend sind die hohen ökologischen Werte des Gebiets sowie seine große biologische Vielfalt.

Der Regierungsrat im Cabildo für Umwelt, Carlos Rodríguez, erklärte, dass das Patronat die Ausweisung des Saladar de Bristol als Wissenschaftliches Schutzgebiet ausdrücklich unterstütze. Die natürliche Vielfalt und die hohe Zahl unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten in diesem Gebiet verliehen ihm einen besonderen wissenschaftlichen Wert. So beherberge der Saladar eine auf Fuerteventura einzigartige Pflanzengemeinschaft und diene zahlreichen brütenden sowie ziehenden Vogelarten als Nahrungs- und Rastgebiet.

Auch der Gemeinderat für Umwelt der Gemeinde La Oliva, David Fajardo, begrüßte die Entwicklung. Nach seinen Worten könne man nun „endlich bestätigen, dass das Verfahren zur Erklärung des Saladar de Bristol als Wissenschaftliches Schutzgebiet begonnen hat“. Die geplante Schutzkategorie werde es ermöglichen, Maßnahmen für die Nutzung und den Besuch des Gebiets zu entwickeln, ohne dabei die Flora und Fauna zu beeinträchtigen.

69 Pflanzenarten und 89 Vogelarten erfasst

Der Saladar de Bristol liegt an der Nordküste der Gemeinde La Oliva unmittelbar am Rand des Siedlungsgebietes von Corralejo. Das Gebiet zählt zu den ökologisch wertvollsten Feuchtlebensräumen auf Fuerteventura.

Nach den vorliegenden Daten kommen dort 69 Pflanzenarten und 89 Vogelarten vor. Viele dieser Arten stehen unter Schutz oder gelten als bedroht. Saladares, also dem Meersalz ausgesetzte Küstenfeuchtgebiete, gehören zu den empfindlichsten Lebensräumen der Kanaren. Sie bieten spezialisierten Pflanzen und zahlreichen Vogelarten Lebensraum und übernehmen wichtige Funktionen für die ökologische Stabilität der Küstenzonen.

Mit der nun vorliegenden positiven Stellungnahme des „Patronato Insular de Espacios Naturales Protegidos“ ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur offiziellen Ausweisung des Saladar de Bristol als Wissenschaftliches Schutzgebiet (Sitio de Interés Científico) erfolgt. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der kanarischen Regierung, die die Erklärung per Dekret ratifizieren muss.

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