Der Jubel über den Weltmeistertitel der spanischen Fußballnationalmannschaft war so groß, dass er sogar von seismischen Messgeräten registriert wurde. Wie das Instituto Geográfico Nacional (IGN, Nationales Geografisches Institut) mitteilte, zeichnete der Sensor des Real Observatorio de Madrid während des WM Finales zwischen Argentinien und Spanien mehrere deutliche Ausschläge auf.
Auch auf Fuerteventura wurde der Titelgewinn der spanischen Auswahl bis spät in die Nacht gefeiert. In vielen Bars, Hotels und auf öffentlichen Plätzen verfolgten Einheimische und Urlauber gemeinsam das Endspiel. Spätestens mit dem entscheidenden Treffer und dem Schlusspfiff gab es auch auf der Insel kein Halten mehr. Für den einen oder anderen dürfte sich der ausgelassene Jubel durchaus wie ein kleines Erdbeben angefühlt haben.
Messgerät zeichnete die Schlüsselmomente des Endspiels auf
Die vom IGN veröffentlichte Messkurve zeigt die wichtigsten Momente des Endspiels. Deutlich erkennbar sind die Ausschläge beim Führungstreffer von Ferran Torres in der Verlängerung, bei einem später vom Videoschiedsrichter aberkannten Tor sowie beim Schlusspfiff, der Spanien zum Weltmeister machte. Den stärksten Ausschlag registrierte der Sensor genau in diesem Moment. Ein weiterer messbarer Ausschlag entstand wenig später während der Übergabe des Weltmeisterpokals.
Nach Angaben des IGN handelte es sich dabei selbstverständlich nicht um ein echtes Erdbeben. Vielmehr registrierte der hochempfindliche Sensor die Schwingungen, die durch den gleichzeitigen Jubel tausender Menschen in Madrid entstanden.
Warum der Jubel messbar war
Seismische Messgeräte sind darauf ausgelegt, selbst kleinste Bodenbewegungen zu erfassen. Springen oder stampfen viele Menschen gleichzeitig, entstehen Vibrationen, die sich über den Untergrund ausbreiten und von den Sensoren eindeutig aufgezeichnet werden können, obwohl sie für den Menschen kaum oder gar nicht wahrnehmbar sind. Die aufgezeichneten Signale sind deshalb keine Hinweise auf geologische Aktivitäten, sondern das Ergebnis einer außergewöhnlich großen Menschenmenge, die sich im gleichen Moment vor Freude bewegte.
Wissenschaft dokumentiert die Freude eines ganzen Landes
Das Phänomen ist keineswegs neu. Bereits bei früheren Erfolgen der spanischen Nationalmannschaft hatten Seismografen vergleichbare Ausschläge registriert. Die Veröffentlichung der aktuellen Messdaten zeigt jedoch eindrucksvoll, wie eng Wissenschaft und Alltag manchmal miteinander verbunden sind. Die gleichen Instrumente, die normalerweise Erdbeben überwachen und vor möglichen Gefahren warnen, dokumentierten diesmal nichts anderes als die Freude eines ganzen Landes über den Gewinn des Weltmeistertitels. Auch wenn auf Fuerteventura die Erde natürlich nicht wirklich bebte, dürfte der Jubel vieler Fußballfans mindestens genauso leidenschaftlich gewesen sein wie auf dem spanischen Festland.
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