Fuerteventura: Insel fordert feste Fährverbindung zum spanischen Festland

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Das Cabildo de Fuerteventura (Inselregierung), die sechs Gemeinden der Insel und die Handelskammer von Fuerteventura haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam die Wiederherstellung der direkten Fährverbindung zwischen Fuerteventura und dem spanischen Festland zu fordern. Gleichzeitig verlangen sie, dass der Zwischenstopp im Hafen von Puerto del Rosario künftig als öffentliche Dienstleistungsverpflichtung, Obligación de Servicio Público (OSP), festgeschrieben wird und nicht länger nur als freiwillige Zusatzleistung eines Fährunternehmens gilt.

Die gemeinsame Erklärung gaben Cabildo Präsidentin Lola García, die Bürgermeister der Gemeinden sowie der Präsident der Handelskammer, Juan Jesús Rodríguez Marichal, am 20. Juli 2026 im Sitz der Inselverwaltung ab. An der Veranstaltung nahmen außerdem Cabildo Vizepräsident Blas Acosta sowie die Sprecher aller im Cabildo vertretenen politischen Gruppen teil.

Wegfall der Verbindung verursacht deutliche Mehrkosten

Hintergrund der Initiative ist die kürzlich erfolgte Einstellung der direkten Schiffsverbindung. Anlass dafür ist ein Schreiben der Generaldirektion der Handelsmarine, Dirección General de la Marina Mercante, an Cabildo Präsidentin Lola García. Darin wird bestätigt, dass der Hafen von Puerto del Rosario im derzeit gültigen Vertrag nicht als verpflichtender Zwischenstopp vorgesehen ist. Diese Verpflichtung besteht bislang ausschließlich für die Hauptstädte der Provinzinseln. Der Anlauf von Puerto del Rosario erfolgte bisher lediglich aufgrund einer freiwilligen Zusatzleistung der beauftragten Reederei.

Nach Angaben des Cabildo hat der Wegfall der Verbindung die Kosten des Seetransports um rund 70 bis 78 Prozent erhöht. In einer Inselwirtschaft wie auf Fuerteventura würden diese Mehrkosten unmittelbar an die Verbraucher sowie an kleine und mittlere Unternehmen weitergegeben. Dadurch gerate Fuerteventura gegenüber anderen Inseln in eine klare Wettbewerbsnachteil, erklärte Lola García.

Forderung nach einer verbindlichen Regelung

Mit der unterzeichneten institutionellen Vereinbarung fordern Cabildo, Gemeinden und Handelskammer das spanische Ministerium für Verkehr und nachhaltige Mobilität auf, den Zwischenstopp in Puerto del Rosario dauerhaft und verpflichtend als Obligación de Servicio Público (OSP) in den Vertrag aufzunehmen. Die Anbindung dürfe nicht vom guten Willen eines Unternehmens abhängen, sondern müsse dauerhaft gewährleistet werden.

Lola García betonte, die Anbindung der Insel sei ein Recht der Bevölkerung. Deshalb sei es wichtig, dass öffentliche Verwaltungen sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Akteure diese Forderung gemeinsam vertreten.

Zugleich verlangen die Unterzeichner, dass das Ministerium kurzfristig eine Übergangslösung schafft, damit Puerto del Rosario bis zum Abschluss der neuen öffentlichen Ausschreibung weiterhin regelmäßig angelaufen wird. Auf diese Weise sollen zusätzliche Belastungen für die Wirtschaft auf Fuerteventura während des Vergabeverfahrens vermieden werden.

Permanente Inselkommission begleitet Ausschreibung

Darüber hinaus wird eine ständige Inselkommission, Mesa Insular Permanente, eingerichtet. Ihr gehören Vertreter des Cabildo, der Gemeinden, der Handelskammer sowie der Wirtschaftsverbände an. Die Kommission soll den Fortgang der neuen Ausschreibung begleiten und deren Umsetzung kontrollieren.

Cabildo Vizepräsident Blas Acosta forderte, die laufende Ausschreibung zügig abzuschließen. Fuerteventura dürfe bei der neuen Regelung nicht länger nur eine optionale Anlaufstelle sein, sondern müsse dauerhaft Bestandteil der Fährverbindung werden.

Geschlossenes Auftreten aller Gemeinden

Der Bürgermeister von Puerto del Rosario, David de Vera, erklärte, die Gemeinde und das Cabildo hätten bereits mehrfach ihre Sorge über den Wegfall der Fährverbindung zum Ausdruck gebracht, da diese erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung von Fuerteventura habe. Dass sich nun alle Gemeinden der Insel dieser Forderung anschließen, stärke die Position gegenüber den zuständigen Behörden.

Auch die Bürgermeister Isaí Blanco aus La Oliva, Juan Cabrera aus Antigua, Alejandro Jorge aus Pájara und David Herrera aus Tuineje unterstrichen die Notwendigkeit, dass alle Verwaltungen auf Fuerteventura in dieser Frage geschlossen auftreten, um die Wettbewerbsfähigkeit der Insel zu sichern.

Juan Jesús Rodríguez Marichal, Präsident der Handelskammer von Fuerteventura, verwies ebenfalls auf die Bedeutung der regelmäßigen Schiffsverbindung mit Puerto del Rosario. Diese müsse verbindlicher Bestandteil der Obligación de Servicio Público (OSP) werden. Die Verzögerung der neuen Ausschreibung habe bereits dazu geführt, dass die bisherige Reederei die Inselhauptstadt nicht mehr anlaufe, wodurch zusätzliche Kosten für Unternehmen und Wirtschaft entstünden.

Unterstützung auf allen politischen Ebenen

Die Vereinbarung wurde vom Cabildo von Fuerteventura, den Bürgermeistern aller Gemeinden sowie der Handelskammer unterzeichnet. Das Dokument wird an die spanische Regierung, das Ministerium für Verkehr und nachhaltige Mobilität, die Generaldirektion der Handelsmarine, Dirección General de la Marina Mercante, die kanarische Regierung, das Ministerium für öffentliche Arbeiten, Wohnungsbau und Mobilität, die Vertreter von Fuerteventura im Kanarischen Parlament, im spanischen Abgeordnetenkongress sowie im Senat übermittelt. Darüber hinaus soll der Beschluss in allen Gemeindeparlamenten auf Fuerteventura sowie bei den kommunalen Spitzenverbänden FECAI und FECAM behandelt werden, um eine möglichst breite institutionelle Unterstützung für die Forderung der Insel zu erreichen.

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