Fuerteventura soll direkte Fährverbindung zum spanischen Festland zurückbekommen

Fähre-Ciudad-de-Valencia

Fuerteventura wird wohl eine direkte Fährverbindung mit dem spanischen Festland zurückerhalten. Die Inselregierung von Fuerteventura (Cabildo) teilte am 5. September 2026 mit, dass die spanische Generaldirektion für die Handelsmarine (Dirección General de la Marina Mercante) an der Ausschreibung für die Fährlinie von öffentlichem Interesse arbeitet. In der künftigen Ausschreibung soll auch ein Zwischenstopp auf Fuerteventura vorgesehen werden.

Damit zeichnet sich eine Lösung in einem Streit ab, der die Inselpolitik seit der Einstellung der direkten Fährverbindung beschäftigt. Die Präsidentin des Cabildo von Fuerteventura, Lola García, die sechs Gemeinden der Insel und die Handelskammer von Fuerteventura hatten gemeinsam die Wiederherstellung der Verbindung gefordert.

Handelsmarine bestätigt Zwischenstopp auf Fuerteventura

Lola García erhielt am 4. September 2026 eine entsprechende Mitteilung der Generaldirektion für die Handelsmarine. Darin erklärte die staatliche Behörde, dass sie daran arbeite, das Ausschreibungsverfahren für den Betrieb der Fährlinie von öffentlichem Interesse so schnell wie möglich voranzutreiben. Die zukünftige Ausschreibung sehe einen Zwischenstopp auf Fuerteventura vor.

García würdigte die gemeinsamen Bemühungen der Institutionen auf Fuerteventura. Die Wiederherstellung der direkten Fährverbindung sei eine gerechte und notwendige Forderung und von strategischer Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft der Insel.

Wegfall der Fährverbindung ließ Transportkosten steigen

Nach Angaben der Cabildo-Präsidentin hat der Wegfall der direkten Fährverbindung erhebliche wirtschaftliche Folgen. Die Kosten des Seetransports seien dadurch um rund 70 bis 78 Prozent gestiegen.

In einer Inselwirtschaft in europäischer Randlage wie Fuerteventura würden solche Mehrkosten letztlich von den Verbrauchern oder von kleinen und mittleren Unternehmen getragen. Dadurch gerate Fuerteventura gegenüber anderen Regionen in eine deutlich nachteilige Situation, argumentiert García.

Fuerteventura war zunächst nicht Teil der öffentlichen Dienstleistungsverpflichtung

Hintergrund des Konflikts ist die bisherige Ausgestaltung der sogenannten öffentlichen Dienstleistungsverpflichtung (Obligación de Servicio Público, OSP) für die Fährverbindung zwischen dem spanischen Festland und den Kanarischen Inseln.

Noch am 16. Juli 2026 hatte die Generaldirektion für die Handelsmarine dem Cabildo mitgeteilt, dass der Zwischenstopp auf Fuerteventura nicht Bestandteil der OSP sei. Diese Verpflichtung bezog sich nach damaliger Auffassung des spanischen Verkehrsministeriums nur auf die beiden Hauptinseln Gran Canaria und Teneriffa. Der Zwischenstopp auf Fuerteventura war zuvor lediglich als zusätzliche Leistung des mit der Fährverbindung beauftragten Unternehmens angeboten worden und damit keine zwingende Vorgabe des Vertrages.

Daraufhin schlossen sich das Cabildo, die Gemeinden auf Fuerteventura und die Handelskammer zusammen. Am 31. Juli 2026 verabschiedete das Cabildo außerdem einstimmig eine institutionelle Erklärung. Darin wurde das spanische Verkehrsministerium aufgefordert, den Zwischenstopp in Puerto del Rosario verbindlich und dauerhaft in die öffentliche Dienstleistungsverpflichtung aufzunehmen.

Ausschreibung soll möglichst schnell erfolgen

Lola García erwartet nun, dass der Zwischenstopp auf Fuerteventura tatsächlich als öffentliche Dienstleistungsverpflichtung (Obligación de Servicio Público, OSP) in die neue Ausschreibung aufgenommen wird. Gleichzeitig fordert sie, das Ausschreibungsverfahren zu beschleunigen.

Mit einer entsprechenden Regelung wäre der Zwischenstopp auf Fuerteventura künftig nicht mehr lediglich eine freiwillige Zusatzleistung des jeweiligen Fährunternehmens. Die direkte Fährverbindung zum spanischen Festland würde damit wesentlich stärker abgesichert.

Wann die Ausschreibung abgeschlossen wird und wann die direkte Fährverbindung tatsächlich wieder aufgenommen werden kann, wurde bislang nicht mitgeteilt.

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