Die kanarische Regierung fordert, die besonderen Bedingungen der Stromversorgung auf den einzelnen Inseln bei der Vergütung erneuerbarer Energien stärker zu berücksichtigen. Außerdem sollen Batteriespeicher eine größere Rolle dabei spielen, mehr Strom aus erneuerbaren Quellen in die isolierten Stromnetze der Kanaren zu integrieren.
Das kanarische Ministerium für ökologischen Wandel und Energie hat dazu Einwände und Änderungsvorschläge zum Entwurf eines Gesetzes des spanischen Ministeriums für ökologischen Wandel und demografische Herausforderungen eingereicht. Mit dem geplanten Dekret soll das Königliche Dekret 738/2015 geändert und die Energiespeicherung in den nicht zum spanischen Festland gehörenden Gebieten neu geregelt werden.
Batteriespeicher sollen erneuerbare Energien besser nutzbar machen
Der Regierungsrat für ökologischen Wandel und Energie in der kanarischen Regierung, Mariano H. Zapata, bezeichnete den Entwurf als gute Grundlage, um die Integration erneuerbarer Energien weiter voranzutreiben und das Abregeln von Strom aus erneuerbaren Quellen zu vermeiden.
Allerdings habe die kanarische Regierung zu konkreten Punkten Einwände eingereicht, um die Regelung besser an die technischen Gegebenheiten und Besonderheiten der Inseln anzupassen.
Zapata erklärte, die geplante Regelung sei ein weiterer Schritt für die Energiezukunft der Kanaren. Der Einsatz von Batterien als Energiespeicher könne dazu beitragen, die Nutzung erneuerbarer Energien zu fördern und zu verhindern, dass verfügbarer Ökostrom mangels Aufnahmefähigkeit des Netzes nicht genutzt werden kann.
Nach Angaben des Regierungsrats sind Energiespeicher unverzichtbar, um die Widerstandsfähigkeit der Stromsysteme auf den Inseln zu erhöhen. Als Beispiele nannte er Großprojekte wie das Pumpspeicherkraftwerk Salto de Chira auf Gran Canaria und das geplante Wasserkraftwerk von Güímar auf Teneriffa. Auf Inseln mit kleineren Stromsystemen, beispielsweise La Palma, könnten Speicher zudem als Notfallreserve bei Stromausfällen dienen.
Kanaren fordern individuelle Strompreise für jede Insel
Ein zentraler Punkt der Einwände betrifft die Preisgestaltung für Strom aus erneuerbaren Energien. Zapata fordert, dass die wirtschaftliche Vergütung an die tatsächlichen Bedingungen der einzelnen Inseln angepasst wird.
„Es ist von grundlegender Bedeutung, dass die Vorschriften die Besonderheit der Kanaren als isoliertes Gebiet anerkennen. Wir fordern ein differenziertes und individuelles Preissignal für jede Insel, das nicht von den Dynamiken auf dem spanischen Festland abhängt“, erklärte Zapata.
Nur wenn der tatsächliche Wert der Energie in den isolierten Stromsystemen berücksichtigt werde, könne eine angemessene Vergütung für erneuerbare Energien erreicht werden. Diese müsse ausreichende Anreize für neue Anlagen schaffen und die notwendigen Investitionen anziehen.
Eine solche Regelung wäre auch für Fuerteventura von Bedeutung, da die Insel über ein eigenes, vom europäischen Verbundnetz getrenntes Stromsystem verfügt, und lediglich mit Lanzarote über zwei Seekabel verbunden ist. Ein höherer Anteil schwankender Stromerzeugung aus Windkraft und Photovoltaik erhöht deshalb die Bedeutung von Speichern und einer flexibleren Steuerung von Erzeugung und Verbrauch.
Batterien sollen konventionelle Kraftwerke ergänzen
In ihren Einwänden fordert die kanarische Regierung außerdem, die Rolle von Batteriespeichern zu stärken, die mit thermischen Kraftwerksblöcken kombiniert werden. Die Batterien sollen als Reserve dienen und es ermöglichen, Kraftwerksblöcke mit einer hohen technischen Mindestleistung zeitweise vom Netz zu nehmen.
Dadurch könnte mehr Strom aus erneuerbaren Energien aufgenommen und das Abregeln sauber erzeugter Energie reduziert werden.
Darüber hinaus soll sich der Verkaufspreis für Strom aus erneuerbaren Energien stärker an den Bedingungen jedes einzelnen isolierten Stromsystems orientieren. Die kanarische Regierung lehnt es ab, für sämtliche nicht zum Festland gehörenden Stromsysteme der Kanaren dasselbe Preissignal anzuwenden.
Weitere Reform des Stromsystems gefordert
Die kanarische Regierung schlägt außerdem vor, gemeinsam mit dem spanischen Ministerium an einer umfassenderen Reform der besonderen Vorschriften für die nicht zum Festland gehörenden Gebiete zu arbeiten. Damit sollen weitere noch ungelöste Herausforderungen der Stromversorgung auf den Inseln angegangen werden.
„Mit diesen Einwänden haben wir fristgerecht und formgerecht gehandelt, um die Interessen der Kanaren zu verteidigen“, erklärte Zapata. Die Bereitschaft des spanischen Ministeriums zur Zusammenarbeit sei zu begrüßen. Der endgültige Text müsse jedoch die Besonderheiten jedes isolierten Stromsystems und die strategische Bedeutung der Energiespeicherung auf den Inseln besser berücksichtigen.
Ziel sei eine Regelung, die die Energiewende beschleunige und gleichzeitig eine sichere und saubere Stromversorgung auf den Kanaren gewährleiste, so Zapata.
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