Die kanarische Regierung hat den vollständigen Rückbau der alten 66-kV-Stromleitung genehmigt, die Fuerteventura von Norden nach Süden durchquert. Die Generaldirektion für Energie hat dem spanischen Stromnetzbetreiber Red Eléctrica (REE) damit die Genehmigung erteilt, die gesamte Anlage zurückzubauen.
Das Projekt umfasst drei große Abschnitte: Gran Tarajal–Matas Blancas, Salinas–Gran Tarajal und Salinas–Corralejo. Insgesamt sollen 344 Strommasten auf einer Länge von mehr als 93 Kilometern abgebaut werden.
Neue 132-kV-Leitung Voraussetzung für Rückbau
Bevor die Genehmigung erteilt werden konnte, mussten die Arbeiten mit Red Eléctrica koordiniert werden. Dabei musste insbesondere sichergestellt werden, dass das neue 132-kV-Stromnetz vollständig angeschlossen und mit den erforderlichen Transformatoren ausgestattet ist.
Dieser technische Prozess war nach Angaben der kanarischen Regierung notwendig, damit die alte Infrastruktur entfernt werden kann, ohne dass die Qualität oder die Kontinuität der Stromversorgung auf Fuerteventura beeinträchtigt wird.
Red Eléctrica hat nun maximal 18 Monate Zeit, um die 344 Strommasten auf einer Strecke von mehr als 93 Kilometern zu entfernen. Die kanarische Regierung Fristen für die Teilstücke vor, um eine effiziente Durchführung der Arbeiten zu gewährleisten.
Der Regierungsrat für Ökologischen Wandel und Energie in der kanarischen Regierung, Mariano H. Zapata, erklärte, der Rückbau ermögliche es, „der von den Bewohnern Fuerteventuras seit Langem erhobenen Forderung nach dem Abbau des alten Netzes nachzukommen“.
Dies geschehe unter Einhaltung der Auflagen der genehmigten Umweltverträglichkeitserklärung und bei gleichzeitiger Gewährleistung einer erneuerten und modernen Stromversorgung Fuerteventuras über die neue 132-kV-Leitung.
344 Strommasten in fünf Gemeinden
Das Gesamtprojekt sieht den schrittweisen Rückbau von 344 Strommasten und mehr als 93 Kilometern Stromleitung in fünf Gemeinden auf Fuerteventura vor.
Auf dem Abschnitt Gran Tarajal–Matas Blancas werden 105 Strommasten auf einer Länge von 31,92 Kilometern entfernt. Davon verlaufen 13,18 Kilometer durch das Gemeindegebiet von Tuineje und 18,74 Kilometer durch Pájara.
Der Abschnitt Salinas–Gran Tarajal umfasst 151 Strommasten auf einer Länge von 39,07 Kilometern. Davon liegen 13,69 Kilometer in Puerto del Rosario, 12,67 Kilometer in Antigua und 12,71 Kilometer in Tuineje.
Auf dem Abschnitt Salinas–Corralejo werden weitere 88 Strommasten auf einer Strecke von 22,88 Kilometern abgebaut. Davon entfallen 7,71 Kilometer auf Puerto del Rosario und 15,17 Kilometer auf La Oliva.
Zusammengerechnet ergibt sich damit eine Leitungslänge von 93,87 Kilometern.
Einige Strommasten bleiben für Schmutzgeier erhalten
Die Genehmigung enthält außerdem besondere Umweltauflagen des Dienstes für Biodiversität. Diese sollen dazu beitragen, bedrohte Vogelarten auf Fuerteventura zu schützen.
So sollen diejenigen Strommasten erhalten bleiben, die als Schlafplätze oder nächtliche Sammelplätze der Schmutzgeierpopulation auf Fuerteventura identifiziert wurden. Der Schmutzgeier wird auf den Kanaren als „Guirre“ bezeichnet.
Damit werden beim Rückbau der nicht mehr benötigten Strominfrastruktur die Anforderungen des Vogelschutzes berücksichtigt. Während der überwiegende Teil der alten 66-kV-Leitung verschwindet, bleiben ökologisch wichtige Masten bestehen, wenn sie von den Schmutzgeiern als Ruhe- oder Schlafplätze genutzt werden.
Mit dem Rückbau verschwindet damit ein großer Teil der alten Nord-Süd-Strominfrastruktur auf Fuerteventura. Die Stromversorgung soll künftig über das modernisierte 132-kV-Netz gewährleistet werden.
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