PISA 2025: Bildungsniveau auf den Kanaren und in Spanien im freien Fall

Pisa-2025-Ergebnisse-Kanaren-Spanien-Deutschland

Die Schüler auf den Kanarischen Inseln schneiden bei der internationalen Bildungsstudie PISA 2025 in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften deutlich schlechter ab als der spanische Durchschnitt. Noch deutlicher fällt der Abstand zu Deutschland aus. Allerdings zeigen die am 8. September 2026 veröffentlichten Ergebnisse auch, dass sich die Leistungen sowohl in Spanien als auch in Deutschland gegenüber PISA 2022 erheblich verschlechtert haben.

Die Kanaren erreichten bei PISA 2025 442 Punkte in Mathematik, 445 Punkte beim Lesen und 469 Punkte in den Naturwissenschaften. Bei der computergestützten Problemlösung kamen die kanarischen Schüler auf 488 Punkte. Damit liegen die Kanaren in allen vier Bereichen unter dem spanischen Durchschnitt.

Deutschland vor Spanien, Kanaren deutlich dahinter

In Deutschland erreichten die Schüler 464 Punkte in Mathematik, 465 Punkte beim Lesen und 486 Punkte in Naturwissenschaften. Deutschland liegt damit in allen drei klassischen PISA-Bereichen vor Spanien und den Kanaren.

Spanien kommt auf 457 Punkte in Mathematik, 451 Punkte beim Lesen und 477 Punkte in Naturwissenschaften. Damit ergibt sich eine klare Reihenfolge: Deutschland liegt vor Spanien, Spanien wiederum vor den Kanaren.

Besonders deutlich ist der Unterschied in Mathematik. Die Kanaren liegen mit 442 Punkten 15 Punkte hinter Spanien und 22 Punkte hinter Deutschland. Beim Lesen beträgt der Rückstand 6 Punkte gegenüber Spanien und 20 Punkte gegenüber Deutschland. In Naturwissenschaften fehlen den Kanaren 8 Punkte auf Spanien und 17 Punkte auf Deutschland.

Im Durchschnitt der drei klassischen PISA-Bereiche kommen die Kanaren auf rund 452 Punkte, Spanien auf rund 462 Punkte und Deutschland auf rund 472 Punkte.

Kanaren in Spanien auf den hinteren Plätzen

Auch innerhalb Spaniens schneiden die Kanaren vergleichsweise schlecht ab. In Mathematik erreicht Madrid 477 Punkte, Castilla y León 472 Punkte, Cantabria 470 Punkte und Asturias 469 Punkte. Die Kanaren kommen lediglich auf 442 Punkte und liegen damit gleichauf mit Andalusien. Nur die Comunidad Valenciana, Ceuta und Melilla schneiden noch schlechter ab.

Beim Lesen erreichen die Kanaren 445 Punkte. Auch hier liegen sie unter dem spanischen Durchschnitt von 451 Punkten. In Naturwissenschaften kommen die kanarischen Schüler auf 469 Punkte, gegenüber 477 Punkten im spanischen Durchschnitt.

Bei der computergestützten Problemlösung erreichen die Kanaren 488 Punkte. Spanien kommt auf 499 Punkte. Madrid führt innerhalb Spaniens mit 515 Punkten, gefolgt von Asturias mit 512 und Cantabria mit 510 Punkten.

Spanien mit schlechtesten PISA-Ergebnissen seiner Geschichte

Auch der spanische Durchschnitt bietet wenig Anlass zur Zufriedenheit. Die 15-jährigen Schüler in Spanien erzielten 2025 in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften jeweils die schlechtesten Ergebnisse seit Beginn der PISA-Untersuchungen.

Beim Lesen fiel Spanien von 474 Punkten im Jahr 2022 auf 451 Punkte im Jahr 2025. Das sind 23 Punkte weniger innerhalb von drei Jahren. Gegenüber 2015 beträgt der Rückgang sogar 45 Punkte. Spanien liegt beim Lesen 8 Punkte unter dem Durchschnitt der Europäischen Union und 10 Punkte unter dem OECD-Durchschnitt. Nach Angaben des PISA-Berichts entspricht der Rückstand gegenüber dem OECD-Durchschnitt ungefähr einem halben Schuljahr.

In Mathematik setzte sich der Abwärtstrend ebenfalls fort. Spanien hatte bereits 2022 mit 473 Punkten einen historischen Tiefstand erreicht. 2025 sank das Ergebnis um weitere 16 Punkte auf 457 Punkte. Seit 2015 hat Spanien damit fast 30 Punkte verloren.

In Naturwissenschaften ging das Ergebnis von 485 Punkten im Jahr 2022 auf 477 Punkte im Jahr 2025 zurück. Seit 2015 beträgt der Verlust 16 Punkte. Auch hier liegt Spanien unter dem OECD-Durchschnitt.

PISA-Ergebnisse stellen Bildungspolitik der Sánchez-Regierung infrage

Die Ergebnisse können auch als deutlicher Misserfolg der Bildungspolitik der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez gewertet werden. Die 2025 getesteten Schüler wurden bereits wesentlich nach den Vorgaben des Bildungsgesetzes LOMLOE unterrichtet, das Ende 2020 unter der Regierung Sánchez verabschiedet wurde. Auch der spanische Ausgangsbericht weist ausdrücklich darauf hin, dass PISA 2025 Schüler untersucht, die mit dem Lehrplan der LOMLOE ausgebildet wurden.

Statt einer Verbesserung erreicht Spanien nun in allen drei klassischen PISA-Bereichen historische Tiefstände. Besonders problematisch ist, dass der Leistungsabfall teilweise stärker ausfällt als im internationalen Vergleich. Zwischen 2022 und 2025 verlor Spanien 23 Punkte beim Lesen und 16 Punkte in Mathematik. In Naturwissenschaften ging das Ergebnis um 8 Punkte zurück.

Kritik an Neuausrichtung des Mathematikunterrichts

Besonders umstritten war die Neuausrichtung des Mathematikunterrichts durch die LOMLOE. Der Lehrplan stellt nicht mehr allein die Beherrschung mathematischer Inhalte und Rechenverfahren in den Mittelpunkt, sondern definiert Kompetenzen wie Problemlösung, mathematische Kommunikation, computergestütztes Denken und einen sogenannten „sozioaffektiven Sinn“ (sentido socioafectivo). Dazu gehören unter anderem der Umgang mit Emotionen beim Mathematiklernen, Resilienz, Teamarbeit, Empathie, Inklusion und eine Geschlechterperspektive auf die Mathematik.

Kritiker warnten bereits bei Einführung der Reform davor, dass die stärkere Gewichtung solcher Kompetenzen zulasten des systematischen Erwerbs und Einübens mathematischer Grundlagen gehen könnte. Auch die stärkere Betonung flexibler Lösungsstrategien und der Einsatz digitaler Hilfsmittel wurden kontrovers diskutiert. Befürworter der Reform argumentieren dagegen, dass mathematisches Verständnis, Problemlösung und die praktische Anwendung des Gelernten wichtiger seien als das bloße Einüben und Reproduzieren bestimmter Rechenverfahren.

Einen kausalen Zusammenhang zwischen dieser Neuausrichtung und den PISA-Ergebnissen kann die Studie nicht belegen. Politisch brisant ist jedoch, dass Spanien ausgerechnet unter dem neuen kompetenzorientierten Lehrplan in Mathematik von 473 Punkten im Jahr 2022 auf den historischen Tiefstand von 457 Punkten im Jahr 2025 gefallen ist. Der Rückgang gegenüber 2015 beträgt inzwischen fast 30 Punkte.

Die PISA-Ergebnisse allein beweisen somit nicht, dass die LOMLOE oder einzelne Entscheidungen der Regierung Sánchez den Leistungsabfall verursacht haben. Die Ergebnisse fallen jedoch in einen Zeitraum, in dem die Regierung Sánchez bereits seit mehreren Jahren die bildungspolitische Verantwortung auf nationaler Ebene trägt. Die historischen Tiefstwerte und der teilweise überdurchschnittliche Leistungsabfall stellen die Wirksamkeit ihrer Bildungspolitik daher deutlich infrage.

Allerdings stammen die Ergebnisse auch aus dem Zeitraum, in dem die Schulbildung weltweit durch die Corona-Pandemie mit Unterrichtsausfällen, Teleunterricht und Coronamaßnahmen zu leiden hatte. Wenn der Leistungsabfall bei er PISA-Studie tatsächlich auf die Pandemiemaßnahmen zurückzuführen sein sollte, müsste die nächste Studie in vier Jahren wieder deutlich bessern ausfallen.

Kanaren verlieren weniger stark als Spanien

Für die Kanaren ergibt sich trotz der schlechten absoluten Ergebnisse ein differenzierteres Bild. Gegenüber PISA 2022 verloren die Kanaren 5 Punkte in Mathematik, 18 Punkte beim Lesen und 4 Punkte in Naturwissenschaften. Spanien verlor im selben Zeitraum 16 Punkte in Mathematik, 23 Punkte beim Lesen und 8 Punkte in Naturwissenschaften.

Die Kanaren schneiden somit weiterhin schlechter ab, der Abstand zum spanischen Durchschnitt hat sich jedoch verkleinert. Dies liegt nicht an einer Verbesserung der kanarischen Ergebnisse, sondern daran, dass die Leistungen im spanischen Durchschnitt noch stärker zurückgegangen sind.

Besonders problematisch bleibt auf den Kanaren das Lesen. Mit 445 Punkten liegt der Archipel zwar nur noch 6 Punkte unter dem spanischen Durchschnitt, gegenüber PISA 2022 ging die Leistung jedoch um 18 Punkte zurück. In Mathematik fiel das Ergebnis dagegen lediglich um 5 Punkte, in Naturwissenschaften um 4 Punkte.

Auch Deutschland erreicht historischen Tiefstand

Auch der Vergleich mit Deutschland sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Ergebnisse dort ebenfalls erheblich verschlechtert haben. Deutschland erreicht 2025 mit 486 Punkten in Naturwissenschaften, 465 Punkten beim Lesen und 464 Punkten in Mathematik in allen drei Bereichen die niedrigsten Werte seit Beginn der PISA-Erhebungen im Jahr 2000.

Deutschland liegt damit zwar weiterhin vor Spanien und deutlich vor den Kanaren, kann angesichts seiner eigenen Entwicklung jedoch kaum als positives Gegenbeispiel gelten.

Gegenüber PISA 2022 verlor Deutschland 11 Punkte in Mathematik, 15 Punkte beim Lesen und 6 Punkte in Naturwissenschaften. Der Abstand zwischen Deutschland und den Kanaren beträgt 2025 damit 22 Punkte in Mathematik, 20 Punkte beim Lesen und 17 Punkte in Naturwissenschaften.

Fast 30.000 Schüler in Spanien getestet

An der spanischen Hauptuntersuchung für PISA 2025 nahmen 956 Bildungseinrichtungen und fast 30.000 Schüler teil. Die Stichprobe repräsentiert die 15- bis 16-jährigen Schüler in allen spanischen Autonomen Gemeinschaften und Autonomen Städten.

International zeigen die PISA-Ergebnisse ebenfalls einen Abwärtstrend, der beim Lesen besonders ausgeprägt ist, gefolgt von Mathematik und Naturwissenschaften. Damit handelt es sich beim Rückgang der Leistungen nicht um ein ausschließlich spanisches Phänomen. Der spanische Rückgang fällt in wichtigen Bereichen jedoch besonders deutlich aus.

Die Ergebnisse zeigen damit ein zweigeteiltes Bild für die Kanaren. Der Archipel bleibt in den wichtigsten PISA-Kompetenzen hinter dem spanischen Durchschnitt zurück und liegt noch deutlicher hinter Deutschland. Gleichzeitig hat sich der Abstand zu Spanien teilweise verringert, allerdings nicht aufgrund besserer Leistungen auf den Kanaren, sondern weil die Ergebnisse im spanischen Bildungssystem noch stärker eingebrochen sind.

PISA 2025: Bildungsniveau auf den Kanaren und in Spanien im freien Fall

Die Schüler auf den Kanarischen Inseln schneiden bei der internationalen Bildungsstudie PISA 2025 in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften deutlich schlechter ab als der spanische Durchschnitt. Noch deutlicher fällt der Abstand zu Deutschland aus. Allerdings zeigen die am 8. September 2026 veröffentlichten Ergebnisse auch, dass sich die Leistungen sowohl in Spanien als auch in Deutschland gegenüber PISA 2022 erheblich verschlechtert haben.

Die Kanaren erreichten bei PISA 2025 442 Punkte in Mathematik, 445 Punkte beim Lesen und 469 Punkte in den Naturwissenschaften. Bei der computergestützten Problemlösung kamen die kanarischen Schüler auf 488 Punkte. Damit liegen die Kanaren in allen vier Bereichen unter dem spanischen Durchschnitt.

Deutschland vor Spanien, Kanaren deutlich dahinter

In Deutschland erreichten die Schüler 464 Punkte in Mathematik, 465 Punkte beim Lesen und 486 Punkte in Naturwissenschaften. Deutschland liegt damit in allen drei klassischen PISA-Bereichen vor Spanien und den Kanaren.

Spanien kommt auf 457 Punkte in Mathematik, 451 Punkte beim Lesen und 477 Punkte in Naturwissenschaften. Damit ergibt sich eine klare Reihenfolge: Deutschland liegt vor Spanien, Spanien wiederum vor den Kanaren.

Besonders deutlich ist der Unterschied in Mathematik. Die Kanaren liegen mit 442 Punkten 15 Punkte hinter Spanien und 22 Punkte hinter Deutschland. Beim Lesen beträgt der Rückstand 6 Punkte gegenüber Spanien und 20 Punkte gegenüber Deutschland. In Naturwissenschaften fehlen den Kanaren 8 Punkte auf Spanien und 17 Punkte auf Deutschland.

Im Durchschnitt der drei klassischen PISA-Bereiche kommen die Kanaren auf rund 452 Punkte, Spanien auf rund 462 Punkte und Deutschland auf rund 472 Punkte.

Kanaren in Spanien auf den hinteren Plätzen

Auch innerhalb Spaniens schneiden die Kanaren vergleichsweise schlecht ab. In Mathematik erreicht Madrid 477 Punkte, Castilla y León 472 Punkte, Cantabria 470 Punkte und Asturias 469 Punkte. Die Kanaren kommen lediglich auf 442 Punkte und liegen damit gleichauf mit Andalusien. Nur die Comunidad Valenciana, Ceuta und Melilla schneiden noch schlechter ab.

Beim Lesen erreichen die Kanaren 445 Punkte. Auch hier liegen sie unter dem spanischen Durchschnitt von 451 Punkten. In Naturwissenschaften kommen die kanarischen Schüler auf 469 Punkte, gegenüber 477 Punkten im spanischen Durchschnitt.

Bei der computergestützten Problemlösung erreichen die Kanaren 488 Punkte. Spanien kommt auf 499 Punkte. Madrid führt innerhalb Spaniens mit 515 Punkten, gefolgt von Asturias mit 512 und Cantabria mit 510 Punkten.

Spanien mit schlechtesten PISA-Ergebnissen seiner Geschichte

Auch der spanische Durchschnitt bietet wenig Anlass zur Zufriedenheit. Die 15-jährigen Schüler in Spanien erzielten 2025 in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften jeweils die schlechtesten Ergebnisse seit Beginn der PISA-Untersuchungen.

Beim Lesen fiel Spanien von 474 Punkten im Jahr 2022 auf 451 Punkte im Jahr 2025. Das sind 23 Punkte weniger innerhalb von drei Jahren. Gegenüber 2015 beträgt der Rückgang sogar 45 Punkte. Spanien liegt beim Lesen 8 Punkte unter dem Durchschnitt der Europäischen Union und 10 Punkte unter dem OECD-Durchschnitt. Nach Angaben des PISA-Berichts entspricht der Rückstand gegenüber dem OECD-Durchschnitt ungefähr einem halben Schuljahr.

In Mathematik setzte sich der Abwärtstrend ebenfalls fort. Spanien hatte bereits 2022 mit 473 Punkten einen historischen Tiefstand erreicht. 2025 sank das Ergebnis um weitere 16 Punkte auf 457 Punkte. Seit 2015 hat Spanien damit fast 30 Punkte verloren.

In Naturwissenschaften ging das Ergebnis von 485 Punkten im Jahr 2022 auf 477 Punkte im Jahr 2025 zurück. Seit 2015 beträgt der Verlust 16 Punkte. Auch hier liegt Spanien unter dem OECD-Durchschnitt.

PISA-Ergebnisse stellen Bildungspolitik der Sánchez-Regierung infrage

Die Ergebnisse können auch als deutlicher Misserfolg der Bildungspolitik der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez gewertet werden. Die 2025 getesteten Schüler wurden bereits wesentlich nach den Vorgaben des Bildungsgesetzes LOMLOE unterrichtet, das Ende 2020 unter der Regierung Sánchez verabschiedet wurde. Auch der spanische Ausgangsbericht weist ausdrücklich darauf hin, dass PISA 2025 Schüler untersucht, die mit dem Lehrplan der LOMLOE ausgebildet wurden.

Statt einer Verbesserung erreicht Spanien nun in allen drei klassischen PISA-Bereichen historische Tiefstände. Besonders problematisch ist, dass der Leistungsabfall teilweise stärker ausfällt als im internationalen Vergleich. Zwischen 2022 und 2025 verlor Spanien 23 Punkte beim Lesen und 16 Punkte in Mathematik. In Naturwissenschaften ging das Ergebnis um 8 Punkte zurück.

Kritik an Neuausrichtung des Mathematikunterrichts

Besonders umstritten war die Neuausrichtung des Mathematikunterrichts durch die LOMLOE. Der Lehrplan stellt nicht mehr allein die Beherrschung mathematischer Inhalte und Rechenverfahren in den Mittelpunkt, sondern definiert Kompetenzen wie Problemlösung, mathematische Kommunikation, computergestütztes Denken und einen sogenannten „sozioaffektiven Sinn“ (sentido socioafectivo). Dazu gehören unter anderem der Umgang mit Emotionen beim Mathematiklernen, Resilienz, Teamarbeit, Empathie, Inklusion und eine Geschlechterperspektive auf die Mathematik.

Kritiker warnten bereits bei Einführung der Reform davor, dass die stärkere Gewichtung solcher Kompetenzen zulasten des systematischen Erwerbs und Einübens mathematischer Grundlagen gehen könnte. Auch die stärkere Betonung flexibler Lösungsstrategien und der Einsatz digitaler Hilfsmittel wurden kontrovers diskutiert. Befürworter der Reform argumentieren dagegen, dass mathematisches Verständnis, Problemlösung und die praktische Anwendung des Gelernten wichtiger seien als das bloße Einüben und Reproduzieren bestimmter Rechenverfahren.

Einen kausalen Zusammenhang zwischen dieser Neuausrichtung und den PISA-Ergebnissen kann die Studie nicht belegen. Politisch brisant ist jedoch, dass Spanien ausgerechnet unter dem neuen kompetenzorientierten Lehrplan in Mathematik von 473 Punkten im Jahr 2022 auf den historischen Tiefstand von 457 Punkten im Jahr 2025 gefallen ist. Der Rückgang gegenüber 2015 beträgt inzwischen fast 30 Punkte.

Die PISA-Ergebnisse allein beweisen somit nicht, dass die LOMLOE oder einzelne Entscheidungen der Regierung Sánchez den Leistungsabfall verursacht haben. Die Ergebnisse fallen jedoch in einen Zeitraum, in dem die Regierung Sánchez bereits seit mehreren Jahren die bildungspolitische Verantwortung auf nationaler Ebene trägt. Die historischen Tiefstwerte und der teilweise überdurchschnittliche Leistungsabfall stellen die Wirksamkeit ihrer Bildungspolitik daher deutlich infrage.

Allerdings stammen die Ergebnisse auch aus einem Zeitraum, in dem die Schulbildung weltweit durch die Corona-Pandemie mit Unterrichtsausfällen, Teleunterricht und Coronamaßnahmen zu leiden hatte. Wenn der Leistungsabfall bei er PISA-Studie tatsächlich auf die Pandemiemaßnahmen zurückzuführen sein sollte, müsste die nächste Studie in vier Jahren wieder deutlich bessern ausfallen.

Kanaren verlieren weniger stark als Spanien

Für die Kanaren ergibt sich trotz der schlechten absoluten Ergebnisse ein differenzierteres Bild. Gegenüber PISA 2022 verloren die Kanaren 5 Punkte in Mathematik, 18 Punkte beim Lesen und 4 Punkte in Naturwissenschaften. Spanien verlor im selben Zeitraum 16 Punkte in Mathematik, 23 Punkte beim Lesen und 8 Punkte in Naturwissenschaften.

Die Kanaren schneiden somit weiterhin schlechter ab, der Abstand zum spanischen Durchschnitt hat sich jedoch verkleinert. Dies liegt nicht an einer Verbesserung der kanarischen Ergebnisse, sondern daran, dass die Leistungen im spanischen Durchschnitt noch stärker zurückgegangen sind.

Besonders problematisch bleibt auf den Kanaren das Lesen. Mit 445 Punkten liegt der Archipel zwar nur noch 6 Punkte unter dem spanischen Durchschnitt, gegenüber PISA 2022 ging die Leistung jedoch um 18 Punkte zurück. In Mathematik fiel das Ergebnis dagegen lediglich um 5 Punkte, in Naturwissenschaften um 4 Punkte.

Auch Deutschland erreicht historischen Tiefstand

Auch der Vergleich mit Deutschland sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Ergebnisse dort ebenfalls erheblich verschlechtert haben. Deutschland erreicht 2025 mit 486 Punkten in Naturwissenschaften, 465 Punkten beim Lesen und 464 Punkten in Mathematik in allen drei Bereichen die niedrigsten Werte seit Beginn der PISA-Erhebungen im Jahr 2000.

Deutschland liegt damit zwar weiterhin vor Spanien und deutlich vor den Kanaren, kann angesichts seiner eigenen Entwicklung jedoch kaum als positives Gegenbeispiel gelten.

Gegenüber PISA 2022 verlor Deutschland 11 Punkte in Mathematik, 15 Punkte beim Lesen und 6 Punkte in Naturwissenschaften. Der Abstand zwischen Deutschland und den Kanaren beträgt 2025 damit 22 Punkte in Mathematik, 20 Punkte beim Lesen und 17 Punkte in Naturwissenschaften.

Fast 30.000 Schüler in Spanien getestet

An der spanischen Hauptuntersuchung für PISA 2025 nahmen 956 Bildungseinrichtungen und fast 30.000 Schüler teil. Die Stichprobe repräsentiert die 15- bis 16-jährigen Schüler in allen spanischen Autonomen Gemeinschaften und Autonomen Städten.

International zeigen die PISA-Ergebnisse ebenfalls einen Abwärtstrend, der beim Lesen besonders ausgeprägt ist, gefolgt von Mathematik und Naturwissenschaften. Damit handelt es sich beim Rückgang der Leistungen nicht um ein ausschließlich spanisches Phänomen. Der spanische Rückgang fällt in wichtigen Bereichen jedoch besonders deutlich aus.

Die Ergebnisse zeigen damit ein zweigeteiltes Bild für die Kanaren. Der Archipel bleibt in den wichtigsten PISA-Kompetenzen hinter dem spanischen Durchschnitt zurück und liegt noch deutlicher hinter Deutschland. Gleichzeitig hat sich der Abstand zu Spanien teilweise verringert, allerdings nicht aufgrund besserer Leistungen auf den Kanaren, sondern weil die Ergebnisse im spanischen Bildungssystem noch stärker eingebrochen sind.

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