Blackout auf Lanzarote: nur Playa Blanca dank Verbindung mit Fuerteventura weiter am Netz

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Ein großflächiger Stromausfall hat am frühen Morgen des 3. Oktober 2026 fast ganz Lanzarote und La Graciosa lahmgelegt. Zeitweise waren rund 73.600 Haushalte von dem sogenannten „cero energético“, einem weitgehenden Zusammenbruch des Stromsystems, betroffen. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildete Playa Blanca im Süden der Insel. Dort blieb die Stromversorgung dank der Verbindung mit dem Stromnetz von Fuerteventura bestehen.

Die Generaldirektion für Notfälle der kanarischen Regierung aktivierte wegen des Stromausfalls die Vorwarnstufe des territorialen Zivilschutzplans der Kanaren (Plan Territorial de Emergencia de Protección Civil de Canarias, PLATECA). Die Maßnahme galt für die gesamte Insel Lanzarote mit Ausnahme von Playa Blanca.

Erste Störung im Umspannwerk Mácher

Nach Angaben der Behörden begann die Störung am 3. Oktober 2026 um 05.44 Uhr im 66-Kilovolt-Netz des Umspannwerks Mácher in der Gemeinde Tías.

Durch die Störung wurde zunächst die Stromversorgung von rund 51.703 Kunden unterbrochen.

Nur vier Minuten später kam es während der Maßnahmen zur Wiederherstellung der Versorgung zu einer weiteren Störung in den Umspannwerken San Bartolomé und Punta Grande. Dabei fiel zusätzlich Erzeugungsleistung aus.

In der Folge stieg die Zahl der vom Stromausfall betroffenen Kunden auf rund 73.600.

Stromversorgung schrittweise wiederhergestellt

Nach Informationen, die der Stromversorger Endesa an die Behörden übermittelte, begann anschließend die schrittweise Wiederherstellung der Stromversorgung.

Um 06.47 Uhr waren noch rund 39.000 Kunden ohne Strom. Bis 07.10 Uhr sank diese Zahl auf etwa 8.463. Um 7:30h war die Stromversorgung auf Lanzarote wieder nahezu vollständig wiederhergestellt.

Die Vorwarnstufe des PLATECA wurde aktiviert, um die Entwicklung der Störung zu verfolgen, die beteiligten Behörden und Organisationen zu koordinieren und mögliche Auswirkungen auf wesentliche Versorgungsleistungen zu beurteilen.

Fuerteventura und Lanzarote teilen sich ein Stromsystem

Dass Playa Blanca von dem großflächigen Blackout verschont blieb, hängt mit einer Besonderheit der Stromversorgung auf den Kanarischen Inseln zusammen. Die Stromnetze von Fuerteventura und Lanzarote sind über Unterseekabel miteinander verbunden.

Bereits 2005 wurde eine 66-kV-Unterwasserverbindung zwischen beiden Inseln in Betrieb genommen. Später wurde die Verbindung durch ein weiteres Unterseekabel verstärkt. Dieses verbindet das Umspannwerk Playa Blanca auf Lanzarote mit Corralejo auf Fuerteventura. Das Kabel ist insgesamt rund 17 Kilometer lang, davon verlaufen etwa 14,6 Kilometer auf dem Meeresboden. Durch die zusätzliche Verbindung sollte insbesondere die Redundanz und damit die Ausfallsicherheit des gemeinsamen Stromsystems verbessert werden.

Die Ereignisse vom 3. Oktober 2026 zeigen nun sehr anschaulich, welchen praktischen Nutzen diese Verbindung haben kann. Während große Teile Lanzarotes zeitweise ohne Strom waren, konnte Playa Blanca über die Verbindung mit Fuerteventura weiter versorgt werden.

Weitere Hintergründe zur Verbindung der Stromnetze von Fuerteventura und Lanzarote haben wir bereits ausführlich in der Fuerteventura-Zeitung beschrieben:

Red Eléctrica beginnt mit Verlegung des Untersee-Stromkabels zwischen Fuerteventura und Lanzarote

Erinnerungen an den großen Blackout auf Fuerteventura

Am Abend des 26. Februar 2022 kam es auch auf Fuerteventura zu einem großflächigen Stromausfall, von dem rund 40.000 Menschen in den Gemeinden Tuineje und Pájara im Süden der Insel betroffen waren. Anders als auf Lanzarote fiel damals hier nicht das gesamte Netz aus. Allerdings dauerte der Blackout im Süden von Fuerteventura mehr als 15 Stunden und hatte somit wesentlich größere Auswirkungen.

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