Das Cabildo von Fuerteventura hat am 05.11.2026 erneut acht Atlantische Gelbschnabelsturmtaucher und einen seltenen Wellenläufer in die Freiheit entlassen. Mehr als 30 Personen nahmen an der Veranstaltung bei der alten Windmühle von Puerto Lajas teil. Seit Beginn der jährlichen Schutzkampagne im Oktober 2026 wurden auf Fuerteventura bereits rund 150 Sturmtaucher gerettet.
Die Freilassung fand im Rahmen des Umweltbildungsprojekts „Zurück nach Hause“ (De vuelta a casa) statt, das zum Programm „Kennen, um zu schützen“ (Conocer para Proteger) des Umweltressorts des Cabildo von Fuerteventura gehört.
Unter den Teilnehmern waren Mitglieder der Ornithologischen Gruppe Alcaidón der Kanaren (Grupo Ornitológico Alcaidón de Canarias) sowie Beamte der Gemeindepolizei von Puerto del Rosario, die an der Bergung gestrandeter Sturmtaucher beteiligt sind.
Zu Beginn der Veranstaltung informierten Fachleute über den Lebensraum, die Ernährung und den Lebenszyklus der Atlantischen Gelbschnabelsturmtaucher. Außerdem erfuhren die Teilnehmer, warum sich die Jungvögel bei ihren ersten Flügen zum Meer häufig verirren und wie sie in solchen Fällen richtig reagieren können.
Der Regierungsrat für Umwelt im Cabildo von Fuerteventura, Carlos Rodríguez, betonte die Bedeutung der Bürgerbeteiligung für den Artenschutz. Wer die Tiere aus der Nähe kennenlerne und ihre Rückkehr in die Natur miterlebe, entwickle ein besseres Verständnis für die Notwendigkeit, die Artenvielfalt zu schützen. Besonders während der aktuellen Schutzkampagne sei die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung wichtig, damit verirrte Vögel rechtzeitig gerettet werden könnten.
Seltener Wellenläufer bei Puerto Lajas freigelassen
Eine Besonderheit der Veranstaltung war die Freilassung eines Wellenläufers (paíño boreal, Hydrobates leucorhoa), der am 04.11.2026 gefunden worden war.
Der kleine Seevogel lebt überwiegend auf dem offenen Meer und brütet auf kleinen Inseln im Nordatlantik. Während seiner Wanderungen zu den Küsten des südlichen Afrikas kann er im Herbst und Winter gelegentlich auch in den Gewässern der Kanaren beobachtet werden. Da die Art hier nur selten vorkommt, war ihre Freilassung ein besonderer Moment für die Teilnehmer.
Warum sich junge Sturmtaucher auf Fuerteventura verirren
Zwischen Oktober und November verlassen die jungen Gelbschnabelsturmtaucher ihre Nester in Felsspalten oder Höhlen an den Steilküsten. Ihre ersten Flüge zum Atlantik finden nachts statt. Dabei orientieren sie sich am natürlichen Horizont sowie an Mond und Sternen.
Künstliche Beleuchtung von Straßen, Ortschaften, Hotels und Küstenanlagen kann die Jungvögel von ihrem Kurs abbringen. Die Tiere kollidieren dann mit Hindernissen oder landen auf dem Boden.
Einmal am Boden können sie häufig nicht mehr aus eigener Kraft starten. Ihre Beine befinden sich weit hinten am Körper und sind an das Leben auf dem Meer angepasst. Die langen Flügel ermöglichen ihnen einen effizienten Flug über dem Wasser, erschweren aber das Abheben von ebenen Flächen.
Was tun, wenn man einen Sturmtaucher findet?
Wer einen Sturmtaucher auf einer Straße, einem Gehweg, am Strand oder an einem anderen Ort findet, sollte unverzüglich die Notrufnummer 112 wählen, damit der zuständige Bergungsdienst verständigt werden kann.
Das Cabildo empfiehlt, den Vogel vorsichtig mit einem Handtuch oder einem Kleidungsstück aufzunehmen und dabei auf den Schnabel zu achten. Anschließend sollte das Tier in einen gut belüfteten Karton gesetzt und an einem ruhigen, kühlen und schattigen Ort aufbewahrt werden.
Dem Tier darf weder Futter noch Wasser gegeben werden, da dies seinen Zustand verschlechtern könnte. Der genaue Fundort sollte auf dem Karton notiert werden, da diese Information für die weitere Betreuung und spätere Freilassung wichtig ist.
Auch wenn der Vogel äußerlich unverletzt erscheint, darf er nicht eigenständig freigelassen werden. Zunächst ist eine tierärztliche Untersuchung erforderlich. Die Finder sollten deshalb auf den Bergungsdienst warten und dessen Anweisungen befolgen.
Auch tote Sturmtaucher sollten unter der Notrufnummer 112 gemeldet werden. Dies ermöglicht ihre Bergung und hilft dabei, besonders gefährliche Bereiche zu identifizieren.
Weniger Lichtverschmutzung schützt die Vögel
Das Cabildo von Fuerteventura ruft die Bevölkerung dazu auf, insbesondere während der Schutzkampagne von Oktober bis November 2026 unnötige Außenbeleuchtung auszuschalten oder ihre Intensität zu reduzieren. Dies gilt vor allem für Gebiete in Küstennähe.
Die Verringerung der Lichtverschmutzung kann verhindern, dass junge Sturmtaucher bei ihren ersten nächtlichen Flügen die Orientierung verlieren und auf dem Boden landen.
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