Die Inselregierung von Fuerteventura (Cabildo) warnt vor den finanziellen und rechtlichen Folgen illegaler Bauten und Anlagen auf Grundstücken im ländlichen Raum. Wer ohne die erforderlichen Genehmigungen baut oder Anlagen aufstellt, muss nicht nur mit hohen Bußgeldern rechnen, sondern kann auch verpflichtet werden, das betroffene Grundstück wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. In besonders schweren Fällen können Geldbußen von bis zu 600.000 Euro verhängt werden.
In einer Mitteilung vom 04.11.2026 informiert das Cabildo über die Ergebnisse der gemeinsamen Kontrollen mit der kanarischen Regierung, den sechs Gemeinden auf Fuerteventura, den Gemeindepolizeien und der Guardia Civil. Ziel der Zusammenarbeit ist es, das Territorium Fuerteventuras zu schützen, illegale Eingriffe aufzudecken und weitere Verstöße zu verhindern.
Illegale Holzkonstruktion in Antigua muss entfernt werden
Als ein Beispiel für die jüngsten Entscheidungen führt das Cabildo eine Anordnung der Kanarischen Agentur für den Schutz der natürlichen Umwelt (Agencia Canaria de Protección del Medio Natural) wegen einer nicht genehmigten Holzkonstruktion in der Gemeinde Antigua auf.
Die Umweltbeamten des Cabildo hatten die Anlage bereits 2024 angezeigt. Sie befindet sich auf einem Grundstück, das als landwirtschaftlich geschützter ländlicher Boden (Suelo Rústico de Protección Agraria) eingestuft ist.
Nach Prüfung des Falls kam die zuständige Behörde zu dem Ergebnis, dass die Konstruktion nicht mit den geltenden Raumordnungsbestimmungen vereinbar ist. Außerdem liegen keine erforderlichen Genehmigungen vor, die eine Legalisierung ermöglichen würden. Deshalb wurde die Wiederherstellung der baurechtlichen Legalität angeordnet.
Der Fall verdeutlicht nach Angaben des Cabildo, dass die Verwaltungsverfahren zwar längere Zeit in Anspruch nehmen können, die Anzeigen jedoch weiterbearbeitet werden und schließlich zu konkreten Maßnahmen führen.
Bis zu 600.000 Euro Bußgeld bei besonders schweren Verstößen
Das Cabildo erinnert daran, dass illegale Bauvorhaben erhebliche finanzielle Folgen haben können.
Das kanarische Gesetz über den Boden und die geschützten Naturräume (Ley del Suelo y de los Espacios Naturales Protegidos de Canarias) sieht für besonders schwere Verstöße Geldbußen von bis zu 600.000 Euro vor.
Die tatsächliche Höhe hängt von der Einstufung des Verstoßes und den Umständen des jeweiligen Verfahrens ab.
Besonders wichtig ist dabei, dass die Zahlung eines Bußgeldes eine illegale Anlage nicht nachträglich legalisiert. Auch nach Begleichung der Geldbuße bleibt die Verpflichtung bestehen, den rechtmäßigen Zustand wiederherzustellen, also die Aufbauten abzureißen.
Eine Konstruktion, die nicht mit den geltenden Vorschriften zur Bodennutzung vereinbar ist, darf daher nicht allein deshalb stehen bleiben, weil der Eigentümer eine Geldbuße bezahlt hat.
Zusätzliche Zwangsgelder und Kosten für den Rückbau
Im Fall der Holzkonstruktion in Antigua enthält die behördliche Entscheidung eine weitere Warnung.
Wer die gesetzten Fristen zur Wiederherstellung des rechtmäßigen Zustands nicht einhält, muss mit Zwangsgeldern von jeweils bis zu 3.000 Euro rechnen. Diese können monatlich verhängt werden, höchstens jedoch zehnmal.
Damit können sich allein die zusätzlichen Zwangsgelder auf insgesamt 30.000 Euro summieren.
Diese Beträge sind unabhängig von den eigentlichen Bußgeldern, die im Rahmen eines gesonderten Sanktionsverfahrens verhängt werden können.
Kommt der Verpflichtete der Rückbauanordnung weiterhin nicht nach, kann die Verwaltung die erforderlichen Arbeiten selbst durchführen lassen und dem Verursacher die Kosten in Rechnung stellen.
Zu einer möglichen Geldbuße können somit weitere Zwangsgelder und die vollständigen Kosten für die Beseitigung der illegalen Anlage und die Wiederherstellung des Grundstücks hinzukommen.
Gemeinsame Kontrollen auf Fuerteventura seit 2024
Der gemeinsame Maßnahmenplan des Cabildo, der kanarischen Regierung und der sechs Gemeinden auf Fuerteventura wurde im Januar 2024 auf den Weg gebracht.
Er verbindet Kontrollen vor Ort, die Bearbeitung von Verwaltungsverfahren und die Information der Bevölkerung über die geltenden Vorschriften.
Im Februar 2025 verstärkte der Inselrat diese Arbeit durch eine Aufklärungskampagne über die Auswirkungen nicht genehmigter Anlagen auf die Landschaft, die natürlichen Werte und die traditionelle Nutzung des Bodens.
Am 15.09.2026 fand eine koordinierte Kontrollaktion in den Gemeinden La Oliva, Puerto del Rosario, Antigua und Tuineje statt.
Daran beteiligten sich Mitarbeiter der Kanarischen Agentur für den Schutz der natürlichen Umwelt, Umweltbeamte des Cabildo, Angehörige der Umweltschutzeinheit der Guardia Civil (SEPRONA) sowie Beamte der Gemeindepolizeien.
Bei der Aktion wurden insgesamt 64 Kontrollen durchgeführt, bei denen Hinweise auf mögliche Rechtsverstöße festgestellt wurden.
Darüber hinaus berichteten die beteiligten Verwaltungen im September 2026 über 26 dokumentierte freiwillige Wiederherstellungen des rechtmäßigen Zustands im Zeitraum von 2023 bis 2026.
Nach Einschätzung des Cabildo zeigen diese Ergebnisse, dass die Zusammenarbeit der verschiedenen Behörden von der Feststellung illegaler Eingriffe bis zur Wiederherstellung der betroffenen Flächen Wirkung zeigt.
Auch Container und Fertighäuser können illegal sein
Der Inselrat weist ausdrücklich darauf hin, dass der Kauf eines Containers, eines Fertighauses oder einer Holzkonstruktion keineswegs bedeutet, dass diese anschließend legal auf einem Grundstück aufgestellt werden dürfen.
Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Material die Anlage besteht oder ob sie grundsätzlich wieder abgebaut werden kann.
Auch transportable oder demontierbare Konstruktionen müssen die geltenden Vorschriften zur Bodennutzung erfüllen.
Das Cabildo empfiehlt deshalb, sich vor dem Kauf oder der Aufstellung einer solchen Anlage bei der zuständigen Gemeinde über die zulässigen Nutzungen des Grundstücks und die erforderlichen Genehmigungen zu informieren.
Der Inselrat kündigt an, weiterhin über behördliche Entscheidungen gegen illegale Bauten und Anlagen zu berichten. Damit sollen Grundstückseigentümer und Kaufinteressenten frühzeitig über mögliche rechtliche und finanzielle Konsequenzen informiert werden, bevor sie Geld investieren oder Veränderungen an einem Grundstück vornehmen.
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