Mehrfach hat die Fuerteventurazeitung bereits über die Stechmücken berichtet, die nicht nur die Einwohner von Tarajalejo, sondern auch die von Gran Tarajal seit Monaten terrorisieren. Viele Betroffene klagten über heftige Hautreaktionen. Einige Personen mussten sogar medizinisch behandelt werden.
Nach Angaben der kanarischen Gesundheitsbehörden ist die Mückenplage nicht, wie zunächst vermutet, auf die Tigermücke zurückzuführen. Stattdessen handelt es sich um die Art Aedes caspius, eine Stechmücke, die gewöhnlich in Salzwiesen und Marschgebieten vorkommt.
Das Gesundheitsministerium der Kanarischen Regierung (Consejería de Sanidad) bestätigt, dass diese Mückenart kein besonderes Gesundheitsrisiko darstellt und keine Tropenkrankheiten überträgt. Allerdings können ihre Stiche sehr heftige Reaktionen hervorrufen.
Stechmücken bereits seit Jahren auf Fuerteventura bekannt
Die als Marschmücke bekannte Art Aedes caspius ist auf Fuerteventura kein neues Phänomen. Bereits vor vielen Jahren wurde sie in der Gegend von La Lajita nachgewiesen.
Im Laufe der Zeit breitete sie sich über verschiedene Ortschaften aus. Nach ihrem Auftreten in Tarajalejo hat sie sich inzwischen insbesondere im Barranco und im Marschgebiet von Gran Tarajal angesiedelt.
Die Bewohner der betroffenen Orte leiden seit mehreren Wochen unter den aggressiven Stechmücken. Zahlreiche Betroffene haben sich wegen der Stiche an das örtliche Gesundheitszentrum gewandt.
Die Stiche können starke Hautrötungen, zunehmende Schmerzen und erhebliche Schwellungen verursachen. In einigen Fällen kann auch Fieber auftreten.
Gemeinde Tuineje bekämpft Stechmückenplage
Die Gemeinde Tuineje hat bereits mehrfach Maßnahmen zur Bekämpfung der Mücken durchgeführt. Dazu gehören insbesondere das Versprühen von Insektenbekämpfungsmitteln im Bereich des Marschgebiets von Gran Tarajal sowie in küstennahen Gebieten von Tarajalejo.
Die bisherigen Maßnahmen haben allerdings noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Die Stechmückenplage konnte bislang nicht eingedämmt werden.
Das Gesundheitsministerium der Kanarischen Regierung erklärte dazu, dass die betreffenden Stechmücken aus gesundheitlicher Sicht kein besonderes Risiko darstellten.
Wie bei anderen Schädlingsplagen sei die jeweilige Gemeinde für die Maßnahmen zur Kontrolle und Beseitigung verantwortlich.
Der Bürgermeister von Tuineje, David Herrera, erklärte, dass die Gemeinde bereits mit der Reinigung der Barranco-Mündung begonnen habe. Dies sei auf Aufforderung des mit der Schädlingsbekämpfung und Desinfektion beauftragten Unternehmens geschehen.
Nach Angaben des Bürgermeisters handelt es sich um eine salzliebende Mückenart. In dem Gebiet, in dem sich die dichten Schilfbestände befinden, habe sich Meerwasser angesammelt. Dadurch seien ideale Bedingungen für die Entwicklung der Mückenlarven entstanden.
Die Gemeinde setze die Bekämpfungsmaßnahmen fort, um die Plage möglichst vollständig zu beseitigen. Herrera betonte außerdem, dass diese Mückenart beim Stechen besonders hartnäckig sei.
Opposition fordert Unterstützung durch Cabildo und Gesundheitsbehörden
Die Sprecherin der Partido Popular (PP) in der Gemeinde Tuineje, Esther Hernández, kritisierte die bisherige Entwicklung.
Seit nahezu einem Monat müssten die Bewohner eine Mückenplage ertragen, die sowohl ihre Gesundheit als auch ihre Lebensqualität beeinträchtige.
Zahlreiche Menschen seien aufgrund von Stichen und Infektionen gezwungen gewesen, einen Arzt aufzusuchen.
Hernández forderte die Gemeinde Tuineje auf, unverzüglich wirksame Maßnahmen zu ergreifen.
Sollte die Gemeinde nicht in der Lage sein, das Problem mit eigenen Mitteln zu lösen, müsse sie Unterstützung beim Cabildo von Fuerteventura oder bei den Gesundheitsbehörden anfordern.
Die PP-Sprecherin betonte, dass das Cabildo auch im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Zusammenarbeit verpflichtet sei und nicht nur bei Festen und Veranstaltungen unterstützen solle.
Es sei nicht hinnehmbar, dass die Bewohner diese Situation weiterhin ertragen müssten.
Apotheker informiert über den richtigen Umgang mit Mückenstichen
Eine wichtige Rolle bei der Aufklärung der Bevölkerung übernimmt der Apotheker Iván Rodríguez aus Gran Tarajal.
Er hat über soziale Netzwerke zahlreiche Informationen über die Stechmücken und den richtigen Umgang mit ihren Stichen verbreitet.
Dabei erläuterte er insbesondere, welche Beschwerden auftreten können und wie Betroffene darauf reagieren sollten.
Rodríguez warnte außerdem ausdrücklich davor, die betroffenen Hautstellen aufzukratzen.
Durch das Kratzen können kleine Verletzungen entstehen, die das Eindringen von Bakterien begünstigen. Dadurch besteht das Risiko einer zusätzlichen bakteriellen Infektion.
Auch wenn die Gesundheitsbehörden die Stechmückenart Aedes caspius nicht als Überträger tropischer Krankheiten einstufen, können ihre Stiche somit erhebliche Beschwerden verursachen.
Für die Bewohner von Gran Tarajal und Tarajalejo bleibt die erfolgreiche Bekämpfung der Stechmücken deshalb ein wichtiges Anliegen.
Aedes caspius kann auch Viren übertragen
Obwohl die kanarischen Gesundheitsbehörden die Stechmücke Aedes caspius als gesundheitlich ungefährlich einstufen, ist die Art grundsätzlich als möglicher Überträger des sogenannten Tahyna-Virus (TAHV) bekannt.
Das Virus wurde in verschiedenen Regionen Europas nachgewiesen und kann beim Menschen eine meist mild verlaufende, grippeähnliche Erkrankung mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen verursachen. In seltenen Fällen sind auch schwerwiegendere Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen möglich.
Eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 2025 bestätigte den Nachweis des Tahyna-Virus in Aedes caspius in Italien.
Ein Vorkommen des Tahyna-Virus auf Fuerteventura ist damit allerdings nicht belegt. Die grundsätzliche Fähigkeit einer Mückenart, Krankheitserreger zu übertragen, bedeutet nicht, dass die auf Fuerteventura vorkommenden Exemplare tatsächlich infiziert sind.
Wenn Du unsere Inhalte nützlich, unterhaltsam oder informativ findest, kannst Du den Lohn für unsere Arbeit selbst bestimmen. Das geht ganz einfach über diesen Link: