Sturmtief Bruna: diverse Warnungen für Fuerteventura: Starkregen, Überschwemmungen, Gewitter, Wellen

Barranco Guerepe Fluss
Barranco von Guerepe

Das Sturmtief Bruna, das sich westlich der Kanaren über dem Atlantik zusammenbraut, wird sich auch auf Fuerteventura und die übrigen Kanarischen Inseln auswirken.

Das spanische Wetteragentur AEMET hat für Fuerteventura für den 08.11.2026 eine gelbe Wetterwarnung wegen Starkregens und Gewittern herausgegeben. Für Gran Canaria und die Inseln der Provinz Teneriffa hat die AEMET sogar die Warnstufe Orange für Starkregen herausgegeben.

Gleichzeitig hat die kanarische Regierung wegen des Sturmtiefs Bruna mehrere Warnungen für den gesamten Archipel aktiviert. Neben heftigen Niederschlägen und Gewittern besteht auch die Gefahr von Überschwemmungen und gefährlichem Wellengang an den Küsten.

Nach Angaben der spanischen staatlichen Wetteragentur (Agencia Estatal de Meteorología, AEMET) gelten die gelben Warnungen für Regen und Gewitter auf Fuerteventura am 08.11.2026 von 12.00 Uhr bis 23.59 Uhr. Die Wahrscheinlichkeit der vorhergesagten Wetterereignisse liegt zwischen 40 und 70 Prozent.

AEMET warnt vor 20 Millimetern Regen innerhalb einer Stunde

Die AEMET rechnet auf Fuerteventura mit Niederschlagsmengen von bis zu 20 Millimetern innerhalb einer Stunde. Das entspricht 20 Litern Regen pro Quadratmeter. Für die gesamte Insel gilt die gelbe Warnstufe, die von der Wetteragentur als geringes Gefahrenniveau eingestuft wird.

Zusätzlich besteht im selben Zeitraum eine gelbe Warnung vor Gewittern. Auch hierfür gibt die AEMET eine Eintrittswahrscheinlichkeit zwischen 40 und 70 Prozent an.

Die Wetterwarnungen gelten von 12.00 Uhr bis zum Ende des 08.11.2026. Besonders bei kräftigen Schauern können innerhalb kurzer Zeit erhebliche Wassermengen zusammenkommen.

Kanarische Regierung ruft Vorwarnung wegen Überschwemmungsgefahr aus

Die kanarische Regierung hat über ihre Generaldirektion für Notfälle (Dirección General de Emergencias) für den gesamten Archipel eine Vorwarnstufe wegen der Gefahr von Überschwemmungen durch Regenfälle und über die Ufer tretende Wasserläufe aktiviert.

Die Vorwarnung gilt ab dem 07.11.2026 um 21.00 Uhr. Grundlage ist der besondere Zivilschutz- und Notfallplan für Überschwemmungsrisiken auf den Kanaren (Plan Especial de Protección Civil y Atención de Emergencias por Riesgo de Inundaciones, PEINCA).

Nach Angaben der Regierung kann das Sturmtief Bruna mäßige bis starke, örtlich sogar sehr starke und anhaltende Niederschläge verursachen. Intensive Regenschauer können grundsätzlich jeden Teil des kanarischen Archipels treffen.

Die Behörden warnen insbesondere vor örtlichen Überschwemmungen in bebauten Gebieten sowie einem plötzlichen Anschwellen von Barrancos und kleineren Wasserläufen.

Auch wenn es auf Fuerteventura keine Flüsse gibt, gibt es dennoch sechs Zonen, die bei Starkregen von Überschwemmungen betroffen sein können. Dabei handelt es sich um sogenannte endorheische Becken, also Geländevertiefungen, aus denen das Regenwasser nicht ins Meer ablaufen kann. Wenn es also nur genug regnet, bildet sich quasi ein See, aus dem das aufgestaute Wasser nicht mehr abfließen kann.

Vorwarnung vor Gewittern auf allen Kanarischen Inseln

Ebenfalls ab dem 07.11.2026 um 21.00 Uhr gilt auf allen Kanarischen Inseln eine Vorwarnung wegen Gewittern.

Die Maßnahme erfolgt auf Grundlage des kanarischen Sondernotfallplans für ungünstige Wetterereignisse (Plan Específico de Emergencias de Canarias por Riesgos de Fenómenos Meteorológicos Adversos, PEFMA).

Die Gewitteraktivität im Zusammenhang mit Bruna sollte nach Angaben der kanarischen Regierung am späten Nachmittag des 07.11.2026 zunächst La Palma erreichen und sich im Verlauf des 08.11.2026 ostwärts über den Archipel ausbreiten.

Dabei können örtlich intensive Gewitter auftreten, die teilweise von starken Windböen begleitet werden.

Die Generaldirektion für Notfälle weist ausdrücklich darauf hin, dass hinsichtlich der genauen Lage, Zugrichtung und Intensität der Gewitter erhebliche Unsicherheiten bestehen. Deshalb können die Vorhersagen und Warnungen bei Bedarf angepasst werden.

Küstenwarnung wegen Wellen von drei bis vier Metern

Eine weitere Warnung betrifft die Küsten der Kanarischen Inseln. Ab dem 07.11.2026 um 18.00 Uhr gilt für die nördlichen und westlichen Küstenabschnitte des Archipels die Alarmstufe wegen gefährlicher Meeresbedingungen.

Für die übrigen Küstenabschnitte wurde eine Vorwarnstufe ausgerufen.

Nach Angaben der kanarischen Regierung verschlechtert sich der Seegang durch das Sturmtief Bruna erheblich. Ab dem 09.11.2026 können Wellenhöhen von drei bis vier Metern erreicht werden.

Erwartet wird außerdem ein kräftiger Südwestwind der Stärke 7 mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 61 Kilometern pro Stunde. Die Dünung weist eine Wellenperiode von etwa zwölf Sekunden auf.

Besonders betroffen sind zunächst ab dem Nachmittag des 08.11.2026 die westlichen Küsten von La Palma und El Hierro. Anschließend soll sich der gefährliche Seegang auf weitere exponierte Küstenabschnitte der Kanarischen Inseln ausweiten.

Erhöhte Gefahr durch hohe Gezeiten

Die kanarische Regierung weist zusätzlich auf die hohen Gezeitenkoeffizienten hin. Für den 08.11.2026 wird ein Wert von 84 erwartet, für den 09.11.2026 ein Wert von 82 und für den 10.11.2026 ein Wert von 77.

In Verbindung mit hohem Wellengang können dadurch Küstenbereiche überflutet werden. Betroffen sein können insbesondere Badestellen, Strandpromenaden und Straßen in unmittelbarer Nähe zum Meer.

Als besonders kritisch gelten die Zeiträume von zwei bis drei Stunden vor und nach dem jeweiligen Hochwasser.

Für den 08.11.2026 nennt die kanarische Regierung Hochwasserzeiten zwischen 00.00 und 00.25 Uhr sowie zwischen 12.15 und 12.40 Uhr. Die genauen Zeiten unterscheiden sich je nach Küstenabschnitt.

Behörden empfehlen besondere Vorsicht

Die kanarische Regierung fordert die Bevölkerung auf, die Sicherheitshinweise der Generaldirektion für Notfälle zu beachten.

Insbesondere sollten Hafenmolen, Wellenbrecher und andere küstennahe Bereiche bei gefährlichem Wellengang gemieden werden. Auch vom Baden an unbewachten Stränden und von Wassersportaktivitäten wird unter entsprechenden Bedingungen abgeraten.

Bei Starkregen sollten Autofahrer besonders vorsichtig sein und möglichst Hauptverkehrsstraßen benutzen. Das Durchqueren überschwemmter Straßen oder Barrancos ist wegen der Gefahr plötzlich ansteigender Wassermassen zu vermeiden.

Bei Gewittern empfiehlt die Regierung, Abstand von Metallkonstruktionen zu halten und keinen Schutz unter Bäumen zu suchen.

Die Behörden verfolgen die weitere Entwicklung des Sturmtiefs Bruna und können die Warnstufen entsprechend der Wetterlage anpassen.

Im Notfall ist auf den Kanarischen Inseln die europäische Notrufnummer 112 erreichbar.

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