Gran Canaria könnte Drehscheibe für Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen werden

Der Hafen „Puerto de la Luz“ auf Gran Canaria könnte bald zur Drehscheibe der Nahrungstransporte des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen nach Afrika werden. So soll es zumindest eine Absichtserklärung zwischen der Versammlung der Spenderländer und dem spanischen Außenminister Miguel Ángel Moratinos vorsehen, die auf Initiative der spanischen Agentur für Internationale Kooperation in der Entwicklungshilfe (Aecid), der Regierungsdelegation auf den Kanaren und der Hafenbehörde von Las Palmas zustande gekommen ist.

Noch vor Jahresende soll eine weitere technische Inspektion klären, ob der „Hafen des Lichtes“ den Kapazitätsanforderungen für eine solche Mammutaufgabe gewachsen ist.

Die zu bewältigenden Mengen sind beeindruckend, denn Schätzungen gehen pro Jahr von rund 300.000 Containerbewegungen und bis zu 1.5 Mio. Tonnen Getreide aus, die im Hafen als Schüttgut angeliefert, in Silos gefüllt und dann in 50kg-Säcke abgepackt werden. Das zusätzliche Transportvolumen entspricht etwa 20%  des derzeitigen jährlichen Güterumschlags.

Die Einrichtung eines Logistikzentrums auf den Kanaren könnte den Transport von Hilfsgütern aus den Spenderländern zum afrikanischen Kontinent deutlich vereinfachen und rationalisieren. Dadurch wären erhebliche Kosteneinsparungen möglich. Die Hafenbehörde will den potentiellen Großkunden zusätzlich mit vergünstigten Hafengebühren ködern, was ebenfalls zu Kosteneinsparungen beim Transport der Lebensmittel führt. Bisher wurde der Versand aus den Spenderländern direkt ins Zielland durchgeführt.

Durch ein zentrales Umschlaglager mit einer Lagerkapazität von 35.000 Tonnen könnten außerdem die Transportverluste reduziert werden, da die Transportmengen ins Zielland besser dosiert werden können und die Qualität der Lebensmittel besser aufrechterhalten werden könne.

Bei der Entscheidung für Puerto de la Luz als Logistikzentrum des Welternährungsprogramms der UNO könnte ausschlaggebend gewesen sein, dass bereits zuvor das Rote Kreuz den Hafen als zentralen Stützpunkt für Hilfseinsätze in Afrika gewählt hat.

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