Ausufernde Schwarzarbeit auf den Kanaren

Nach Schätzungen der Gewerkschaft CCOO könnte die Zahl der Arbeitnehmer in einem irregulären Beschäftigungsverhältnis auf den Kanaren zwischen 120.000 und 160.000 liegen.

Bei 312.400 registrierten Arbeitslosen und einer Arbeitslosenquote von 28,52% könnte sich die registrierte Arbeitslosigkeit auf einen Schlag fast halbieren, wenn es gelänge, alle Schwarzarbeiter in ein geregeltes Beschäftigungsverhältnis zu überführen.

Der spanische Ministerrat hat am 29.04.2011 ein Gesetz verabschiedet, das Unternehmen für eine Übergangsfrist von 3 Monaten die Legalisierung von Schwarzarbeitern erleichtern soll. Allerdings handele es sich nicht um eine Amnestie, wie der spanische Arbeitsminister Valeriano Gómez, erklärte, sondern um eine Reihe von selektiven Hilfestellungen. So sollen Unternehmen die Nachzahlungen von nicht bezahlten Sozialversicherungsbeiträgen über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten in Raten leisten können. Nutzen Unternehmen die 3-monatige Frist zur Legalisierung nicht, müssen sie mit einer Verschärfung der Strafen rechnen. Beschäftigte, die auf der einen Seite Arbeitslosengeld beziehen, und auf der anderen Seite einer angestellten oder selbständigen Arbeit nachgehen, verlieren ihre Ansprüche.

Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften sind sich einig, dass die derzeitigen Strafen nicht ausreichen, um Unternehmen von der illegalen Beschäftigung abzuhalten. Die Strafe beträgt 6.000 Euro. Die Sozialabgaben für einen Mitarbeiter liegen im Schnitt bei 600 Euro pro Monat. Eine illegale Beschäftigung „lohnt“ sich also für einen Arbeitgeber schon nach 10 Monaten. Wer erwischt wird, landet jedoch auf einer schwarzen Liste und muss mit regelmäßigen Kontrollen der Arbeitsinspektion rechnen. Problematisch ist jedoch, dass die legalen Unternehmen viel intensiver kontrolliert werden, als solche, die völlig in der Schattenwirtschaft agieren. Ein Unternehmen, das überhaupt nicht angemeldet ist, fällt oft völlig durchs Kontrollraster, und wo „nichts ist kann auch nichts inspiziert werden.“

Schätzungen zufolge dürfte auf den Kanaren die Schattenwirtschaft in 2007 bei rund 15% gelegen haben. In 2009 dürfte die Schattenwirtschaft bereits 28,20% des BIP ausgemacht haben.

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