Kanaren wappnen sich zur Rückeroberung des nationalen Tourismus

Die Kanarischen Inseln präsentieren sich auf der Internationalen Tourismusmesse FITUR in Madrid mit besten Referenzen: 10,3 Mio. internationale Urlauber haben die Kanaren in 2011 als Reiseziel ausgewählt; ein sattes Plus von rund 20% und ein historisches Rekordergebnis. Gleichzeitig sind die Kanaren mit den größten Zuwachsraten beim internationalen Tourismus von allen spanischen Regionen.

Doch die Tourismusbranche auf den Kanaren ist sich darüber im Klaren, dass es viel schwieriger sein wird, dieses hohe Niveau zu halten, als es zu erreichen. Das „Kanarische Wunder“, wie manche die explosionsartige Wiederbelebung des Tourismus auch bezeichnen, wäre ohne die hunderttausende von Urlaubern, die die Reiseveranstalter infolge der Nordafrikakrise auf die Kanaren umgeleitet haben, nicht möglich gewesen.

So hat der Reiseveranstalter Thomas Cook unverhohlen bestätigt, dass die Schließung der nordafrikanischen Reiseziele, die für das Unternehmen die rentabelsten und für seine Wettbewerbsfähigkeit bedeutsamsten Reiseziele sind, ursächlich für die finanzielle Schieflage des Reisegiganten in 2011 war. Folglich sind die Reiseveranstalter, die in 2011 für den Zustrom von zusätzlichen Urlaubern auf die Kanaren verantwortlich waren, besonders interessiert daran, diese  äußerst rentablen Reiseziele –zu Lasten der Kanaren- wieder aufzubauen. Deshalb, so fürchten manche Tourismusunternehmer, könnten die Kanaren in 2012 einen deutlichen Rückschlag erleiden.

Die Kanarische Regierung glaubt indes, dass die Nordafrikakrise zwar geholfen hat, dass aber ein Großteil des positiven Effekts auf die Vergünstigungen bei den Flughafengebühren zurückzuführen sei, was viele Fluggesellschaften motiviert habe, ihre Kapazitäten zu den Kanaren auszuweiten.

Die Unternehmerverbände halten für das Urlauberplus eher eine positive internationale Konjunkturentwicklung ausschlaggebend, die allerdings nicht für immer fortzusetzen sei. Die Unternehmer glauben außerdem, dass es im vergangenen Jahr nötig gewesen wäre, die „neuen“, umgeleiteten Urlauber dauerhaft an die Kanaren zu binden, was nicht gelungen sei.

Da die Entwicklung auf den internationalen Reisemärkten für die Kanaren nicht mit Sicherheit vorhersehbar ist, wollen die Kanaren auf der FITUR in Madrid gezielt auf nationale Urlauber abzielen. Immerhin bilden die Festlandsspanier nach den deutschen und britischen Urlaubern die drittgrößte Gruppe. Doch ausgerechnet dieses Marktsegment hat im letzten Jahr einen massiven Einbruch erlebt. Mit 1,5 Mio. spanischen Urlaubern bis November 2011 ist diese Zahl um 200.000 gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Der starke Abwärtstrend scheint die Talsohle noch nicht erreicht zu haben, glaubt man den Einschätzungen der Reiseveranstalter für 2012. Die Hauptaufgabe für 2012 sehen die Tourismusunternehmer darin, die stark reduzierten Flugkapazitäten zwischen den Kanaren und den Festland wieder aufzubauen, weil in diesem Jahr ein weiterer Rückgang auf dem nationalen Markt schwieriger mit einem Wachstum auf den internationalen Märkten zu kompensieren sei, wenn die nordafrikanischen Krisengebiete in 2012 tatsächlich wieder erstarken.

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