Schlüssel zur prähispanischen Geschichte Fuerteventuras

Archäologen hoffen mit der Grabungsstätte im Gebiet von „Llano del Sombrero“ einen Schlüssel zur prähispanischen Geschichte Fuerteventuras gefunden zu haben. Die Grabungsstätte erstreckt sich über die Länge von ca. 1 Kilometer im Grenzgebiet zwischen den Gemeinden Pájara und Betancuria und umfasst rund 50 Fundstellen mit Überresten von Gebäuden, deren Funktion noch nicht bekannt ist.

Die Grabung wird von dem Unternehmen Arqueofuer im Auftrag der Kanarischen Regierung durchgeführt. Das Projekt ist auf eine Dauer von 6 Monaten angesetzt, davon zwei für die Feldarbeit und 4 Monate auf Laboruntersuchungen.

Zunächst sind drei Grabungen vorgesehen, doch die leitenden Archäologin hält die Bedingungen der Fundstelle für so gut, dass weitere Untersuchungen viele Aufschlüsse über das Leben der Ureinwohner Fuerteventuras vor der Eroberung durch die Normannen liefern könnten.

Die Siedlung mit etwa 50 Gebäuden muss bedeutsam gewesen sein, schließt die Archäologin aus den Grundmauern, die bis heute erhalten geblieben sind. Außerdem befand sie sich an einem privilegierten Ort direkt an der „Madre del Agua“ („Mutter des Wassers“), was für die damaligen Bewohner eine sichere Versorgung mit Trinkwasser garantierte. Zudem bot sich von dem Standort eine uneingeschränkte sicht zum Puerto (Hafen) de la Peña, wo auch die normannischen Eroberer an Land gegangen waren.

Eine bisher für die Forscher besonders interessante Entdeckung ist eine alte Müllhalde. Die Müllhalde scheint älter zu sein, als einige der anderen Baukörper, was auf eine Entwicklung der Siedlung in verschiedenen Zeiten hindeutet. Außerdem lassen sich aus den Abfällen viele Rückschlüsse auf das Leben der Menschen ziehen. Keramikscherben, Muschelschalen und Schneckengehäuse, Fischgräten und Knochenreste geben Informationen über die Nahrung und deren Zubereitung und Aufbewahrung.

Doch die meisten Aufschlüsse und neuen Erkenntnisse werden erst die Laboruntersuchungen bringen.

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